Vor Spiel bei Rekordmeister

Nagelsmann will bei den Bayern nicht mauern

+
Nagelsmann will auch bei den Bayern versuchen, zu gewinnen.

Zuzenhausen - Das Spiel der TSG Hoffenheim gegen Bayern München steht unter umgekehrten Vorzeichen als in der Hinrunde. Personell kann TSG-Trainer Nagelsmann aus dem Vollen schöpfen: 

Erst einen Punkt hat die TSG Hoffenheim in der Rückrunde gesammelt. Und am Samstag (27. Januar/15:30 Uhr) steht für die Kraichgauer in der Allianz Arena die Partie beim Rekordmeister FC Bayern München an, der seine letzten Bundesliga-Begegnungen gewinnen konnte. Mauern will Nagelsmann in München dennoch nicht.

Bayern gegen Hoffenheim, ein Spiel unter anderen Vorzeichen als noch beim sensationellen 2:0-Heimerfolg in der Hinrunde? Auf jeden Fall, findet TSG-Trainer Julian Nagelsmann, der als Coach noch nicht gegen den Rekordmeister verloren hat: „Damals waren nicht so viel Spiele gespielt und bei den Bayern war noch nicht so klar, wo die Reise hin geht. Wir sind durch zwei sehr gute Aktionen in Führung gegangen und haben das Spiel verdient gewonnen. Jetzt gibt es auf beiden Seiten eine andere Situation. Wir haben jetzt gerade keinen ‚Mega-Run‘, die Bayern hingegen schon.

Dennoch werde man nicht in die Allianz Arena fahren, „und schauen, dass man nicht verliert“, auch wenn man nach dem schmeichelhaften Unentschieden in Bremen und der klaren Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen erst einen Punkt auf dem Rückrundenkonto habe: „Ich glaube, das wäre der falsche Ansatz. Wir werden auch diesmal nicht nur darauf achten, möglichst wenig Tore zu kassieren. Der Plan ist schon darauf ausgelegt, in München zu gewinnen“, gibt sich Nagelsmann kämpferisch.

Alle an Bord – an der Effektivität mangelt es

Zumindest personell kann Nagelsmann wieder aus dem Vollen schöpfen. Kerem Demirbay hat seine Oberschenkelverletzung auskuriert und konnte unter der Woche ebenso wieder trainieren wie Kevin Akpoguma. Ob die beiden gegen Bayern schon wieder im Kader stehen werden, ließ der Trainer offen. 

Eine schlechtere Spielanlage, wie Kritiker sie in den letzten Wochen bei der TSG sehen, kann Nagelsmann indes nicht ausmachen. Genauso wenig verteidige man jetzt schlechter. Es mangele derzeit einfach am Torabschluss: „Wir haben in der Hinrunde eine größere Effektivität und letztendlich auch eine größere Effizienz an den Tag gelegt“, analysiert der Coach. Zudem müsse die TSG einfach wieder häufiger aufs Tor schießen. Das betreffe aber das ganze Team, nicht nur die Stürmer.

Heynckes als Ansporn

Am Samstag treffen mit Jupp Heynckes (72) und Nagelsmann (30) der älteste und der jüngste Bundesligatrainer aufeinander. 

Wenn man sich die Erfolge von Jupp Heynckes als Spieler und Trainer in In- und Ausland anschaut, spricht das für sich. Es ist immer ein Ansporn als junger Trainer in ähnliche Regionen vorstoßen zu können, ansatzweise so erfolgreich zu sein wie er“, gibt der Hoffe-Coach zu. Das sei aber „ein sehr, sehr weiter Weg, da er schon sehr viele Titel hat.

Bei seinen Ex-Spielern Niklas Süle, Sebastian Rudy und Sandro Wagner erkundige sich Nagelsmann hin und wieder über Ansprachen und Trainingsinhalte, verrät Nagelsmann. Im Sinne der eigenen Entwicklung als Trainer sei das aufschlussreich. Er entwickele sich gerne weiter, da seien die Eindrücke der ehemaligen Spieler hilfreich: „Da hat man immer einen guten Vergleich zwischen Trainingsansprache am Spieltag, Vorbereitung von einem Spiel, Trainingssteuerung, wie intensiv trainieren die – da bringt es mir nix, wenn ich Mats Hummels frage, der kennt ja meine Ansprachen nicht.

Dabei gehe es ihm aber nicht um Ausspitzelei eines Gegners, versichert Nagelsmann – das gebiete der Anstand: „Sandro habe ich das letzte Mal vor zweieinhalb Wochen kontaktiert. Das mache ich nicht direkt vor dem Spiel, sondern zu einem anderen Zeitpunkt. Es geht mir darum, mich zu entwickeln.

rmx

Kommentare