Achtelfinal-Hinspiel 

Plötzlich Champions League! Löwen-Reserve vor Mammutaufgabe in Kielce

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Michel Abt trainiert gemeinsam mit André Bechtold die zweite Mannschaft der Rhein-Neckar Löwen.

Kronau – Am Samstag (24. März) sind die Rhein-Neckar Löwen sowohl in der Champions League als auch in der Bundesliga im Einsatz. Wie der Meister diese absurde Konstellation angeht:

Eigentlich sind die Paarungen Kielce gegen Rhein-Neckar Löwen und Kiel gegen Rhein-Neckar Löwen echte Handball-Leckerbissen, auf die sich jeder Fan freuen kann. Nicht so in diesem Fall...

Nachdem weder die EHF noch die HBL eingelenkt sind, ist der Terminstreit eskaliert. Infolgedessen haben die Löwen entschieden, ihre zweite Mannschaft zum Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel nach Kielce schicken. Am gleichen Tag bestreitet die erste Mannschaft das Bundesliga-Topspiel beim THW Kiel.

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Auch wenn die Partie in Kielce ein echtes Highlight sein sollte, hält sich die Vorfreude bei der zweiten Mannschaft, die sonst in der 3. Liga spielt, aufgrund der Umstände in Grenzen. 

„Natürlich freuen sich die Spieler auf solch eine Möglichkeit. Auf der anderen Seite ist es aber eine Katastrophe für unsere erste Mannschaft, die sich durch die Hauptrunde gearbeitet hat und eine realistische Chance auf das Erreichen des Final Four genommen bekommt“, sagt Michel Abt, der mit André Bechtold das Trainerduo der zweiten Löwen-Mannschaft bildet.

Es steht außer Frage, sportlich ist die Reserve-Mannschaft krasser Außenseiter. Eine gute Ausgangslage für das Rückspiel zu erspielen, gleicht einem Handball-Wunder. „Für unsere Spieler freuen wir uns. Ich denke aber auch, dass das Unverständnis über die Chance, die den Löwen dadurch genommen wurde, überwiegt“, so Abt.

Traum vom Final Four droht zu platzen

14 Gruppenspiele haben die Löwen in der Champions League absolviert, nur um nun aufgrund der absurden Termin-Konstellation kaum eine realistische Chance auf das Viertelfinale zu haben. „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass es so gekommen ist, können die Situation aber auch nicht mehr ändern. Den Jungs von der Zweiten wünsche ich, mit Spaß und Freude an das Spiel heranzugehen und das Ganze zu genießen“, sagt Löwen-Kapitän Andy Schmid

Damit ist vermutlich auch der Traum vom Final Four in Köln geplatzt. „Für mich ist es unbegreiflich, wie es so weit kommen konnte. Das ist einfach nicht gut für unseren Sport und wirkt absolut amateurhaft. Dabei haben wir das Image des Handballs in den vergangenen Jahren so gut aufgebaut, unter anderem mit vollen Hallen, gewaltfreien Spielen, gesunden Finanzen und bodenständigen Stars“, so Schmid.

‚Routinier‘ Rico Keller

Zu allem Überfluss dürfen gegen das prominent besetzte Team aus Kielce Max Haider, Pascal Kirchenbauer und Leon Bolius aufgrund ihres Zweitspielrechtes bei den Eulen Ludwigshafen nicht auflaufen. Max Trost fällt zudem verletzt aus. Dafür werden beispielsweise die jungen Talente Lukas Wichmann (18) und Martin Schmiedt (17) ihre Chance erhalten. Der 20-jährige Rico Keller, der zuletzt auch in der ersten Mannschaft Spielpraxis gesammelt hat, zählt schon fast zu den erfahrensten Spielern, die es mit Kielce aufnehmen werden. 

Die zweite Mannschaft steht in der 3. Liga nach 24 Spieltagen mit 30:18-Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Für das Champions-League-Spiel verzichtet das Team von André Berchtold auf das Ligaspiel am Freitagabend gegen TV Neuhausen. Dort wird eine spontan zusammengestellte Mannschaft aus weiteren A-Jugendspielern antreten. 

Der Kader der Rhein-Neckar Löwen II

nwo/PM

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