„Hat keines der Ziele erreicht!“

VfB Stuttgart: Dietrich deutlich! Nach Hitzlsperger kriegt auch Vogt sein Fett weg

Wolfgang Dietrich äußert sich deutlich zum Machtkampf beim VfB Stuttgart
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Wolfgang Dietrich äußert sich deutlich zum Machtkampf beim VfB Stuttgart

Im Machtkampf beim VfB Stuttgart meldet sich nun auch Ex-Präsident Wolfgang Dietrich zu Wort und übt heftige Kritik!

Update, 14. Januar: Wolfgang Dietrich meldet sich erstmals seit langer Zeit wieder zu Wort. Gegenüber Bild äußert er sich zum Datenskandal und auch zum Machtkampf, der aktuell beim VfB Stuttgart tobt. Die Gremien - Aufsichtsrat, Vereinsbeirat, Präsidium - hätten früher reagieren müssen, aber auch das Vorgehen von Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger steht beim ehemaligen VfB-Präsidenten Dietrich in der Kritik. Allerdings ist Hitzlsperger nicht der einzige, der sein Fett weg kriegt.

Wolfgang Dietrich war von 2016 bis 2019 Präsident beim VfB Stuttgart

Wolfgang Dietrich lässt auch kein gutes Haar an seinem Nachfolger Claus Vogt. „Er hat sich schon in seiner Mitarbeit – oder besser gesagt, in seiner Anwesenheit – im Mitglieder-Ausschuss als Fan-Aktivist bezeichnet“, so der 72-Jährige vielsagend. Zwar habe Vogt die Gruppe, die ihn gewählt hat, wohl nicht enttäuscht, aber ob das auch für den ganzen Verein gilt? Dietrich lässt das offen.

VfB Stuttgart: Weder Vogt noch Hitzlsperger? Dietrich hat eine klare Meinung zu den Kandidaten

Die Kritik an Vogt scheint der ehemalige Präsident des VfB Stuttgart, der selbst viel Kritik einstecken musste, berechtigt zu finden. Dietrich deutlich: „Ich sage es mal so: Bis auf die Tatsache, dass die laute Gruppe, die ihn gewählt hat, jetzt ruhig ist, hat er keines der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hat.“ Rums - das sitzt! Auch die Pandemie lässt er nicht als Ausrede gelten. „Es ist vieles dabei, das mit dem Coronavirus überhaupt nichts zu tun hat“, so Dietrich.

VfB Stuttgart: Claus Vogt und Thomas Hitzlsperger sind öffentlich aneinander geraten - für Wolfgang Dietrich ein absolutes No-Go!

Unter anderem führt er den „Expertenrat“ als Versäumnis auf. Vogt wollte, so Dietrich, diesen Rat beim VfB Stuttgart anstelle „der erfolgreich arbeitenden Mitglieder-Ausschüsse etablieren“. Den Rat gibt es nicht, die Mitglieder-Ausschüsse sind abgeschafft - Dietrich bezeichnet das Vorhaben als „Luftnummer“. Das wirft bei Dietrich Fragen auf: „Ist der Verein darüber informiert? Welche Geheimhaltungs-Verträge gibt es? Welche Rolle spielt Markus Hörwick als langjähriger Bayern-Pressesprecher? Welche Rahic, als ehemaliger gescheiterter Investor bei einem englischen Prof-Klub?“ Fragen, die viele im Verein stark verunsichern würden.

Steckbrief
NameWolfgang Dietrich
Geburtsdatum24. Juli 1948
HerkunftStetten im Remstal, Deutschland
Zeit beim VfB StuttgartPräsident von 2016 - 2019
BerufUnternehmer

Auch das Vorhaben „Mittelstands-Bündnis“ wurde wohl nicht erreicht. Für Dietrich ist auch klar: Vogt ist nicht besser als Hitzlsperger, was das Auftreten angeht. Dietrich: „Es geht nicht, so aufzutreten als möglicher Präsident, wie sowohl Hitz als auch Vogt aufgetreten sind.“ Für ihn sei keiner der beiden Streithähne, aber ebenso wenig die anderen beiden Kandidaten geeignete Präsidenten des VfB Stuttgart. Klare Worte!

VfB Stuttgart: Ex-Präsident Dietrich kritisiert Gremien und Hitzlsperger im Machtkampf!

Erstmeldung 12. Januar: Es ist nun eineinhalb Jahre her das Wolfgang Dietrich seinen Rücktritt als Präsident des VfB Stuttgart erklärte. Seitdem ist es ruhig geworden um den 72-Jährigen, der sich damals viel Kritik gefallen lassen musste. Ruhiger ist es auch beim VfB geworden. Nach dem Abstieg 2019 ging es ein Jahr später wieder hoch in die Bundesliga, wo die Schwaben mit mutigem Fußball überzeugen. Aber: Die heile Welt auf dem Rasen wird aktuell von dem Machtkampf in der Führungsebene gestört.

Beim VfB Stuttgart tobt ein Machtkampf zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt.

Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger bewirbt sich gleichzeitig als Präsident des VfB Stuttgart - und griff kurz vor dem Jahreswechsel Dietrich-Nachfolger Claus Vogt in einem offenen Brief an. Ein „SOS“ wie Dietrich es gegenüber der Bild vermutet, aber auch ein „No-Go“. Der Machtkampf trifft Dietrich „sehr“. „Beim VfB war es seit gefühlten 125 Jahren immer so, dass normalerweise erst dann Probleme in der Führung auftreten, wenn es sportlich nicht läuft“, erklärt Dietrich in der Bild. Das ist nun anders.

Dietrich: „Jetzt tobt trotz der tollen Auftritte der Mannschaft ein Richtungskampf in der Führung – und damit meine ich nicht nur den Streit zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt. Das beunruhigt mich enorm.“

VfB Stuttgart: Ex-Präsident Dietrich erlebte Hitzlspergers Aufstieg mit

Es gibt wohl viele Probleme, die der Ex-Präsident sieht, der Hitzlsperger selbst miterlebt hat und als „klugen, kommunikationsstarken Sympathieträger, der dem Verein einfach nur gutgetan hat“ kennenlernte.

Der damalige Präsident Wolfgang Dietrich (li.) gratuliert Thomas Hitzlsperger zur Ernennung zum Sportvorstand.

Dietrich hatte den heutigen Vorstandsvorsitzenden des VfB Stuttgart zunächst zum Leiter des Nachwuchsleistungszentrums gemacht und auf seinen Vorschlag hin, wurde Hitzlsperger ins Präsidium gewählt und auch erlebt, wie er zum Sportvorstand wurde: „Die im Februar 2019 einstimmig vom Aufsichtsrat beschlossene Ernennung zum Sportvorstand kam – auch nach seiner eigenen Meinung – noch etwas zu früh.“

VfB Stuttgart: Ex-Präsident Dietrich sieht Gremien in der Pflicht!

In der aktuellen Situation sieht der ehemalige Präsident des VfB Stuttgart vor allem die verschiedenen Gremien in der Pflicht und kritisiert gegenüber Bild: „Beim VfB ist es ja schon Tradition, dass es dann, wenn es Probleme gibt und laut wird, die Gremien kaum noch sichtbar und wahrnehmbar sind. Wo sind die denn aktuell?“

VfB Stuttgart: Wolfgang Dietrich sieht die Gremien in der Pflicht. Sie hätten früher reagieren müssen.

Dietrich wirft dem Aufsichtsrat, Vereinsbeirat und Präsidium des VfB Stuttgart vor, von den Problemen gewusst zu haben. „Man muss schon die Frage stellen, warum die Gremien nicht früher gehandelt haben und jetzt die beiden in dieser Form aufeinander losgelassen haben“, so Dietrich. Ob das einen Knall hätte verhindern können oder frühere Unruhen vielleicht Auswirkungen auf den sportlichen Verlauf gehabt hätten, wird man wohl nicht erfahren.

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