SVS-Außenverteidiger im Interview

Philipp Klingmann: „Darauf können wir aufbauen“

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Neuzugang Philipp Klingmann hat sich beim SV Sandhausen einen Stammplatz erspielt.

Sandhausen – Wir haben mit SVS-Verteidiger Philipp Klingmann über seinen Start in Sandhausen, Heimatverbundenheit und die Gründe für die Erfolgsserie des SV Sandhausen gesprochen.

Philipp Klingmann spielt seit dieser Saison am Hardtwald. Im Team von Alois Schwartz hat sich der gebürtige Heidelberger auf Anhieb einen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite erkämpft und hat in den ersten Saisonspielen mit starken Leistungen überzeugt. Kurz vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg hat HEIDELBERG24 den 27-Jährigen zum Interview getroffen.

Herr Klingmann, vier Spiele, drei Siege, ein Unentschieden. Hätten Sie vor ein paar Wochen mit so einem Start bei Ihrem neuen Verein gerechnet?

Erwartet habe ich so einen Start nicht, aber man hat natürlich gehofft, dass man so gut wie möglich in die Saison kommt. Es ist jetzt natürlich klasse, wie die ersten Spiele für uns gelaufen sind. Darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen.

Wo liegt denn das Geheimnis des Aufschwungs? Ist es von Vorteil, dass der SV Sandhausen von vielen Mannschaften noch immer unterschätzt wird?

Das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Viele gehen davon aus, dass Sandhausen die vermeintlich schwächste Mannschaft ist, gegen die man gewinnen muss. Das spielt uns dann natürlich in die Karten. Wir versuchen über die Kompaktheit unser Spiel durchzubringen und den Gegner zu überraschen.

Auffällig sind vor allem die starken Auftritte in der Fremde. Liegt das der Mannschaft einfach, wenn der Gegner das Spiel machen muss?

Ja, absolut! Das kommt uns einfach entgegen. Das wird uns auch in den nächsten Spielen in Freiburg oder gegen Bochum, die Favoriten um den Aufstieg sind, entgegenkommen.

Kommt die Länderspielpause nach dem Freiburg-Spiel jetzt vielleicht auch ganz recht, um den ganzen Trubel der letzten Wochen mal sacken zu lassen?

Definitiv! Das tut dann einfach auch mal gut ein Wochenende spielfrei zu haben, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Für die Nationalspieler ist es natürlich eine zusätzliche Belastung, aber für diejenigen, die hier bleiben, ist es eine willkommene Abwechslung.

Gegen Heidenheim hat sich die Mannschaft lange Zeit schwer getan, am Ende hat es trotzdem für einen Punkt gereicht. Hatte der Ausfall von Aziz Bouhaddouz Auswirkungen auf das Offensivspiel?

Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ranisav Jovanovic ist ein ähnlicher Spielertyp, der viel Erfahrung hat. Wir haben ihn vorne einfach zu oft alleine gelassen. Die ganze Mannschaft hat nicht die Form der letzten Wochen gezeigt. Es war letztlich nicht unser Tag und wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden.

Sie schalten sich als Rechtsverteidiger sehr oft ins Offensivspiel mit ein. Ist das die Spielweise, für die Sie auch stehen möchten?

Auf jeden Fall! Ich versuche zuerst hinten dicht zu machen, um dann aber auch viele Angriff mit einzuleiten und Torchancen zu kreieren.

Spielt es dann eine Rolle, ob Andrew Wooten, Robert Zillner oder Jakub Kosecki vor Ihnen auf der Außenbahn spielt?

Nein, das ist nicht so wichtig! Man stellt sich eh immer schnell auf die Mitspieler ein und dann spielt es keine Rolle, wer vor einem spielt. Unsere Stärke ist es auch, dass wir aufgrund der vielen Seitenwechsel, die während eines Spiels stattfinden, nicht so ausrechenbar für den Gegner sind.

Sie sind im Sommer vom KSC nach Sandhausen gekommen. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für Ihren Wechsel?

Im Vordergrund stand vor allem wieder mehr Spielpraxis zu erhalten. Das letzte Jahr beim KSC war hart. Nach meiner Verletzung war ich oft auf der Bank oder auch gar nicht im Kader. Da war es mir jetzt ein Anliegen wieder mehr Spielpraxis zu bekommen. Ich habe gegen Ende der letzten Saison schon erste gute Gespräche mit Otmar Schork gehabt. Der Verein hat mich einfach überzeugt, dass sie mich unbedingt wollen. Nach zwei, drei Treffen war die Entscheidung für den SV Sandhausen dann auch schon klar.

Sie sind gebürtiger Heidelberger und haben bislang fast ausschließlich für Vereine aus der Region gespielt. Warum hat es Sie noch nie woanders hin verschlagen?

Es hat sich irgendwie einfach immer so ergeben. Es war jetzt nie im Vordergrund gestanden, hier in der Region zu bleiben. Letztlich hat bei den Angeboten aber immer die Perspektive gestimmt, sodass es insgesamt ein cooler Nebeneffekt war so nah an der Heimat zu sein.

Wie haben Sie sich denn nach der Rückkehr in Heidelberg eingelebt?

Bestens! Während meines BWL-Studiums, das ich zu meiner Hoffenheimer Zeit gemacht habe, habe ich Heidelberg schon gut kennengelernt, sodass der Umzug von Karlsruhe nach Heidelberg für mich jetzt keine große Umstellung war.

Sie haben viele Jahre lang für die TSG Hoffenheim II gespielt, den Sprung in die erste Mannschaft allerdings nicht geschafft. Wie betrachten Sie ihre Zeit in Hoffenheim im Nachhinein und gibt es noch Kontakte zur TSG?

Ich hatte in Hoffenheim eine super Zeit. Schließlich war ich dort von der C-Jugend an und habe dort das Fußballspielen unter professionellen Bedingungen richtig erlernt. Ich habe viele Sachen mitgenommen, auch wenn es letztlich leider nicht für die erste Mannschaft gereicht hat. Kontakt habe ich noch zu Otmar Rösch, der mein ehemaliger Co-Trainer war und der mittlerweile bei der ersten Mannschaft Reha-Trainer ist. Zu Kai Herdling habe ich ab und zu noch Kontakt und Tobias Strobl habe ich letztens zufällig auf der Neckarwiese beim Grillen getroffen.

Gibt es auch noch Verbindungen zu ihrem Heimatverein Germania Mönchzell?

Wenn ich zu Hause bin, trifft man natürlich auf der Straße immer wieder Leute, mit denen man dann erzählt. Mönchzell ist ja ein relativ kleines Dorf, in dem einen viele Leute kennen und auch dementsprechend ansprechen.

Sie haben bislang noch kein Bundesliga-Spiel absolviert. Ist das Ziel Bundesliga dennoch immer im Hinterkopf?

Klar habe ich in meiner Karriere schon immer das Ziel gehabt Bundesligaspieler zu werden, aber es hat bis jetzt leider noch nicht funktioniert. Man gibt die Hoffnung natürlich nicht auf, aber im Moment zählt für mich nur die Saison mit dem SV Sandhausen.

Was erwarten Sie am Freitag in Freiburg für ein Spiel?

Ich hoffe natürlich, dass wir etwas mitnehmen können, am besten natürlich drei Punkte. Freiburg muss voll auf Sieg spielen und wir werden versuchen ihnen das Leben so schwierig wie möglich zu machen. Wir wollen mit unseren Kontern Nadelstiche setzen und das ein oder andere Tor machen.

>>> SVS will Trend beim SC Freiburg fortsetzen

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nwo

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