1:2 trotz Rekord-Tor

TSG kassiert bittere Last-Minute-Pleite gegen Bayern

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Die engagierte Leistung der Hoffenheimer hat nicht gereicht.

Sinsheim – 1899 Hoffenheim bietet dem FC Bayern im ersten Heimspiel der neuen Saison einen großen Kampf, wird kurz vor dem Schlusspfiff vom Rekordmeister aber eiskalt bestraft.

Wenn man eine Defintion für einen perfekten Frühstart braucht, kann man sich künftig wohl am besten die Partie TSG Hoffenheim gegen FC Bayern München vom 22. August 2015 vergegenwärtigen.

TSG kassiert bittere Last-Minute-Pleite gegen Bayern

Blitztor beflügelt Hoffe, Müller staubt ab

Nach unglaublichen neun Sekunden (!) kann Kevin Volland eine Unsicherheit in der Abwehr des FC Bayern kaltschnäutzig ausnutzen und tunnelt Welttorhüter Manuel Neuer zum 1:0 für die TSG. Noch nie hat es in der Bundesliga ein schnelleres Tor gegeben.

Das frühe 1:0 spielt den Hoffenheimern zunächst in die Karten. Taktisch clever lässt die Gisdol-Elf die Gäste aus München kommen und lauert auf Konterchancen. Mit einer aggressiven, aber fairen Spielweise lassen die Kraichgauer dem Rekordmeister in der Offensive auch nur wenig Räume zum kombinieren. 

TSG-Keeper Oliver Baumann ist in der ersten halben Stunde praktisch arbeitslos. Erst in der 33. Minute muss Baumann einen Kopfball von Thomas Müller über die Latte lenken. 

Nachdem sich jedoch Bayern-Neuzugang Douglas Costa auf der rechten Seite gegen Pavel Kaderabek durchsetzen kann, kann der 1899-Torhüter dessen Schuss nur abklatschen und Thomas Müller (40.) staubt eiskalt zum Ausgleich ab. In der letzten Viertelstunde vor dem Pausenpfiff wird das Team von Trainer Pep Guardiola immer spielbestimmender.

Bayern drückend überlegen

Auch im zweiten Durchgang kann der Meister immer wieder für gefährliche Aktionen im TSG-Strafraum sorgen, verpasst es aber in Führung zu gehen. Die Lauf- und Einsatzbereitschaft bei 1899 bleibt aber nach wie vor hoch, doch offensiv fehlt oftmals die nötige Durchschlagskraft. 

Nach einer Stunde bringt TSG-Trainer Markus Gisdol Sebastian Rudy für Flügelflitzer Jonathan Schmid, um der Defensive zusätzliche Stabilität zu verleihen, doch die Bayern drängen weiter unermüdlich auf das 2:1. Arturo Vidal trifft mit einem satten Fernschuss in der 65. Minute nur die Latte. Pep Guardiola reagiert und bringt mit Robert Lewandowski einen weiteren Angreifer in die Partie. 

Polanski vergibt Führung, Bayern schlägt zu

Dann bekommen die Gastgeber nach 73. Minuten die große Chance den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Ein Freistoß von Sebastian Rudy wird von Jerome Boateng mit der Hand abgewehrt - Elfmeter! Kurios: Nachdem Boateng bereits den Freistoß verursacht hat, muss der Nationalspieler binnen weniger Sekunden mit Gelb-Rot vom Platz. Eugen Polanski übernimmt Verantwortung und tritt zum Strafstoß an. Doch der 29-Jährige trifft nur den Pfosten und vergibt somit die große Chance auf die Führung. 

Die Partie wird nun immer hitziger und ist geprägt von vielen Emotionen. Auch neben dem Platz sind die Emotionen bei den Trainergespannen kaum zu bremsen.

In der 90. Minute schlagen dann die Münchener erbarmungslos zu und sichern sich durch das Tor von Robert Lewandowski den 2:1-Sieg in allerletzter Minute.

Stimmen zum Spiel

Bayern-Trainer Pep Guardiola:

„Wir haben uns in den letzten Jahren in Hoffenheim immer schwer getan. Ich bin deshalb zufrieden mit dem Sieg und der Leistung meiner Mannschaft. Die letzten Minuten waren dann einfach verrückt.“

TSG-Trainer Markus Gisdol:

„Es fällt jetzt schwer die richtigen Worte zu finden. Wir sind alle enttäuscht. Mit einem Quäntchen Glück holen wir mindestens einen Punkt. Ich muss meiner Mannschaft heute ein Riesenkompliment machen, denn sie hat das Maximale, was zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist, rausgeholt. Das Ergebnis tut jetzt sehr weh, doch wir werden aus diesem Spiel in ein paar Tagen viel Kraft schöpfen können.“

Niklas Süle:

„Wir haben heute über weite Strecken dagegengehalten und waren so nah dran wie noch nie gegen die Bayern was zu holen. Wir sind jetzt natürlich enttäuscht, können aber auf dieser Leistung in den nächsten Wochen aufbauen.“

Eugen Polanski:

„Den verschossenen Elfmeter nehme ich natürlich auf meine Kappe. Wir hatten heute hier die Chance zu gewinnen. Ich werde der Mannschaft einen ausgeben müssen.“

nwo

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