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Joachim Löw: Karriere, Privatleben, Erfolge - Infos zum Ex-Bundestrainer

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Von: Nils Wollenschläger

Joachim Löw ist von 2006 bis 2021 Bundestrainer gewesen. Der 61-Jährige ist dabei seiner Heimat immer treu geblieben. Karriere, Privatleben, Erfolge - Alle Infos zu Jogi Löw:

Joachim Löw hat seinen Platz in der deutschen Fußball-Geschichte sicher. Als Bundestrainer führt er das DFB-Team 2014 in Brasilien zum vierten WM-Titel. Abgesehen von dem historischen Aus bei der WM 2018 kommt Deutschland unter der Leitung von Joachim Löw bei den großen Turnieren immer mindestens ins Halbfinale. Nach der Fußball-EM 2021 hört Löw als Bundestrainer auf. Sein Nachfolger wird sein früherer Co-Trainer Hansi Flick. Während seiner langen Karriere ist Löw seiner Heimat stets treu geblieben. Über den SC Freiburg raus in die große Fußball-Welt - die Laufbahn des ehemaligen Stürmers hat einige überraschende Wendungen zu bieten.

Joachim Löw - Wiki: Steckbrief über den Bundestrainer

NameJoachim Löw (Spitzname: Jogi)
Geburtstag3. Februar 1960
GeburtsortSchönau im Schwarzwald (Deutschland)
Größe1,82 m
EhefrauDaniela Löw
Bundestrainer seit2006

Joachim Löw privat: Geboren in Schönau, seit 1986 mit Ehefrau Daniela verheiratet

Joachim Löw ist am 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald geboren. Er hat drei Brüder und hat seine komplette Jugend in Schönau verbracht. Seit 1986 ist Joachim Löw mit seiner Frau Daniela verheiratet. 2016 wird öffentlich, dass sich das Paar getrennt hat. Joachim und Daniela Löw haben keine gemeinsamen Kinder. Joachim Löw wohnt in Freiburg, soll aber auch eine Wohnung in Berlin besitzen. Ob Joachim Löw aktuell eine Freundin hat, ist nicht bekannt.

Joachim Löw (r.) 2014 mit seiner Ehefrau Daniela (li.)
Joachim Löw (r.) 2014 mit seiner Ehefrau Daniela (li.) © Patrick Seeger/dpa

Beim TuS Schönau 1896 und FC Schönau hat er seine ersten Schritte als Fußballer gemacht. Löw hat 1977 die mittlere Reife gemacht und hat im Anschluss daran eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Nach einer weiteren Station bei den Sportfreunden Eintracht Freiburg wechselt Joachim Löw 1978 zum SC Freiburg - und startet damit seine Profikarriere.

Joachim Löw: Anfänge seiner Karriere als Spieler - Erfolge mit dem SC Freiburg

In der 2. Bundesliga kann sich Löw auf Anhieb durchsetzen. Die Folge: 1980 wechselt er vom SC Freiburg zum VfB Stuttgart. Dort wirft ihn dann allerdings das Verletzungspech zurück. Löw erleidet einen Schien- und Wadenbeinbruch und kommt für den VfB kaum zum Einsatz. Auch eine Leihe zu Eintracht Frankfurt bringt nicht den erwünschten Erfolg. Löw entscheidet sich in der Folge für eine Rückkehr zum SC Freiburg, für den er in der 2. Bundesliga in zwei Jahren in 65 Spielen 25 Tore erzielt.

Den Durchbruch in der Bundesliga hat Joachim Löw allerdings nie geschafft. 1984/85 spielt eine Saison für den Karlsruher SC, wo er lediglich zwei Tore macht. Es folgt die erneute Rückkehr zum SC Freiburg, bei dem Löw schließlich die wohl erfolgreichste Zeit als Spieler erlebt. Von 1985 bis 1989 trifft er 38 Mal in 116 Spielen. Der Aufstieg in die Bundesliga bleibt den Breisgauern allerdings weiter verwehrt. Mit insgesamt 81 Toren ist er bis Anfang 2020 Rekordtorschütze des SC Freiburg, ehe er von Nils Petersen eingeholt worden ist.

Joachim Löw: Trainerkarriere nimmt beim VfB Stuttgart Fahrt auf

Joachim Löw lässt seine Spielerkarriere schließlich beim FC Winterthur (1992 bis 1994) und FC Frauenfeld (1994 bis 1995) in der Schweiz ausklingen. In die deutsche Nationalmannschaft hat er es nie geschafft. Löw kommt allerdings immerhin auf vier U21-Länderspiele und einen Einsatz in der U18-Nationalmannschaft.

Bereits während seiner Karriere als Spieler sammelt Löw erste Erfahrungen als Trainer. So ist er im Jugendbereich des FC Winterthur und als Spielertrainer in Frauenfeld tätig. 1995 gelingt ihm dann der Sprung in die Bundesliga - als Co-Trainer von Rolf Fringer beim VfB Stuttgart. Nachdem Fringer 1996 Nationaltrainer der Schweiz wird, übernimmt Joachim Löw das Traineramt des VfB zunächst interimsmäßig. Nach einem starken Saisonstart ernennt der damalige VfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder Löw zum neuen Cheftrainer.

Joachim Löw: Erfolge mit dem VfB Stuttgart, Misserfolg beim Karlsruher SC

Unter Löws Leitung kann sich das „Magische Dreieck“ um Krassimir Balakow, Giovane Elber und Fredi Bobic bestens entfalten und führt den VfB 1997 zum Gewinn des DFB-Pokals. Im Finale hatte sich der VfB gegen Energie Cottbus durchgesetzt. 1997/98 landet der VfB Stuttgart in der Bundesliga auf Platz vier. Im Europapokal der Pokalsieger scheitert das Löw-Team erst im Finale am FC Chelsea. Löw darf trotzdem nicht weitermachen und wird im Sommer 1998 von Winfried Schäfer beerbt.

Joachim Löw während seiner Zeit beim VfB Stuttgart.
Joachim Löw während seiner Zeit beim VfB Stuttgart. © Bernd Weißbrod/dpa

Nach dem Abschied vom VfB heuert Joachim Löw für ein Jahr bei Fenerbahçe Istanbul in der Türkei an. Aufgrund vieler Verletzungen reicht es in der Saison 1998/99 „nur“ zu Platz drei. Ab Herbst 1999 trainiert Löw den VfB-Rivalen Karlsruher SC, der damals in der 2. Bundesliga spielt und den Aufstieg anpeilt. In Karlsruhe läuft es für den Trainer allerdings alles andere als gut. Der KSC findet sich im Abstiegskampf wieder und Löw muss noch vor Saisonende gehen. Die Karlsruher steigen letztlich in die Regionalliga ab. 2000 schließt Joachim Löw seinen Fußball-Lehrer mit der Note 1,5 ab. In dem Lehrgang sind zahlreiche Ex-Profis dabei - auch ein gewisser Jürgen Klinsmann, dem Löw seine spätere Karriere zu verdanken hat.

Joachim Löw: Jürgen Klinsmann holt ihn 2004 zum DFB

Nach einem erneuten Intermezzo in der Türkei bei Adanaspor wechselt Joachim Löw als Trainer zum FC Tirol Innsbruck, mit dem er 2002 in Österreich Meister wird. Nachdem der Klub Konkurs angemeldet hat und seine Lizenz verliert, steht Löw ohne Verein da. Von Juni 2003 bis März 2004 ist der Schwarzwälder noch kurzzeitig bei Austria Wien tätig, ehe die wichtigste Entscheidung seiner Trainer-Karriere folgt.

Joachim Löw ist seit 2006 Bundestrainer beim DFB.
Joachim Löw ist seit 2004 beim DFB. © Patrick Seeger/dpa

Nach dem Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft 2004 tritt Rudi Völler als Teamchef zurück. Sein Nachfolger wird der frühere Weltklasse-Stürmer Jürgen Klinsmann, der beim DFB einige Veränderungen vorangetrieben hat. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Klinsmann holt Löw als Co-Trainer zum DFB. Das Duo kennt sich wie bereits erwähnt vom DFB-Lehrgang 2000. Sowohl beim Confed Cup 2005 als auch bei der Heim-WM 2006 belegt Deutschland mit frischem Offensivfußball Platz drei. Löw hat hinter den Kulissen deutlich mehr Aufgaben als ein Co-Trainer sonst inne hat. Mit seiner Idee vom Fußball und der damit verbundenen Taktik hat Joachim Löw großen Anteil am „Sommermärchen 2006“.

Joachim Löw: 2006 wird er neuer Bundestrainer - Nachfolger von Klinsmann

Nachdem Jürgen Klinsmann im Sommer 2006 seinen Rücktritt erklärt, wird Joachim Löw neuer Bundestrainer. Sein Debüt feiert er am 16. August 2006 beim Freundschaftsspiel gegen Schweden (Endstand 3:0). Torwart-Trainer Andreas Köpke und Manager Oliver Bierhoff bleiben auch unter Löw in ihren Ämtern. Als Co-Trainer holt Löw Hansi Flick zum DFB.

Jürgen Klinsmann (li.) mit seinem Assistent Joachim Löw (r.)
Euphorie bei der WM 2006: Jürgen Klinsmann (li.) mit seinem Assistent Joachim Löw (r.) © Arne Dedert/dpa

Das DFB-Team meistert die Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ohne Probleme und wird nach der Finalniederlage gegen Spanien Vize-Europameister. Löw gewinnt als Bundestrainer an Profil. Kurios: Beim letzten Gruppenspiel gegen Österreich wird Löw auf die Tribüne geschickt. Im Viertelfinale gegen Portugal ist er gesperrt und muss von oben anschauen, wie sein Team mit Trainer Hansi Flick mit 3:2 gewinnt. Dabei raucht Löw während der Partie zahlreiche Zigaretten. Erst 2019 verrät der Ex-Fußballer, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat.

Joachim Löw: Als Bundestrainer führt er Deutschland 2014 zum WM-Titel

Obwohl Kapitän Michael Ballack verletzt ausfällt, spielt Deutschland dann auch eine starke WM 2010. In Südafrika begeistert die Löw-Elf die Fans mit spektakulären Offensivfußball. Die Highlights sind die klaren Siege gegen England (Achtelfinale) und Argentinien (Viertelfinale). Nach der Halbfinal-Niederlage gegen Spanien holt das DFB-Team letztlich erneut Platz drei. Bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine scheitert Deutschland erneut im Halbfinale - diesmal an Italien. Nach dem Turnier wird auch die Kritik an Jogi Löw lauter. Der Bundestrainer geht seinen Weg allerdings unbeirrt weiter und kann seine Karriere 2014 krönen. Deutschland wird in Brasilien zum vierten Mal Weltmeister.

Joachim Löw mit dem WM-Pokal 2014.
Joachim Löw mit dem WM-Pokal 2014. © Marcus Brandt/dpa

Das Halbfinale wird dabei zu einem historischen Spiel. Gegen Gastgeber Brasilien gewinnt das Löw-Team sensationell mit 7:1. Im Finale schießt dann Mario Götze Deutschland gegen Argentinien zum WM-Titel. Legendär ist der Satz, den Löw Götze vor seine Einwechslung ins Ohr geflüstert hat: „Zeige der ganzen Welt, dass du besser bist als Messi“. Nach dem WM-Titel muss Löw sein Trainerteam umbauen, da Hansi Flick DFB-Sportdirektor wird. Neuer Co-Trainer wird Ex-VfB-Spieler Thomas Schneider.

Joachim Löw: Tiefpunkt bei der WM 2018 in Russland

Die EM 2016 endet für den Weltmeister dann wieder im Halbfinale. Deutschland scheitert an Gastgeber Frankreich. Die folgende Weltmeisterschaft 2018 in Russland wird sowohl für Joachim Löw als auch für den DFB zu einem historischen Desaster. Deutschland kommt in einer Gruppe mit Mexiko, Südkorea und Schweden nicht weiter und muss erstmals nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Ein Jahr zuvor hat das DFB-Team noch den Confed-Cup in Russland gewonnen. Nach dem blamablen WM-Aus steht Joachim Löw extrem in der Kritik. Der Verband verzichtet allerdings auf einen Trainerwechsel und setzt auch nach über einem Jahrzehnt weiter auf die Dienste des ehemaligen Freiburg-Spielers.

Bundestrainer Joachim Löw bei der Fußball-EM 2021.
Bundestrainer Joachim Löw bei der Fußball-EM 2021. © Federico Gambarini/dpa

Das DFB-Team erreicht zwar die Fußball-EM 2020, aufgrund der Corona-Pandemie findet das Turnier aber erst im Sommer 2021 statt. Löw wird auch nach der WM 2018 immer wieder öffentlich kritisiert. So hat er unter anderem Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng aus dem DFB-Kader gestrichen. Hummels und Müller sind letztlich bei der EM 2021 trotzdem wieder dabei. Der Neuaufbau erhält immer wieder Dämpfer. Am 17. November 2020 verliert Deutschland in der Nations League mit 0:6 in Spanien. Es war die höchste Niederlage seit 1931.

Joachim Löw: Nach der EM 2021 hört er als Bundestrainer auf

Am 9. März 2021 kündigt Joachim Löw dann schließlich an, dass er nach der Europameisterschaft 2021 als Bundestrainer zurücktritt. Sein Nachfolger wird sein früherer Assistent Hansi Flick. Ende März verliert Deutschland das letzte WM-Qualifikationsspiel unter der Leitung von Joachim Löw gegen Nordmazedonien überraschend mit 1:2.

Bei der Fußball-EM scheitert Deutschland nach einer durchwachsenen Vorrunde im Achtelfinale an England. Die 0:2-Niederlage im Wembley-Stadion ist für Joachim Löw zugleich das 198. und letzte Spiel als Bundestrainer.

Joachim Löw Gehalt: Das soll der Bundestrainer verdienen

Laut „Statista“ soll das geschätzte Vermögen von Joachim Löw bei 18 Millionen Euro liegen. Beim DFB soll der Bundestrainer 3,8 Millionen Euro jährlich verdienen. Zudem macht Löw neben seiner Tätigkeit als Bundestrainer seit vielen Jahren Werbung für die Marke „Nivea Men“. (nwo)

Joachim Löw: Seine Erfolge in der Übersicht

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