Exklusives Interview

SVS-Wikinger und Instagram-Star Rúrik Gíslason: „So verrückt war mein WM-Sommer“

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Rúrik Gíslason im Trainingslager des SV Sandhausen.

Bad Wörishofen – Im exklusiven Interview spricht Rúrik Gíslason über seine erste WM-Teilnahme, den Instagram-Hype um seine Person und seine Dankbarkeit gegenüber dem SV Sandhausen.  

Update vom 2. Februar 2019: Über sein Liebesleben hat Gislason bislang geschwiegen, doch der SVS-Star soll inzwischen vergeben sein. Das brasilianische Model Nathalia Soliani soll das Herz des Isländers erobert haben - wie einige Instagram-Posts beweisen.

Die vergangenen Monate hätten für Rúrik Gíslason nicht viel besser laufen können. Nachdem er im Januar vom 1. FC Nürnberg zum SV Sandhausen gewechselt ist, hat der Isländer mit guten Leistung auf sich aufmerksam machen können und ist schließlich für die Fußball-WM 2018 in Russland nominiert worden.

Als die Isländer im ersten WM-Gruppenspiel Argentinien um Weltstar Lionel Messi ein 1:1 abgerungen haben, ist der Bekanntheitsgrad von Gíslason plötzlich in ungeahnte Dimensionen geschossen. Dabei ist der SVS-Profi nur 27 Minuten auf dem Platz gestanden.

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Was ist passiert? Der brasilianische TV-Star Gabriela Lopes bringt den Stein ins Rollen, indem sie kommentiert: „Wie ist es nur möglich, dass man so schön ist?“. Binnen weniger Stunden hat der Isländer auf Instagram einen Zuwachs an Followern erhalten, wie es ihn wohl nur selten gegeben hat. Klar, dass der Hashtag „#sexyrurik“, der erstmals von Mitspieler Kári Árnason verbreitet worden ist, schnell die Runde gemacht hat.

Ein Beitrag geteilt von Rurik Gislason (@rurikgislason) am

Inzwischen hat der 30-Jährige unglaubliche 1,3 Millionen Follower - eine Vielzahl davon sind Verehrerinnen aus Südamerika. Zum Vergleich: Vor der WM hat der Zweitliga-Spieler rund 30.000 Fans gehabt. 

Im Trainingslager des SV Sandhausen hat HEIDELBERG24 Rúrik Gíslason zum Interview getroffen und hat mit ihm über den ereignisreichsten Sommer seiner Karriere gesprochen.

HEIDELBERG24: Herr Gíslason, hinter Ihnen liegt ihre erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Waren die letzten Wochen die aufregendsten in ihrer bisherigen Karriere?

Rúrik Gíslason: „Ja, das war wahrscheinlich die unvergesslichste und aufregendste Zeit in meiner Karriere.“

HD24: Haben sie überhaupt schon die Zeit gefunden, das alles zu verarbeiten?

Gíslason: „Ja und nein. Ich habe nach der WM mit Freunden in Miami Urlaub gemacht und war bei meiner Familie in Island. Ich habe es eigentlich erst jetzt nach meiner Rückkehr nach Deutschland richtig realisiert, da hier das Interesse sehr groß ist.“

HD24: Wie fühlt es sich an, bei einem der größten Sport-Events der Welt dabei zu sein?

Gíslason: „Es war eine unglaubliche Erfahrung, die nur schwer zu toppen sein wird. Gegen die besten Spieler und die besten Teams der Welt zu spielen, ist einfach der Wahnsinn.“

HD24: Sie sind während der WM ein wahrer Instagram-Star geworden. Wann haben sie realisiert, dass ihre Follower-Anzahl so rasant ansteigt?

Gíslason: „Nach dem Argentinien-Spiel habe ich auf meinen Instagram-Account geschaut und die Anzahl der Follower stieg und stieg. Danach habe ich auch viel in den Medien über mich gelesen - das war um ehrlich zu sein sehr verrückt.“

HD24: Nervt Sie der Rummel um ihre Person oder sehen Sie das positiv?

Gíslason: „Ich freue mich darüber! Ich bin schon immer auf Instagram aktiv gewesen und bin jetzt für das Interesse und die vielen positiven Nachrichten sehr dankbar.“

HD24: Sie erhalten sicherlich viele Nachrichten aus Südamerika?

Gíslason: (lacht) „Ja! Ich will jetzt auch Spanisch und Portugiesisch lernen, um möglichst viele Nachrichten beantworten zu können.“

HD24: Gab es auch Heiratsanträge?

Gíslason: (lacht) „Ich habe tatsächlich ein paar Heiratsanträge bekommen. Ich versuche wirklich, alle Nachrichten zu lesen und auch zu beantworten, aber da ich pro Tag 300 bis 400 Nachrichten bekomme, ist das schwierig.“

HD24: Werden wir Sie künftig auch in der Modebranche sehen bzw. gab es schon Angebote in diese Richtung?

Gíslason: „Da ich direkt nach der WM im Urlaub war, habe ich mit meinem Berater darüber noch nicht gesprochen. Für mich ist es jetzt erstmal wichtig, mich auf das Training zu konzentrieren. Was in der Zukunft kommt, wird man sehen.“

HD24: Wie fällt ihr sportliches Fazit nach der WM aus?

Gíslason: „Wir wollten die Gruppenphase überstehen, das haben wir leider nicht geschafft. Wenn wir aber zurückblicken, können wir stolz auf uns sein. Das war für Island die erste und hoffentlich nicht letzte WM. Wir müssen das Positive mitnehmen.

HD24: Sie haben ihren Vertrag bereits vor der WM verlängert. Was waren die Gründe, diese Entscheidung so früh zu treffen?

Gíslason: „Es hat sich einfach richtig angefühlt. Und wenn sich etwas richtig anfühlt, dann sollte man es auch einfach machen. Wenn ich im Januar nicht von Nürnberg nach Sandhausen gewechselt wäre, wäre ich vermutlich nicht bei der WM dabei gewesen. Mein Trainer in Sandhausen hat meiner Karriere einen neuen Schub gegeben, wofür ich sehr dankbar bin. Das wollte ich mit meiner Vertragsverlängerung zurückzahlen.“

HD24: Würden Sie sagen es war die beste Entscheidung ihrer Karriere, den Schritt nach Sandhausen zu wagen? 

Gíslason: 
„Es war sicherlich eine meiner besten Entscheidungen, aber es war auch riskant, da ich ja zuvor in Nürnberg nicht viel gespielt habe. Ich habe in Sandhausen von Anfang gemerkt, dass man auf mich setzt. Sowohl meine Mitspieler als auch das Trainer-Team haben mich sehr unterstützt.

HD24: Haben Sie überhaupt schon die Möglichkeit gehabt, sich hier in der Region richtig einzuleben?

Gíslason: „Ich habe bisher nur im Hotel gewohnt und werde mich nach dem Trainingslager um eine Wohnung kümmern. Als mich meine Eltern und meine Familie besucht haben, sind wir auf den Königstuhl in Heidelberg - das ist ein sehr schöner Ort.

Fotos vom SVS-Testspiel gegen 1860 München

HD24: Sie können sowohl im Sturmzentrum als auch auf Außen spielen. Was ist ihre Lieblingsposition?

Gíslason: „Nachdem ich in Nürnberg lange nicht gespielt habe, bin ich jetzt einfach glücklich, wenn ich regelmäßig auf dem Platz stehe.“

HD24: Wie ähnlich sind sich der SVS und die isländische Nationalmannschaft?

Gíslason: „Wir haben vielleicht nicht die besten Spieler und das größte Budget, aber wir haben etwas anderes: eine familiäre Atmosphäre, Fan-Nähe und einen außergewöhnlich guten Teamgeist!“

HD24: Mit welchen Zielen gehen Sie in die neue Zweitliga-Saison und welche Ziele verfolgen Sie mit der Nationalmannschaft?

Gíslason: „Das wird keine einfache Saison, da wir wahrscheinlich nicht mehr als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt werden. Wir müssen einfach fokussiert sein und uns ständig weiterentwickeln. Der Weg mit Island zur EM 2020 wird lang und hart, aber wir sollten das selbstbewusst angehen. Warum sollten wir uns nicht zum dritten Mal in Folge für ein großes Turnier qualifizieren?“

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Transparenzhinweis: HEIDELBERG24 ist Medienpartner des SV Sandhausen 1916 e.V.

nwo

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