Stimmen zum Spiel 

Tiefschlag im Baden-Württemberg-Derby! Wie geht's weiter SVS? 

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SV Sandhausen - 1. FC Heidenheim

Sandhausen – Der SV Sandhausen kann im Abstiegskampf erneut nicht punkten und verliert das Baden-Württemberg-Derby gegen die Gäste aus Heidenheim. Die Stimmen zum 1:2 Tiefschlag:

Die Gemütslage der Sandhäuser Fußballseele gleicht nach dem Schlusspfiff dem nasskalten Wetter. Man wird das Gefühl nicht los, dass die 1:2 Niederlage gegen den Angstgegner aus Ost-Württemberg zu vermeiden gewesen wäre und man an diesem Nachmittag mehr verloren hat als die nötigen Punkte. Einzig das schlechte Abschneiden der Konkurrenten im Tabellenkeller lässt den Abstand zum rettenden Ufer nicht weiter anwachsen. Entsprechend schwanken die Reaktionen von Spielern und Verantwortlichen zwischen Durchhalteparolen und offensichtlicher Niedergeschlagenheit. 

Traumtor aus knapp 20 Metern 

Anfangs läuft für die Schwarz-Weißen alles nach Maß. In der achten Minute landet Schuhens Abschlag über Vollmanns Direktpass bei Phillip Förster (8.). Dieser fasst sich ein Herz und zieht aus knapp 20 Meter ab - Volltreffer! Der Ball fliegt über den Torwart und touchiert die Unterlatte bevor das Netzt kräftig wackelt. „Ich habe gesehen der Torhüter ist draußen, bin volles Risiko gegangen und habe den Ball perfekt getroffen“, stellt Philipp Förster nüchtern fest - denn die Umstände lassen keine Euphorie zu. Der SVS-Spielmacher ist sichtlich geknickt und hadert mit dem Spielverlauf: „Mir fehlen die Worte, wenn ich sehe wie viel Aufwand wir betreiben, wie oft wir vor das Tor kommen, aber den Ball einfach nicht über die Linie kriegen. Und das ist einfach nur traurig“ 

„Wir brauchen Eier!“ 

Bis zum Ausgleich kommt auch Heidenheim zu Chancen, aber die Kurpfälzer dominieren eindeutig das Spielgeschehen. Außerdem verpasst Torschütze Förster nach einer halben Stunde - aus aussichtsreicher Position - auf 2:0 zu erhöhen. Die Spieler müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie kurz vor der Halbzeit das Heft aus der Hand geben und die Elf aus dem Schwabenland durch Passivität wieder aufbauen. Der isländische Nationalspieler Rurik Gislason hat hierzu, in Oliver-Kahn-Manier, die passende Antwort: Wenn wir in einer solchen Position sind, müssen wir einfach Eier haben und unser Tor um jeden Preis verteidigen!“. Auch Gislason bleibt vom Verletzungspech nicht verschont. Rückenbeschwerden, die den Flügelflitzer bereits vor der Partie geplagt haben, zwingen ihn in die Knie und somit muss der 30-Jährige mit Schmerzen vorzeitig (53.) ausgewechselt werden. „Im Spiel wurde es dann immer schlimmer und ich konnte nicht mehr sprinten“. Einsatz nächste Woche - ungewiss! 

Torwart Schuhen sieht beim Ausgleichstreffer alt aus

Völlig überraschend steht Marcel Schuhen für Niklas Lomb in der Startformation zwischen den Pfosten. Trainer Uwe Koschinat begründet diesen Schritt damit, dass er einem temperamentvollen und lautstarken Torhüter, der seine Vorderleute einpeitscht, den Vortritt überlassen wolle. Inhaltlich habe sich Lomb nichts zu Schulden kommen lassen. Der Torwart nutzt seine Chance aber nicht und sieht beim Ausgleichstreffer mehr als unglücklich aus.

Gleichsam wie bei seinem letzten Auftritt am zweiten Spieltag gegen den HSV patzt der Torhüter erneut. Feiks Distanzschuss (39.), wird zwar von Klingmann abgefälscht, ist aber durchaus haltbar. Damit stellt sich wieder einmal die Torwart-Frage, doch Koschinat hält wenig von ständigen Wechseln und gibt Schuhen bis zur Winterpause eine Stammplatzgarantie. Bis zur Winterpause? Eine gut gemeinte Geste, die dem gescholtenen Torwart den Rücken stärken soll. Es ist jedoch nur ein Bewährungsaufschub - ein klares Bekenntnis sieht anders aus!   

Der Treffer zum 1:2-Rückstand fällt unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Der quirlige Denis Thomalla (45.+1) zieht dynamisch in den Strafraum und kann völlig unbedrängt den Ball - nach einer Ecke (!) - ins Tor schießen. Nach dem Seitenwechsel verwalten die Heidenheimer ihren Vorsprung effizient und verhindern zwingende Torgelegenheiten der Hausherren. Damit ist das Schicksal der Kurpfälzer besiegelt. 

Schlampiges Defensivverhalten beim SVS

Der SVS-Coach will die Niederlage weder am Torwart noch an den Verteidigern festmachen. Vielmehr nimmt er die ganze Mannschaft in die Pflicht und kritisiert das kollektive Defensivverhalten seiner Spieler: „Wir haben den Angreifern der Heidenheimer zu viele Möglichkeiten gegeben, einfach verteidigende Bälle festzumachen und abzulegen und wir haben im Zentrum sichere Bälle nicht entscheidend geklärt.“ Nichtsdestotrotz ist es kein Geheimnis, dass die beiden Leistungsträger in der Innenverteidigung langfristig nicht zur Verfügung stehen. Ob der SVS in der Winterpause auf dieser Position reagieren wird, lässt Sandhausens Geschäftsführer Sport Otmar Schork offen. Der Manager kündigt an, dass man die weiteren Spiele erst einmal abwarten muss, um dann in der Pause zu analysieren, wo der Schuh drückt.

Abschließend kann man nicht genug betonen, wie wichtig ein Dreier beim kommenden Kellerduell auf der Alm ist. Nächsten Sonntag gastiert der SVS bei der Arminia aus Bielefeld (9. Dezember/13:30 Uhr). Dieses Mal ist das Prädikat „Abstiegs-Todesspiel“ durchaus angebracht.

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esk 

 

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