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Sandhausen-Sportchef Kabaca äußert sich zur Fan-Kritik: „Tut natürlich weh“

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Von: Nils Wollenschläger

Eines von mehreren Plakaten der Sandhausen-Anhänger.
Eines von mehreren Plakaten der Sandhausen-Anhänger. © Uwe Anspach/dpa

Vor gut einem Monat haben die Fans des SV Sandhausen deutliche Kritik an der Vereinsführung geäußert. Diese ist nicht spurlos an Sportchef Mikayil Kabaca vorbeigegangen:

Update vom 9. September: Die Kritik der Fans des SV Sandhausen an der Vereinsführung ist nicht spurlos an Mikayil Kabaca vorbeigegangen. „Das tut natürlich weh. Gerade, wenn man auch mit Herzblut hier arbeitet und wirklich die komplette Sommerphase hier verbringt“, sagt der Sportchef. „.Es wäre schlimm, wenn es an uns vorbeigehen würde.“

Sandhausen-Sportchef Kabaca äußert sich zur Fan-Kritik: „Tut natürlich weh“

Beim Heimspiel vor gut einem Monat gegen den Karlsruher SC haben die Anhänger ihrem Unmut mit zahlreichen Plakaten auf der Tribüne sowie mit einem offenen Brief im Internet Luft gemacht. Mittlerweile haben sich beide Parteien zusammengesetzt und die Streitigkeiten beigelegt. „Wir haben relativ schnell einen Weg gefunden, um mit den Fans in Kommunikation zu treten und sind noch immer im Dialog. Ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Kabaca abschließend.

Nach Banner-Kritik: SV Sandhausen und Fans geben gemeinsame Erklärung ab

Update vom 25. August: Nachdem die Fans des SV Sandhausen beim letzten Heimspiel gegen den Karlsruher SC die Vereinsführung um Präsident Jürgen Machmeier, Sportchef Mikayil Kabaca und Geschäftsführer Volker Piegsa mit zahlreichen Bannern sowie in einem offenem Brief im Internet scharf kritisiert hat, haben sich nun beide Parteien in zwei Gesprächsrunden zusammengesetzt.

Wie die Kurpfälzer am Mittwoch mitgeteilt haben, wurden „in einem von beiden Seiten konstruktiven und respektvollen Meinungsaustausch Sachverhalte aufgeklärt, Missverständnisse ausgeräumt und ein gegenseitiges Verständnis entwickelt.“ Künftig soll eine „veränderte Dialogstruktur“ herausgearbeitet und in den kommenden Wochen und Monaten gemeinschaftlich umgesetzt werden, um „die Kommunikation zwischen Verein und Fans zu intensivieren und auf eine neue Ebene zu bringen.“

SV Sandhausen: So reagiert der Verein auf die scharfe Fan-Kritik

Update vom 20. August: Die Fans des SV Sandhausen haben ihren Ärger über die Vereinsführung in den vergangenen Tagen Luft gemacht. Vor dem Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue hat sich nun der Verein zu der Thematik geäußert. „Wir nehmen die geäußerte Kritik ernst, auch wenn uns die Art und Weise sowohl bei der Darstellung als auch von der Wortwahl überrascht hat und nicht zum Miteinander beim SV Sandhausen passt“, leitet Pressesprecher Markus Beer das Vereinsstatement am Freitag ein.

SV Sandhausen reagiert auf Fan-Vorwürfe - Austausch am Dienstag

Demnach sind die Verantwortlichen bereits in den Dialog mit den Fans getreten. Am Dienstag (24. August) soll zudem ein Treffen mit dem erweiterten Kreis der Fanclubs stattfinden. In Abstimmung mit den Anhängern wollen die Verantwortlichen im Anschluss daran entschieden, ob ein öffentliches Statement folgt oder ob der Austausch intern bleibt.

Wir haben andere Sorgen als uns mit solchen Themen zu beschäftigen. Wir konzentrieren uns nur auf das Sportliche. Das war in den letzten Wochen nicht das Gelbe vom Ei“, sagt Sandhausen-Trainer Stefan Kulovits auf Nachfrage von HEIDELBERG24, ob die Fan-Kritik ein Thema in der Mannschaft ist. „Der Verein hat das jetzt sehr gut gelöst.“ Zum Spiel nach Aue wird ein Fanbus fahren, der vom Verein bezahlt worden ist. Zudem haben die Spieler die Kosten für die Tickets übernommen.

SV Sandhausen: Fans erneuern Kritik an Vereinsführung

Erstmeldung vom 19. August: Beim SV Sandhausen ist die Stimmung zwischen Fans und Vereinsführung so angespannt wie schon lange nicht mehr. Beim Heimspiel des SVS gegen den Karlsruher SC haben die Anhänger mehrere Plakate hochgehalten, auf denen Präsident Jürgen Machmeier, der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca und Geschäftsführer Volker Piegesa kritisiert werden. Die sportliche Leistung des SVS ist dabei nicht der Auslöser. Den Fans geht es vielmehr um die Art und Weise, wie beispielsweise Rekordspieler Denis Linsmayer den Klub verlassen hat. „Kabaca und Machmeier: Ihr verspielt die Identität unseres Vereins!“, heißt es auf einem Plakat. Bezüglich Piegsa kritisieren die Fans die „heftige Fluktuation“ auf der Geschäftsstelle des Zweitligisten.

SV Sandhausen: Präsident Jürgen Machmeier äußert sich zur Fan-Kritik

Präsident Jürgen Machmeier hat sich gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung verärgert über die geäußerte Kritik gezeigt. „Ich kann mit Kritik leben und umgehen. Die Art und Weise und die Wortwahl aber entspricht nicht dem Niveau beim SV Sandhausen. Kritik an der Sportlichen Leitung kann nur der üben, der sich in den letzten zwei, drei Monaten mit dem SVS beschäftigt hat“, so Machmeier. „Denis war jahrelang die Identifikationsfigur. Seit zwei Jahren ist das Dennis Diekmeier. Linsmayer hat in den letzten beiden Runden bei insgesamt drei Trainern – darunter sein Kumpel Stefan Kulovits – keine Rolle mehr gespielt. Er war bei uns der absolute Spitzenverdiener. Durch seinen Weggang haben wir mehrere hunderttausend Euro eingespart, was derzeit dringend notwendig ist“, sagt er zur Causa Linsmayer.

SV Sandhausen: Nächste Runde im Fan-Streit - „Szene 1916“ veröffentlicht Facebook-Statement

Am Mittwochabend haben sich nun mehrere Fangruppierungen ausführlich zu der aktuellen Situation geäußert. Via Facebook veröffentlicht die „Szene 1916“ ein Statement, das insgesamt von zwölf SVS-Fangruppen unterzeichnet worden ist. Darin monieren die SVS-Anhänger den „Umgang mit Fans, Mitgliedern und Mitarbeitern des SV Sandhausen sowie um die verkrusteten (Macht-)strukturen in der Führungsriege“.

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass unser Sportverein ohne das Engagement von Jürgen Machmeier niemals dort stehen würde, wo er aktuell ist. Dies ist allerdings keine Legitimation zur Narrenfreiheit für unseren Präsidenten. Herr Machmeier sollte erkennen, dass nicht er alleine der Verein ist, sondern ebenso alle Fans und Mitglieder“, lautet die Kritik an den SVS-Präsidenten.

SV Sandhausen: Fans kritisieren Machmeier, Piegsa und Kabaca

Auch Volker Piegsa muss sich laut einige Aspekte ankreiden lassen. „So ist es kein Wunder, dass wir von Ex-MitarbeiterInnen erfahren, die nach wenigen Wochen wieder kündigen, ohne einen neuen Job zu haben. Von Ex-MitarbeiterInnen, die dem Druck von oben nicht standhalten konnten. Von Ex-MitarbeiterInnen, die angeschrien wurden, weil sie auch mal Contra gaben. Von Ex-MitarbeiterInnen, die nicht ein einziges gutes Wort über Herrn Piegsa verlieren können“, schreibt die „Szene 1916“, die dabei von „katastrophalen Arbeitsbedingungen“ spricht und auf ein Interview von Ex-U23-Trainer Frank Löning verweist. Der Ex-Spieler spricht demnach von „Mobbing im Verein von geschäftsführender Position“. Im Umkehrschluss fordern die Fans ein Kontrollorgan: „Wir fragen uns: Bekommt Herr Machmeier das alles nicht mit oder verschließt er seine Augen bewusst?

SV Sandhausen: Abgang von Denis Linsmayer hinterlässt Spuren

Auch auf die Kritik an Mikayil Kabaca gehen die Fans in der Folge ein. „Mehr als nur die Spitze des Eisberges und gleichzeitig der Tiefpunkt war dann schließlich der Umgang mit Denis Linsmayer“, heißt es in dem Statement.

Wir durften Denis als sehr freundlichen, loyalen und bodenständigen Mann kennenlernen. Als eine Persönlichkeit, die den Fans stets auf Augenhöhe begegnete und schnell einen freundschaftlichen Kontakt zu ihnen aufbauen konnte. Als Spieler, der in acht Jahren immer alles für den Verein gab und gemeinsam mit seiner Familie durchaus wahrscheinlich seine Karriere in Sandhausen beendet hätte. Der Dank hierfür war ein Zeitungsartikel, in dem “unser“ sportlicher Leiter Denis als einen von vier Spielern nannte, die den Verein verlassen sollen - eine Vorgehensweise, die an Frechheit und Undankbarkeit kaum zu überbieten ist.“

SV Sandhausen: Das fordern die Fans von der Vereinsführung

Abschließend fordern die Fans die Vereinsführung auf, die Proteste ernst zu nehmen: „Unsere Kritik beabsichtigt nicht, dem Verein zu schaden, sondern ihn zu unterstützen. Sie entsprang und entspringt aus Liebe zu unserem Verein und der Hoffnung, extrem falsche Entwicklungen stoppen zu können. Wir werden die Kritik deshalb nicht abreißen lassen, ehe es entweder zu einem Umdenken oder zu personellen Änderungen in der Vereinsführung kommt. Zurück zu einer familiären Vereinsidentität, die auf positiven Werten und Zusammenhalt basiert!“ (nwo)

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