Nach Hopp-Äußerung

Wo spielen die ehemaligen TSG-Talente heute?

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Der ehemalige Hoffenheimer Pascal Groß stieg 2015 mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga auf und ist bei den „Schanzern“ eine feste Größe.

Zuzenhausen – Vom Bankdrücker in der Regionalliga bis hin zum Bundesliga-Stammspieler. Die Bandbreite der Vereine, bei denen ehemalige Talente der 1899-Akademie spielen, ist groß.

„Ich wünsche mir, dass wir das leben, wofür wir 2005 angetreten sind: In der Bundesliga bestehen, und zwar mit möglichst vielen eigenen Spielern, die wir in unserer Akademie entwickelt haben. Das hat sich bis jetzt leider nicht verwirklichen lassen“, hat Dietmar Hopp zuletzt öffentlich moniert. 

Ein Auslöser für diese Aussage ist sicherlich die Tatsache, dass beispielsweise der ehemalige TSG-Jugendspieler Jonas Hofmann inzwischen bei Borussia Dortmund spielt. 

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Doch wie haben sich weitere Talente aus der 1899-Akademie in den vergangenen Jahren entwickelt? Eine Übersicht:

Marco Terrazzino

Marco Terrazzino ist im Sommer 2007 vom VfL Neckarau in die Jugendabteilung der TSG Hoffenheim gewechselt. Bereits in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte 2008/09 hat der damalige Trainer Ralf Rangnick Terrazzino in den Profi-Kader berufen.

Nachdem ihm der Durchbruch in der ersten Mannschaft allerdings nicht gelungen ist, ist der gebürtige Mannheimer 2011 zum Karslruher SC gegangen. Nach einer weiteren Station beim SC Freiburg spielt Terazzino seit 2014 beim VfL Bochum. Dort ist der 24-Jährige Stammspieler und glänzt vor allem als Vorlagengeber.

Wo spielen die ehemaligen TSG-Talente heute?

Wo spielen die ehemaligen TSG-Talente heute?

Manuel Gulde

Genau wie Marco Terrazzino ist auch Manuel Gulde 2007 vom VfL Neckarau zu 1899 gewechselt. Der Innenverteidger lief für die Hoffenheimer insgesamt siebenmal in der Bundesliga auf, doch zwei schwere Verletzungen haben Gulde immer wieder zurückgeworfen.

2012 ging es für den Defensivspezialisten zum SC Paderborn, ehe er 2013 beim Karlsruher SC anheuerte, für den der 24-Jährige noch heute aktiv ist und in der Innenverteidigung gesetzt ist. In der Saison 2014/15 verpasste Gulde mit dem KSC den Bundesliga-Aufstieg erst in der Relegation gegen den HSV.

Pascal Groß

Pascal Groß ist der Denker und Lenker im Mittelfeld von Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt. Auch der 24-Jährige stammt aus der Talentschmiede des VfL Neckarau und ging 2007 nach Hoffenheim. 

Trotz guter Leistungen in der A-Junioren-Bundesliga hat es Groß nur auf fünf Bundesligaspiele für die Kraichgauer gebracht. Nach einer Station beim KSC ging der Mittelfeldakteur 2012 nach Ingolstadt. Mit sieben Toren und 23 Torvorlagen hat Pascal Groß einen großen Anteil am Bundesliga-Aufsteig der „Schanzer“ gehabt.

Philipp Klingmann

Der vierte Spieler im Bunde, der nach vielen Jahren in Hoffenheim sein Glück in Karlsruhe gesucht hat, ist Philipp Klingmann. Der Rechtsvertediger hat nach zwei guten Jahren allerdings seinen Stammplatz beim KSC verloren.

Auch deshalb ist der 27-Jährige zur Saison 2015/16 zum SV Sandhausen gewechselt und ist beim Überraschungsteam der zweiten Bundesliga einer der Leistungsträger. Obwohl Klingmann von 2007 bis 2012 erfolgreich in der Jugend und in der zweiten Mannschaft der TSG gespielt hat, hat es für keinen Einsatz in der ersten Mannschaft gereicht.

Vincenzo Grifo

Nachdem die TSG Hoffenheim Vincenzo Grifo zweimal ausgeliehen hat, ist der Mittelfeldspieler im Tausch mit Jonathan Schmid im Sommer 2015 zum SC Freiburg gewechselt.

Bei den Breisgauern hat der 22-Jährige bislang starke Leistung gezeigt und hat nach elf Spieltag bereits sechs Treffer erzielt und vier Tore vorbereitet. Besonders mit seinen gefährlichen Freistößen hat der Deutsch-Italiener zuletzt immer wieder für Furore gesorgt. 1899 besitzt für Grifo wohl ein Rückkaufsrecht.

Robin Neupert

Für Robin Neupert ist es nach seinem Abgang von der TSG nicht so gut gelaufen. 2014 ist der Innenverteidiger von Preußen Münster zum SV Waldhof Mannheim in die Regionalliga-Südwest gewechselt.

In seinem ersten Jahr beim Waldhof ist Neupert zwar noch Kapitän und Stammspieler gewesen, doch mittlerweile hat der 24-Jährige seinen Stammplatz bei den Mannheimern verloren und nimmt in der Regel auf der Bank Platz.

Dominik Kaiser

Für die TSG Hoffenheim hat Dominik Kaiser von 2011 bis 2012 insgesamt elf Bundesliga-Spiele absolviert. 2012 ist der Mittelfeldspieler dann zum damaligen Viertligisten RB Leipzig gewechselt.

Mittlerweile gehört Kaiser bei den Sachsen, die inzwischen in der zweiten Bundesliga um den Aufstieg kämpfen, zum Stammpersonal und trägt zudem die Kapitänsbinde.

Jonas Hofmann

Der wohl im Nachhinein schmerzlichste Abgang ist wie bereits erwähnt Jonas Hofmann, der 2011 ablösefrei vom Kraichgau zu Borussia Dortmund gewechselt ist.

„J

onas war mein Lieblings-Spieler in der Jugend. Manchmal bin ich nur wegen ihm zu Jugendspielen gefahren. Dass er nun woanders spielt, tut mir unendlich weh“

, hat

Dietmar Hopp

im Interview mit der „Bild“-Zeitung wehmütig zum Ausdruck gebracht. 

Der gebürtige Heidelberger ist beim BVB zum U21-Nationalspieler gereift und hat mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Unter dem neuen BVB-Coach Thomas Tuchel ist Hofmann zuletzt allerdings nur selten in der Startelf gestanden.

Nagelsmann soll Jugend einbinden

Wenn man die Entwicklung einiger Ex-Hoffenheimer betrachtet, entsteht unter dem Strich durchaus der Eindruck, dass die TSG bei einigen Talenten zu ungeduldig gewesen ist.

Laut Hopp will sich 1899 in nächster Zeit wieder auf das Ziel besinnen, für das die Kraichgauer einst angetreten sind - nämlich möglichst viele Eigengewächse im Profiteam zu integrieren. 

Da man mit dem erst 28-jähirgen Julian Nagelsmann ab Sommer 2016 bei den Profis einen Trainer aus der eigenen Akademie hat, scheint dieses Vorhaben in Zuzenhausen künftig wohl wieder mehr in den Fokus zu rücken. Dann auch hoffentlich mit etwas mehr Geduld.

nwo

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