Aussprache mit SPD-Gesundheitsexperte

Hansi Flick und Karl Lauterbach legen Streit bei: „War ein spannendes Gespräch“

München - Nachdem Hansi Flick die Corona-Politik und die „sogenannten Experten“ scharf kritisiert hat, hat sich der Bayern-Trainer mit Karl Lauterbach ausgesprochen.

Update vom 18. Februar: Bayern-Trainer Hansi Flick und Karl Lauterbach haben ihren öffentlich ausgetragenen Streit über die aktuelle Corona-Politik beigelegt. Das bestätigt Lauterbach via Twitter. Demnach haben sich Flick und der SPD-Politiker in einem Telefonat ausgesprochen.

NameHansi Flick
Geburtsdatum24. Februar 1965 (Alter 55 Jahre)
GeburtsortHeidelberg
Aktueller VereinFC Bayern München

Hansi Flick und Karl Lauterbach legen Streit bei

Habe gerade mit Hansi Flick eine Halbzeit lang über Lage des Profifussballs in Zeiten von Corona gesprochen. Es war für mich ein spannendes und konstruktives Gespräch mit gegenseitiger Wertschätzung. Jeder Streit ist beigelegt“, so Lauterbach. „Unterschiede in der Meinung kann es immer geben. Entscheidend ist aber: in der Bewältigung der Corona Krise zählt Teamgeist. Den habe ich im Gespräch durchaus wahrgenommen.

Hansi Flick und Karl Lauterbach diskutieren über Corona-Politik

Update vom 17. Februar: Karl Lauterbach und Bayern-Trainer Hansi Flick wollen sich über die aktuelle Corona-Politik austauschen. Der SPD-Gesundheitsexperte will das Gesprächsangebot von Hansi Flick, der zuvor öffentlich Kritik an Lauterbach und den „sogenannten Experten“ geäußert hat, annehmen.

Hansi Flick ist beim FC Bayern München seit über einem Jahr im Amt.

Sehr gerne spreche ich mit Hansi Flick“, schreibt Lauterbach auf Twitter. „Ich freue mich darüber. Da Hansi Flick mir das Angebot über die Öffentlichkeit gemacht hat, antworte ich auch öffentlich“, sagt der Politiker dem „Spiegel“.

Hansi Flick will sich mit Karl Lauterbach austauschen

Update vom 16. Februar: Hansi Flick hat seine emotionalen Aussagen über die Corona-Politik noch einmal begründet und zugleich dem von ihm kritisierten SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein Gespräch angeboten. Es sei vielleicht gut, wenn er mal „unter vier Augen“ mit Lauterbach rede, „nicht in einer Talkshow“, sagt der Trainer des FC Bayern am Montagabend nach dem 3:3 des frisch gebackenen Klub-Weltmeisters gegen Arminia Bielefeld.

Bayern-Trainer Hansi Flick bietet Karl Lauterbach Gespräch an

Flick hat sich am Sonntag gegen Kritik an der Reise des deutschen Rekordmeisters zur Klub-WM nach Katar und der Sonderrolle des Fußballs in der Corona-Pandemie gewehrt und dabei speziell Lauterbach als „sogenannten Experten“ kritisiert. „Ich bin keiner, der einen Menschen, den er nicht kennt, in so ein Licht stellen möchte“, sagt der 55-Jährige einen Tag später.

Bayern-Trainer Hansi Flick will sich mit Karl Lauterbach aussprechen.

Er habe „nicht erwartet“, dass seine Aussagen öffentlich „solche Wellen schlagen“ würden, erklärt Flick. Er habe vielleicht ungewöhnlich emotional auf eine Frage geantwortet, und das nicht nur als Trainer, sondern als Mensch, der selbst zwei Enkelkinder hat und auch lange Unternehmer im Einzelhandel gewesen ist.

Hansi Flick von Reaktionen nach Kritik an Karl Lauterbach überrascht

Corona sei für die Bevölkerung eine große Herausforderung und Belastung. „Es nagt an uns allen, da wird man ein bisschen müde. Viele Menschen leiden unter der Pandemie. Wir können nur gemeinsam aus der Sache herauskommen“, sagt Flick am Montagabend.

Er wisse auch, dass der Profifußball in der aktuellen Situation privilegiert sei. Man halte sich aber auch „sehr gewissenhaft“ an die Vorgaben.

Hansi Flick wehrt sich gegen Karl Lauterbach - Bayern-Trainer redet sich in Rage

Erstmeldung: Wenige Tage nach dem Gewinn der Klub-WM in Katar ist der FC Bayern München um Trainer Hansi Flick wieder an der Säbener Straße angekommen, um sich auf das nächste Bundesliga-Spiel gegen Bielefeld vorzubereiten. Die Katar-Reise in Zeiten der Corona-Pandemie hat für viel Kritik und Diskussionen gesorgt. Zumal sich mit Thomas Müller ein Spieler mit dem Coronavirus angesteckt hat. „Den Bürgern raten wir zu Recht von jeder unnötigen Reise ins Ausland ab, und der internationale Fußball setzt sich über diese Regeln einfach hinweg“, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegenüber Sport1. Auf der Pressekonferenz am Sonntag bezieht Hansi Flick zu dieser Kritik Stellung.

Dabei wählt der gebürtige Heidelberger einen für ihn ungewohnt scharfen Ton. „Der Herr Lauterbach hat zu irgendwas immer einen Kommentar abzugeben“, sagt der Bayern-Trainer und macht dann seinem Ärger so richtig Luft. „Die Reise nach Katar ist unser Job, unser Business. Das ist eine Sache, die wir machen müssen.“

Hansi Flick kritisiert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. (Fotomontage)

So langsam kann man die ganzen Experten nicht mehr hören. Ich finde die sogenannten Experten und die Politik sollten sich zusammensetzen und wirklich mal eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann auch mal Licht im Tunnel sieht. Das ist aktuell zu wenig - gerade für die Bürger, die nicht in der Situation sind wie wir Fußballer und Sportler allgemein“, fordert Flick von der Politik, „mal was Positives“ zu verkünden.

Hansi Flick kritisiert Corona-Politik - Karl Lauterbach reagiert auf Twitter

Der 55-Jährige hat das Gefühl, dass viele Politiker versuchen, aus der Situation Profit zu schlagen, um bei der nächsten Wahl mehr Stimmen zu erhalten. „Das ist weit an dem Thema vorbei, welche Aufgabe sie aktuell haben in der Politik: Wirklich gemeinsam daran zu arbeiten, dass es irgendwann mal wieder zur Normalität kommt“, betont der frühere Hoffenheimer Flick. Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt er in Schutz. Der Bayern-Trainer findet die Kritik an der CDU-Politikerin „schon ganz krass“. „Man muss ein Miteinander finden, um den Menschen Zuversicht zu geben - das ist aktuell nicht der Fall.

Die Antwort von Karl Lauterbach lässt nicht lange auf sich warten. „Sogenannte Experten“ äussern sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bitten. Wenn Hansi Flick anderer Meinung ist, soll er einfach seine Argumente bringen. Dafür muss er nicht Experte sein. Auch andere Argumente zählen. Aber als Amateur Sportler sage ich: nicht unfair sein!“, schreibt Lauterbach auf Twitter. (nwo)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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