Aufregung nach dem Braunschweig-Spiel

Schork: „Das Fairplay wurde mit Füßen getreten"

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Aziz Bouhaddouz beschwert sich beim Schiedsrichter Benjamin Cortus.

Sandhausen – Selten zuvor hat man die Verantwortlichen des SV Sandhausen derart in Rage erlebt wie am Freitagabend. Der Grund für die Aufregung: Die 78. Minute gegen Braunschweig!

Die Partie hat der SV Sandhausen mit 0:2 gegen Eintracht Braunschweig verloren. Diskutiert wird nach den 90 Minuten aber fast nur über die Situation unmittelbar vor dem zweiten Gegentor der Badener.

Auslöser ist ein Zweikampf zwischen Aziz Bouhaddouz und Braunschweigs Verteidiger Joseph Baffo. Der SVS-Angreifer geht zu Boden und hält sich den Kopf. Doch anstatt den Ball ins Aus zu spielen, nutzt die Eintracht die Situation aus und erzielt per Konter das entscheidende 0:2. 

In der Erwartung, dass der Ball seitens der Niedersachsen ins Aus gespielt wird, haben die Sandhäuser nicht mehr auf den Spielzug reagiert.

Schork diskutiert mit Eintracht-Manager

Trotz heftiger Proteste in Richtung Schiedsrichter Benjamin Cortus wird der Treffer gegeben. Auch Minuten nach dem Schlusspfiff erhitzt die spielentscheidende Situation die Gemüter.

„Das Fairplay wurde heute mit Füßen getreten. Das ist ein erbärmlicher Sieg für Eintracht Braunschweig. Fairness sieht anders aus!“, ärgert sich SVS-Geschäftsführer Otmar Schork maßlos über die Szene. Die Wut ist dem 58-Jährigen auch noch nach der Pressekonferenz deutlich anzumerken, als er mit Braunschweig-Manager Marc Arnold intensiv über die 78. Minute diskutiert.

Die Fotos vom 0:2 gegen Braunschweig

Auch SVS-Präsident Jürgen Machmeier redet sich nach dem Spiel in Rage. „Das war eigentlich ein Skandal und eine Beschädigung der Fairness im Fußball. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wenn das etwas mit Fairness zu tun hat, dann läuft hier irgendetwas schief.“

Gäste-Coach Torsten Lieberknecht wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Man sollte vorsichtig damit sein, uns Unfairness vorzuwerfen. Das ist vielleicht die Sichtweise vom Gegner, die ich aber nicht nachvollziehen kann.

„Ungeschriebenes Gesetz“

SVS-Vizekapitän Denis Linsmayer, der kurz zuvor den Ausgleich auf dem Fuß gehabt hat, spricht von einer „50:50-Situation“„Es wäre von den Braunschweigern sicher nicht verkehrt gewesen, den Ball ins Aus zu schießen“, so Linsmayer.

Alois Schwartz sieht die Situation ähnlich, nimmt aber auch seine Spieler in die Pflicht: „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man den Ball, wenn jemand auf dem Boden liegt, ins Aus spielt. Früher war das nicht so, aber heutzutage hat sich das schon eingebürgert. Das ist die eine Sache, aber die andere Sache ist, dass der Schiedsrichter nicht gepfiffen hat und wir trotzdem nicht weitergespielt haben.“

Es ist davon auszugehen, dass die 78. Minute wohl auch in den kommenden Tagen noch für ordentlich Diskussionstoff sorgen wird.

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nwo

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