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Andrew Wooten: „Das war einfach der Wahnsinn“

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Von: Nils Wollenschläger

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Andrew Wooten spielt seit 2014 wieder am Hardtwald. © HEIDELBERG24/www.presse-heidelberg.de

Sandhausen – Im Interview mit HEIDELBERG24 spricht SVS-Stürmer Andrew Wooten über den Aufschwung beim SVS, seine erste Länderspielreise und seinen Förderer Alois Schwartz.

Sechs Tore in sechs Spielen! Andrew Wooten ist einer der Leistungsträger beim SV Sandhausen und hat großen Anteil an der guten Startbilanz der Schwartz-Elf. 

US-Coach Jürgen Klinsmann hat die guten Leistungen des 25-Jährigen zuletzt sogar mit einer Nominierung für die Nationalmannschaft honoriert. Vor der Partie beim 1. FC Nürnberg haben wir uns mit dem gebürtigen Bamberger zum Interview getroffen.

Frage: Herr Wooten, in den vergangenen Monaten ist rund um den Verein und Sie viel passiert. Der SV Sandhausen hat einen Traumstart hingelegt, Sie sind mit sechs Toren Top-Torjäger der 2. Bundesliga und wurden für die Nationalmannschaft der USA nominiert. Haben Sie schon die Zeit gefunden das alles zu verarbeiten? 

Andrew Wooten: „Natürlich habe ich mich über alles gefreut, was jetzt in letzter Zeit passiert ist. Ich muss trotzdem jeden Tag weiter Gas geben und versuchen mich zu steigern.“

Letztes Jahr hatten Sie bereits mit acht Toren eine gute Quote. In dieser noch jungen Saison haben Sie jetzt schon sechs Treffer erzielt. Sind Sie vor dem Tor noch kaltschnäuziger geworden? 

„Wir arbeiten schon ähnlich wie in der letzten Saison. Ich denke in der vergangenen Rückrunde haben wir schon fast so stark gespielt wie jetzt auch. Auch wenn wir erst sechs Spiele absolviert haben, hat es in unserem Spiel aber trotzdem noch einmal eine gewisse Steigerung gegeben. Wir müssen jetzt nur Konstanz reinkriegen und schauen, dass es so weiterläuft.“

Sie sind eigentlich gelernter Mittelstürmer, kommen aber oftmals auch über die rechte Mittelfeldseite: Welche Position bevorzugen Sie?

„Ich spiele schon lieber vorne drin, aber letztlich spiele ich da, wo mich die Mannschaft braucht und wo ich am besten weiterhelfen kann.“ 

Sie bilden mit Aziz Bouhaddouz das offensive Traumduo beim SVS. Wie sehr hat er dem Spiel in den letzten Wochen gefehlt? 

„Aziz ist für uns ein sehr wichtiger Spieler. Er kann die Bälle gut verarbeiten und weiterleiten. Wir haben schon letztes Jahr gut harmoniert und ich hoffe, dass er schnell wieder fit wird. Es wird schließlich jeder in der Mannschaft gebraucht.“ 

Durch Jakub Kosecki hat der SVS in der Offensive an Flexibilität gewonnen. Welchen Anteil hat er am Aufschwung in dieser Saison?

„Jakub ist definitiv eine Verstärkung für uns. Er ist ziemlich schnell, löst Eins- gegen-Ein- Situationen gut auf und somit kommen wir zu viel mehr Abschlüssen. Letztes Jahr hat es noch Spiele gegeben, in denen wir zum Teil nur einen Torschuss abgeben haben. Das ist jetzt ganz anders.“

Von außen hat man das Gefühl, dass ihr einen unglaublichen Teamspirit habt. Gibt es bei euch auch besondere Rituale vor den Spielen wie beispielsweise Musik in der Kabine? 

„Vor den Spielen ist jeder Spieler in seinem eigenen Tunnel drin. Da hören wir auch keine Musik in der Kabine. Manche haben Kopfhörer auf und hören das, was sie am meisten pusht. Außerhalb des Trainings machen wir auch viel gemeinsam. Wir wissen, dass es nur über einen guten Teamspirit geht. Auch die Integration der Neuzugänge war gar kein Problem. Wir haben hier einfach eine super Truppe zusammen.“

Alois Schwartz hat Sie 2009 zum 1. FC Kaiserslautern geholt und dort lange mit Ihnen zusammengearbeitet. Welchen Anteil hat er an ihrer Entwicklung? 

„Er hat eine sehr große Bedeutung für mich, denn er weiß genau, wie er mit mir umgehen muss. Er redet viel mit mir und dadurch bekomme ich auch das nötige Selbstvertrauen, das ich auf dem Platz brauche.

Kommen wir nun zu einem anderen Trainer, Jürgen Klinsmann. Was war das für ein Gefühl, als er Sie zu den Länderspielen eingeladen hat?

„Als er mich erstmals angerufen hat, konnte ich es gar nicht glauben. Ich habe mich dann natürlich riesig gefreut. Man hofft zwar immer auf eine Einladung, aber als es dann letztlich soweit war, war es einfach nur noch der Wahnsinn.“ 

Überwiegt letztlich die Enttäuschung bei den Länderspielen nicht gespielt zu haben oder bleiben die positiven Eindrücke im Vordergrund?

„Es überwiegt ganz klar die Tatsache, dass ich überhaupt nominiert worden bin und dabei war. Die Länderspielreise war eine klasse Erfahrung für mich. Es war allein schon ein Highlight mit so tollen Spielern zusammenzuarbeiten.“ 

Sie waren jetzt gegen Bochum gleich wieder dabei. Wie wichtig war es, dass Sie nach der Länderspielreise sofort wieder auf dem Platz standen? 

„Ich habe gewusst, dass ich am Freitag wahrscheinlich eingesetzt werde. Das war mit dem Trainer so abgesprochen. Trotz der Reisestrapazen habe ich mich gut gefühlt und war froh, dass ich gleich von Anfang wieder spielen durfte.“

Gemeinsam mit Nils Petersen führen Sie zurzeit die Torjägerliste an. Ist die Torjägerkanone für einen Vollblutstürmer wie Sie ein Ziel? 

„Das wichtigste ist, dass wir von Spiel zu Spiel schauen und versuchen so viele Tore wie möglich zu machen. Wenn ich am Ende die Torjägerkanone holen würde, würde ich mich natürlich sehr freuen, aber das ist jetzt nicht mein primäres Ziel.“

Auf eure Mannschaft kommt jetzt eine Englische Woche zu. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die nächsten Spiele und wie erwarten Sie speziell Nürnberg am Samstag? 

„Wir freuen uns sehr auf diese Spiele. Schließlich haben wir letztes Jahr in den Englischen Wochen immer gut gepunktet und hoffen natürlich, dass wir das jetzt wiederholen können. Nürnberg hat sich sicherlich mehr vom Saisonstart erhofft, aber sie sind zu Hause eine Macht. Wir versuchen am Samstag natürlich trotzdem etwas mitzunehmen.“

Am 16.10 kommt ihr Ex-Verein Kaiserslautern ins Hardtwaldstadion. Ein ganz besonderes Spiel für Sie? 

„Im Endeffekt gehe ich auch dieses Spiel wie jedes andere an. Selbstverständlich würde ich mich aber über einen Sieg gegen den FCK ganz besonders freuen.“

Im Vergleich zum FCK gibt es in Sandhausen ein ganz anderes Umfeld. Ist es das, was Sie hier so schätzen? 

„Absolut! Sandhausen hat mir damals die Chance gegeben in der 2. Bundesliga zu spielen. Ich habe das Gefühl hier gebraucht zu werden und schätze das ruhige und familiäre Umfeld sehr.“

Zum Abschluss noch eine Prognose: Wo landet der SVS am Saisonende?

„Das ist immer schwer zu sagen. Der Nichtabstieg bleibt nach wie vor das Hauptziel. Jeder Platz in der oberen Tabellenhälfte wäre natürlich ein Traum für uns.“

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Transparenzhinweis: HEIDELBERG24 ist Medienpartner des SV Sandhausen 1916 e.V.

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