Die Aufklärung des Skandals läuft weiter auf Hochtouren

VfB hat Unterlagen nachgeliefert: So geht‘s jetzt im Datenskandal weiter!

VfB Stuttgart: Präsident Claus Vogt spricht über die fehlenden Unterlagen.

  • Fehlende Daten und Unterlagen sind eingereicht.
  • Beim VfB Stuttgart sollen Mitgliederdaten übermittelt worden sein.
  • Jetzt geht es um Aufklärung – Berliner Kanzlei und eine interne Gruppe.

Update vom 10. November: Die Unterlagen sind da - fristgerecht! Bis zum Montag musste der VfB Stuttgart die noch fehlenden Auskünfte für den Landesdatenschutzbeauftragten in Baden-Württemberg abgeben (Update vom 27. Oktober). Die erste Frist war Ende Oktober abgelaufen.

VfB Stuttgart: Profis unterwegs - Länderspielreisen und Matarazzos Meinung

Jetzt erklärt der Präsident des VfB Stuttgart, Claus Vogt, unter anderem bei den Stuttgarter Nachrichten dazu: „Wir haben die Fragen des Landesdatenschutzbeauftragten fristgerecht beantwortet. Das kann ich bestätigen.“ Weitere Aussagen zum aktuellen Stand im Datenskandal gibt‘s nicht: „Wir bleiben bei unserer Linie, dass wir zuerst unsere Mitglieder informieren, sobald uns die Ergebnisse der externen Aufarbeitung vorliegen.“

Stefan Brink, der Landesdatenschutzbeauftragte wird dem Bericht nach zunächst die vorliegenden Unterlagen des VfB Stuttgart prüfen und bei bedarf weitere Auskünfte einfordern. UND: Auch das externe Unternehmen Esecon ist weiterhin mit den Ermittlungen beschäftigt. Laut der Stuttgarter Nachtrichten haben auch die ehemaligen Präsidenten Bernd Wahler und Wolfgang Dietrich von Esecon Post bekommen und sind um eine Stellungnahme gebeten worden.

ZWEI langjährige Klubangestellte sollen zudem ihre Aufgaben vorläufig ruhen lassen!

Hitzlsperger zum VfB-Datenskandal und Kontrolle über Abläufe im Verein

Update, 03. November: Der Datenskandal beim VfB Stuttgart hängt weiter wie ein dunkler Schleier über dem Verein. In einem Interview äußerte sich Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger zur Situation, in der wohl auch Daten von Mitgliedern weitergereicht wurden. „Wir geben über Zwischenstände keine Auskunft“, erklärte „Hitze“ gegenüber Bild-Zeitung.

Wir haben nie hundertprozentige Kontrolle, das geht einfach nicht.

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart

In Hinblick auf seine Amtszeit schiebt Hitzlsperger hinterher: „Sie können sich vorstellen, dass ich seit dem ersten Tag versuche, ehrliche und gute Arbeit abzuliefern. Ich möchte auch glauben, dass alles sauber abläuft bei uns.“ Aber Hitzlsperger gibt auch zu: „Wir haben nie hundertprozentige Kontrolle, das geht einfach nicht.“ Offen und ehrlich. Der Vorstands-Boss des VfB Stuttgart will als Vorbild vorangehen.

Datenskandal leichter ertragen - Hitzlsperger: „Wir spielen jetzt tollen Fußball“

Glück für Hitzlsperger: Er kann den Datenskandal - so unschön er ist - in aller Ruhe angehen, denn sportlich läuft es beim VfB Stuttgart aktuell gut. Hitzlsperger: „Wir spielen jetzt tollen Fußball, daran habe ich Spaß.“

Heißt für Themen wie den Datenskandal beim VfB Stuttgart: „Dann kann man unangenehmere Themen leichter bearbeiten und hat trotzdem Momente des Glücks und der Freude, weil wir eine Mannschaft haben, die Freude vermittelt.“ Selbiges gilt dann wohl auch für die Corona-Krise, den Lockdown und das Thema „Insolvenz“, zu dem sich Hitzlsperger ebenfalls geäußert hat.

VfB-Datenskandal: Erste Frist abgelaufen! Es fehlen Unterlagen

Update vom 27. Oktober: Seit Anfang Oktober läuft beim VfB Stuttgart die Aufarbeitung im Datenskandal beim Aufsteiger. Präsident Claus Vogt hatte zuletzt die Kanzlei Esecon mit den Ermittlungen beauftragt. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

VfB Stuttgart
Manager: Thomas Hitzlsperger
Stadion:Mercedes-Benz Arena
Gründung:9. September 1893, Stuttgart

Die gesetzte Frist im Auskunftsverfahren durch den Landesdatenschutzbeauftragte in Baden-Württemberg ist abgelaufen. Bis Montag hatte der VfB Stuttgart laut einem Kicker-Bericht Zeit entsprechende Unterlagen einzureichen - doch es fehlen noch Angaben! Für die Landesdatenschützer gibt‘s noch weiteren Klärungsbedarf. Bis zur zweiten Novemberwoche sollen demnach weitere Unterlagen angefordert worden sein.

Stefan Brink, Landesdatenschutzbeauftragter in Baden-Württemberg fordert noch weiter Unterlagen vom VfB Stuttgart.

In dem Bericht stellt Stefan Brink, der Landesdatenschutzbeauftragte außerdem klar, man sei zudem „in Kontakt mit Esecon“: „Man will uns von dort auch Ergebnisse zu dem Datenskandal des VfB Stuttgart zur Verfügung stellen.“ Brink erhofft sich durch die zusätzliche Untersuchung durch die externe Kanzlei weiter wichtige Informationen. Esecon selbst hat auf eine Kicker-Nachfrage nur auf das Mandatsgeheimnis verwiesen und sich nicht zu den Abläufen geäußert.

Für Stefan Brink ist die Ermittlung durch das Unternehmen durchaus sinnvoll: „Das ist für den VfB Stuttgart eine gute Grundlage, um nicht nur den Sachverhalt aufzuarbeiten, sondern auch Verbesserungen durchzuführen.“

Der Kicker hatte Ende September erstmals über den Datenskandal beim VfB Stuttgart berichtet.

So läuft die Aufklärung des Datenskandals: Erklärung des VfB Stuttgart

Update vom 13. Oktober: In der Affäre um die mutmaßliche Weitergabe von Mitglieder-Daten könnte es jetzt vorangehen: Der VfB Stuttgart hat sich am Dienstag zum aktuellen Stand geäußert. Hintergrund des Skandals: Mitarbeiter des VfB sollen laut eines Ende September veröffentlichten Berichts des Kickers massenhaft Mitgliederdaten an Dritte weitergeleitet haben. Es soll laut der Bild-Zeitung um rund 50.000 Daten von Mitgliedern gegangen sein. Ziel war dabei wohl auch, Einfluss auf die Abstimmung über die Ausgliederung der Profi-Abteilung zu nehmen.

VfB-Präsident Claus Vogt hatte nach Bekanntwerden eine „externe, transparente, kritische, neutrale und unabhängige Aufarbeitung“ angekündigt. Wie der Verein jetzt mitteilt, seien in den vergangenen Tagen die „Voraussetzungen für den Start der Untersuchungen geschaffen“ worden. Die Aufarbeitung des Falles solle demnach eine Kanzlei übernehmen, die „weder aus dem Stuttgarter Raum kommt, noch in Verbindungen zum VfB Stuttgart oder seinem Mitgesellschafter steht oder stand“.

Daten-Skandal beim VfB Stuttgart: Diese Personen sollen intern aufklären

Was schon berichtet wurde (Update vom 8. Oktober), steht jetzt also fest: Mit den Ermittlungen beauftragt wurde die aus Berlin stammende Kanzlei Esecon Legal Services GmbH – laut VfB Stuttgart auch auf Empfehlung des DFB. Weiter heißt es, der Vorstand der VfB Stuttgart 1893 AG habe ebenfalls einen „externen Untersuchungsauftrag für die die AG betreffenden Vorwürfe“ ausgelöst.

VfB StuttgartSo sieht der Kader aus! Transfersommer, die Gerüchte Abgänge

Auch intern gibt es eine sogenannte „Koordinierungsgruppe“ zur Aufklärung. Diese besteht laut Mitteilung aus Vertretern aller VfB-Gremien und sei in Kontakt mit der Berliner Kanzlei hinsichtlich erster Erkenntnisse und des weiteren Vorgehens. Präsident Claus Vogt, Vorstandsvorsitzender der AG, Thomas Hitzlsperger, Aufsichtsrat der AG, Rainer Adrion, und der Vereinsbeirat des e.V., Marc Nicolai Schlecht, gehören der Koordinierungsgruppe an. Sobald eine Bewertung möglich sei, werde man darüber informieren, teilte der Verein mit. In der Zwischenzeit geht es für die Mannschaft am Samstag zum Hertha BSC Berlin – die Partie gibt‘s im TV und Stream!

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, ist Teil der Koordinierungsgruppe zur Aufklärung des Daten-Skandals.

VfB Stuttgart: So läuft die Aufklärung im Datenskandal - externe Ermittler

Update vom 8. Oktober: Beim VfB Stuttgart gibt es aktuell auch neben dem sportlichen Bereichen viel zu tun. Unangenehme Arbeit. Seit Tagen geistert rund um den Aufsteiger der Datenskandal umher. VfB-Präsident Claus Vogt sprach zuletzt über die Aufarbeitung (Update vom 1. Oktober).

Es geht dabei laut Angaben der Bild-Zeitung um rund 50.000 Daten von Mitgliedern, die an Dritte weitergegeben wurden. JETZT wurde für die lückenlose Aufklärung, laut Stuttgarter Nachrichten, eine Berliner Anwaltskanzlei hinzugezogen. Die Leitung der Untersuchungen bleiben dabei, wie von ihm angekündigt, bei Claus Vogt.

Die ermittelnde Kanzlei soll dem VfB-Präsidenten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) empfohlen worden sein. Es sei demnach der ausdrückliche Wunsch von Vogt gewesen unbedingt eine komplett unabhängige und unvoreingenommene Hilfe zu bekommen. Wie die Stuttgarter Nachrichten schreibt, soll es der 51-Jährige zuvor abgelehnt haben „mit Anwälten zusammenzuarbeiten, die bereits für den VfB oder den Ankerinvestor Daimler tätig waren“. Nach einem Austausch mit dem DFB fiel die Wahl auf die Kanzlei Esecon.

VFB-Präsident Vogt will eine umfangreiche Aufklärung zum Datenskandal!

Erste Erkenntnisse sollen dem Bericht nach bereits in wenigen Tagen an Stefan Brink, den Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg gehen. DOCH: An der Seriosität des Unternehmens bestehen Zweifel. Wie unter anderem bild.de schreibt, gab es bei einer Kooperation mit dem DFB einige Mängel. Damals ging es um mögliche Korruption bei der Zusammenarbeit zwischen Verband und dem Rechtevermarkter Infront.

Die Vorwürfe damals nach Nachforschungen durch die Süddeutsche Zeitung:

  • Es wurden keine Mitschnitte und Gesprächsprotokolle bei den Befragungen von DFB-Mitarbeitern von Esecon angefertigt. Für mögliche Verhandlungen vor Gericht eher schlecht.
  • Bei den Ermittlungen wurde auf Fachkenntnisse des Sportvermarkters Stefan Felsing vertraut - dieser ist als Chef von Sportfive und Frontman bei Ufa aber als direkter Konkurrent zu Infront zu sehen und daher nicht unbefangen.

Auf eine aktuelle Nachfrage der Bild-Zeitung weist das Unternehmen Esecon die Vorwürfe als „unzutreffend“ zurück.

VfB Stuttgart: Jetzt äußert sich der Präsident zum Datenskandal

Update 1. Oktober: Diese Nachricht sorgte für große Aufregung. Beim VfB Stuttgart sollen im großen Stil Daten von Mitgliedern an Dritte weitergegeben worden sein. Passiert sein soll dies, in den Jahren von 2016 bis 2018. Der Kicker hat den Datenskandal in den vergangenen Tagen öffentlich gemacht. Jetzt hat sich Präsident Claus Vogt zu den Vorgängen geäußert und erste Konsequenzen bekanntgegeben.

VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen: Alle Infos zur Partie im Spieltags-Text

In einer Mitteilung auf der Homepage des VfB Stuttgart erklärt er: „Dieser mutmaßliche Datenschutzverstoß in den Jahren 2016 bis 2018 mit Mitgliederdaten, wenn er denn so stattgefunden hat, wäre für mich ein nicht zu akzeptierender Tabubruch und würde kein gutes Licht auf unseren VfB Stuttgart werfen.“

Beim VfB Stuttgart beginnt nun die Arbeit. Bereits am Montag wurde „unverzüglich eine externe, transparente, kritische, neutrale und unabhängige Aufarbeitung beschlossen. Erste Schritte haben die Verantwortlichen auch bereits unternommen. So werden die „durch die Vorwürfe des kicker-Artikels betroffenen Personen/Mitarbeiter werden ihre Aufgaben in Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger für den Zeitraum der laufenden Untersuchungen zu ihrem eigenen Schutz ruhen lassen“.

Mit Hilfe eines Lenkungsausschuss soll die gesamte Thematik aufgearbeitet werden. Präsident Claus Vogt wird dabei die Leitung und Verantwortung übernehmen. Wichtig ist den Verantwortlichen dabei vor allem auch, dass alles „unabhängig vom sportlichen Bereich behandelt wird, damit die Mannschaft, das Trainerteam und die sportlich Verantwortlichen weiter in Ruhe arbeiten können“.
VfB Stuttgart gegen Leverkusen: So gibt‘s die Partie live im TV und Stream

Am Samstag (15.30 Uhr) trifft der VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz Arena auf Bayer Leverkusen. Es wird sich zeigen, wie gut die Mannschaft und Trainer Pellegrino Matarazzo die aufkommende Unruhe im Umfeld ausblenden kann.

VfB Stuttgart: Skandal um Mitgliederdaten - Hatte dieser langjährige Mitarbeiter die Finger im Spiel?

Update, 29. September: Sportlich wusste der VfB Stuttgart beim Baller-Sieg gegen den FSV Mainz 05 zu überzeugen, doch Schlagzeilen machen die Schwaben aktuell eher abseits des Platzes. Denn 2017 soll der Bundesligist im großen Maße Daten seiner Mitglieder weitergegeben haben.

Auslöser für die Misere des VfB Stuttgart ist dabei laut dem Kicker ein langjähriger Mitarbeiter der Schwaben: Oliver Schraft. Der 53-jährige gilt laut StN.de im Verein als der „heimliche Präsident“ und spricht bei wichtigen Entscheidungen immer mit. Jetzt steht der Mediendirektor des VfB Stuttgart selbst in der Kritik, weil er Mitgliederdaten weitergegeben haben soll, um über die Facebook-Seite des PR-Unternehmers Andreas Schlittenhardt „Fokus VfB“ Einfluss auf die Abstimmung über die Ausgliederung der Profi-Abteilung zunehmen. Schraft nannte diese Idee „glaubwürdiges Guerilla-Marketing“.

VfB Stuttgart: Mediendirektor Oliver Schraft im Zentrum der Vorwürfe

Der Mediendirektor war es auch, der rund 35.000 E-Mail-Adressen von VfB-Mitglieder an Schlittenhardts PR-Agentur versendet hatte, die Schraft offiziell nur zum Partner für Marketingfragen der Schwaben gemacht hatte. Inoffiziell ging die Zusammenarbeit bekanntlich weiter. Neben dem 53-Jährigen war auch Marketingleiter Uwe Fischer beteiligt, der Schraft zuarbeitete.

Das Onlineportal StN.de sieht aber auch die Ära des früheren VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich als Ursache, in der den Schwaben scheinbar jedes Mittel recht war, um die Ausgliederung durchzuboxen. Trifft den Ex-Präsidenten also eine Mitschuld? Kann es ohne das Wissen der oberen Etage überhaupt zu einem solchen Skandal kommen?

VfB Stuttgart: Massiver Image-Schade - Was wird aus Schraft?

Vermutlich nicht, Schraft ist demnach nicht alleinverantwortlich für den Datenskandal beim VfB Stuttgart. Neben der Rolle von Dietrich ist laut StN.de auch die Beteiligung des Verwaltungsvorstands Stefan Helm und des Marketing-Vorstands Jochen Röttergermann zu untersuchen.

Für den VfB Stuttgart bedeuteten die Vorwürfe einen immensen Image-Schaden, von den rechtlichen Folgen einmal abgesehen. Die Glaubwürdigkeit des Vereins hat schon jetzt massiv gelitten. Bereits jetzt ist klar: Der vom Kicker aufgedeckte Datenskandal wird ein Fall für die Datenschützer. Ein entsprechendes Verfahren wurde laut StN.de bereits eingeleitet. Beruflich dürfte der Skandal auch für Schraft - der inzwischen als Direktor Mitglied der Geschäftsführung ist - nicht ohne Folgen bleiben.

VfB Stuttgart: Erneuter Ärger - Wurden sensible Daten weitergegeben? 

Erstmeldung, 28. September: Knapp mehr als ein Jahr ist seit der abgebrochenen Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart vergangen . Bis heute streiten sich der Verein und die Technikfirma Votingtech wer Schuld an der WLAN-Panne hatte. Inzwischen ist der Fall vor einem Spezialgericht in Stuttgart gelandet. Doch dem VfB Stuttgart steht wieder Ärger in Haus.

Der Grund: Die Schwaben sollen im Vorfeld der Mitgliederversammlung 2017 Daten von Vereinsmitgliedern an Dritte weitergegeben haben. Das haben Recherchen des Kickers ergeben. Auf eben jener Versammlung wurde auch über die Ausgliederung der Profiabteilung abgestimmt, die in der Fan-Szene sehr umstritten war.

VfB Stuttgart: Zusammenarbeit mit PR-Agentur

Entsprechend wurde im Frühjahr 2016 mit der PR-Agentur des bekennenden VfB-Fans Andreas Schlittenhardt eine offizielle Kooperation geschlossen. Dieser verantwortete auch die Facebook-Seite „Fokus VfB“, die laut Kicker Teil einer „Art informeller Zusammenarbeit“ war.

Beim VfB Stuttgart erkannte man das Potenzial, das in der als unabhängig wahrgenommen Fanseite lag, wie Schlittenhardt im Podcast VFBSTR erklärte. Inzwischen will er sich dazu nicht mehr äußern. Daher sollte die Seite auf subtile Weise die Sichtweise der Schwaben vermitteln. Intern wurde in einer streng vertraulichen Präsentation eine Kampagne für „Glaubwürdiges Guerilla-Marketing - Fokus VfB“ entwickelt.

VfB Stuttgart: Mitglieder für Ausgliederung

Das Ziel waren 40.000 Fans und eine monatliche Reichweite der Seite von 300.000 Menschen. In der Präsentation heißt es: „Kurz vor der Mitgliederversammlung wird ‚Fokus VfB‘ eine Wahlempfehlung für die Ausgliederung aussprechen und zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung aufrufen.“

Mit Erfolg: 84,2 Prozent der Mitglieder entschieden sich für die Ausgliederung und der VfB Stuttgart verkaufte einen Teil der Anteile an Daimler. Doch dafür ging der Verein noch einen Schritt weiter. Wie der Kicker weiter berichtet, schickten Verantwortliche des VfB Stuttgart mehrfach E-Mails an Schlittenhard.

VfB Stuttgart: Verien verschickte E-Mails mit privaten Daten

Deren Inhalt: vertrauliche Mitgliederdaten wie Telefonnummern, Mail-Adressen sowie Informationen zur Teilnahme an vergangenen Mitgliederversammlungen. Der VfB Stuttgart wiederum argumentiert, dass Schlittenhardts Agentur diese Daten im Rahmen einer Auftragsverarbeitung als externer Dienstleister erhalten habe.

Zu den Aufgaben gehörten demnach „unter anderem die Konzeption und Aussteuerung von PR-Texten über soziale Medien, einschließlich der Erarbeitung von Zielgruppenvorschlägen.“ Dem Kicker liegen jedoch Unterlagen vor, die Zweifel an der Schilderung des Vereins aufkommen lassen. So hat der Verein gegenüber der Agentur selbst klare Zielgruppen definiert.

VfB Stuttgart: Datenschutzrechtliche Zweifel

Zudem ist es fraglich, ob beispielsweise ein Abgleich von Facebook-Nutzern - den der VfB Stuttgart in einer Mail erbeten hatte - datenschutzrechtlich möglich ist. „Aus meiner Sicht gibt es erhebliche Zweifel an der Rechtsgrundlage für die Übermittlung dieser Daten“, erklärte der Datenschutzexperten Stephan Schmidt dem Kicker.

Für den Fachanwalt aus Mainz ist das Vorgehen vor allem dann besonders problematisch, „wenn der Dienstleister die Daten für den ‚Abgleich‘ auch an Facebook übertragen hat.“ Denn in diesem Fall würden die Daten der Mitglieder des VfB Stuttgart in ein Drittland - in diesem Fall die USA - übermittelt. „Damit muss nun wirklich kein Mitglied rechnen, und es ist davon auszugehen, dass hier schutzwürdige Interessen der Mitglieder einer solchen Übermittlung entgegenstehen“, erklärt Schmidt.

Rubriklistenbild: © pixabay

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare