Corona-Krise

Handball-Bundesliga abgebrochen: Kiel Meister, Löwen klettern auf Platz 5

Mannheim – Jetzt ist es offiziell: Die Handball-Bundesliga hat die Saison 2019/20 mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Was die Entscheidung für die Rhein-Neckar Löwen bedeutet:

  • Corona: Saison in der Handball-Bundesliga abgebrochen.
  • Tabelle nach Quotientenregelung: Rhein-Neckar Löwen Fünfter, THW Kiel neuer Meister.
  • Keine Absteiger - Handball-Bundesliga wird aufgestockt.

Update vom 21. April - 12:40 Uhr: Die Saison 2019/20 der 1. und 2. Handball-Bundesliga wird wegen der Corona-Pandemie mit sofortiger Wirkung beendet. Das haben die 36 Vereine bei einer gemeinsamen Konferenz am Dienstag mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Die Abschlusstabelle der Saison wird auf Basis der Quotientenregel (Pluspunkte am 12. März 2020, dividiert durch Anzahl absolvierter Spiele mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Bei gleichem Quotienten entscheidet die Tordifferenz) erstellt. 

Handball-Bundesliga: Saison abgebrochen - THW Kiel Meister, Rhein-Neckar Löwen Fünfter

Daraus ergibt sich, dass der THW Kiel Meister der Saison 2019/20 ist. Die zweitplatzierte SG Flensburg-Handewitt qualifiziert sich ebenfalls für die Champions League. Die Rhein-Neckar Löwen profitieren durch diese Regelung und beenden die Spielzeit auf Platz fünf, was die Qualifikation für die Euro League (vorher EHF Cup) bedeutet.

Da es in dieser Saison keine Absteiger gibt, bleiben unter anderem die zuvor abstiegsbedrohten Eulen Ludwigshafen in der Handball-Bundesliga. Die Zweitligisten HSC 2000 Coburg und TUSEM Essen stehen als Aufsteiger fest. Dadurch wird die Handball-Bundesliga in der kommenden Saison auf 20 Mannschaften aufgestockt.

Handball-Bundesliga: Entscheidung getroffen - Saison wird sofort abgebrochen

Die Entscheidung ist aus sportlicher Sicht höchst bedauerlich. Uns allen ist an einem sportlich fairen Wettbewerb gelegen, bei dem die Entscheidungen im Wettkampf gefällt werden. Das ist unser dringlichstes Interesse und die Lösung, die wir als Rhein-Neckar Löwen lange Zeit favorisiert haben. In Anbetracht der aktuellen Situation ist ein Abbruch der Saison leider das einzig reelle Szenario. Die nun gefällte Entscheidung zur Wertung der Spielzeit ist diesen besonderen Umständen geschuldet. Als Rhein-Neckar Löwen stehen wir dahinter, wenngleich wir wissen, dass es eine absolute Notlösung ist“, sagt Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann zu der Entscheidung. Alle Infos zur Rückerstattung von Tickets und Dauerkarten findest Du hier

Natürlich hätten wir unsere Saison liebend gerne zu Ende gespielt. Dafür haben wir alles getan, aber die Corona-Pandemie lässt dies derzeit einfach nicht zu. Ein Wiedereinstieg zu einem noch späteren Zeitpunkt ist nicht mehr machbar, da das Zeitfenster, das uns bis zum 30. Juni bleiben würde, zu klein wäre, um den Spielern auch nur annähernd die Chance zu geben, sich im Trainingsbetrieb auf den harten Wettbewerb vorzubereiten. Das Verletzungsrisiko wäre zu groß. Deswegen ist der Abbruch der Saison sehr bitter, aber alternativlos“, sagt Liga-Präsident Uwe Schwenker

Existentiell entscheidend wird es nun sein, wann wir wieder in unseren Arenen vor Zuschauern spielen können. Wir tun daher alles uns Mögliche, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, damit die Politik möglichst zeitnah eine auch für uns praktikable Neubewertung vornimmt“, blickt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann voraus.

Handball-Bundesliga: Saison-Abbruch steht bevor

Update vom 21. April - 9 Uhr: Wird die Saison in der Handball-Bundesliga wegen der Corona-Krise heute offiziell für beendet erklärt? Um 11 Uhr gibt es zwischen allen Vereinen der ersten beiden Ligen und der HBL eine Videokonferenz. Zuvor haben die Klubs darüber abgestimmt, ob die Saison abgebrochen werden soll. Für einen Abbruch wird eine Dreiviertel-Mehrheit benötigt. Die Entscheidung könnte im Anschluss an die Tagung bekannt gegeben werden.

Handball-Bundesliga: Heute Entscheidung über Saisonabbruch

Auch Martin Schwalb, Trainer der Rhein-Neckar Löwen, rechnet mit einem Saisonabbruch. „Im Prinzip muss man jetzt eine begradigte Tabelle machen, weil die eine oder andere Mannschaft ein Spiel mehr oder weniger hatte. Dann wird es auch einen Meister und Europapokal-Teilnehmer geben“, sagt Schwalb gegenüber „Sport1“. 

Die Löwen könnten auf die Tabelle bezogen profitieren. „Der THW (Kiel) wäre nach dieser Tabelle deutscher Meister, wir wären Fünfter. Dann wollen wir auch international spielen, das ist ein toller Wettbewerb“, so Schwalb.

Handball-Bundesliga: Entscheidung über Saisonabbruch soll am Dienstag fallen

Update vom 20. April: Sollte die Handball-Saison wegen der Corona-Krise tatsächlich abgebrochen werden, wird es wohl keine komplette Annullierung der Spielzeit geben. „Eine komplette Annullierung halte ich für nicht wahrscheinlich“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem „Sportbuzzer“. Demnach sei die Wertung nach der Quotientenregelung wahrscheinlicher. Hier wäre der THW Kiel neuer Meister. Die Rhein-Neckar Löwen würden nach dieser Wertung Tabellenfünfter werden.

Aktuell stimmen die Vereine der 1. und 2. Handball-Bundesliga über einen Abbruch ab. Das Ergebnis könnte am Dienstag verkündet werden. Um 11 Uhr findet eine Videokonferenz der Vereinsvertreter statt. „Unter den derzeit vorgegebenen Timelines ist eine Fortsetzung der Saison schwer vorstellbar“, unterstreicht Bohmann. Um den Saisonabbruch durchzusetzen, wird deine Dreiviertel-Mehrheit benötigt.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann berät sich mit den Vereinsverantwortlichen.

Handball-Bundesliga vor Abbruch: THW Kiel wäre Meister, Rhein-Neckar Löwen Fünfter

Update vom 17. April: Der Deutsche Handballbund empfiehlt im Falle eines Saisonabbruchs eine einheitliche Wertung der Bundesliga-Tabelle auf Basis der Quotientenregelung. Dabei wird die momentane Punktzahl durch die Anzahl der bestrittenen Spiele geteilt, um einen Punkteschnitt zu errechnen. Das Ergebnis wird anschließend mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet, wie es in einer DHB-Mitteilung am Freitag heißt. 

Rhein-Neckar Löwen würden von Saison-Abbruch profitieren - DHB empfiehlt Quotientenregelung

In diesem Fall wäre der THW Kiel deutscher Meister. Auch die Rhein-Neckar Löwen würden von diesem Modell profitieren: Die Badener stehen derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz, haben jedoch ein Spiel weniger bestritten als der Fünfte Füchse Berlin und würden sich aufgrund des besseren Punkteschnitts an den Berlinern vorbeischieben.

Über eine Wertung der Saison bei einem Abbruch müsste in der 1. und 2. Liga aber das HBL-Präsidium entscheiden. Über den Abbruch selbst stimmen dagegen die 36 Klubs ab. Eine Entscheidung wird am kommenden Dienstag (21. April) erwartet. Bei einem Saisonabbruch soll es keine Absteiger, sondern nur Aufsteiger geben.

Handball-Bundesliga vor Abbruch? Vereine wollen zeitnah abstimmen

Meldung vom 16. April: Nicht nur im Fußball wird darüber diskutiert, wie oder ob die Saison wegen der Corona-Pandemie fortgeführt wird, auch im Handball herrscht Unklarheit. Zuletzt hat die HBL die Pause bis zum 16. Mai verlängert. Nachdem Bund und die Länder am Mittwoch (15. April) beschlossen haben, dass bis zum 31. August 2020 keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen, steht lediglich fest, dass es keine Partien mit Publikum geben wird.

Handball-Bundesliga: Abstimmung über Saisonabbruch wegen Corona

Bei einer Videokonferenz, die am Donnerstag stattgefunden hat, haben sich die Vereine der Handball-Bundesliga darauf verständigt, dass über einen Saisonabbruch abgestimmt werden soll. Das Votum soll bereits in den kommenden Tagen durchgeführt werden. „Es sind sich alle einig, dass wir das zeitnah machen“, sagt Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin. 

Dabei ist eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig. Sollten sich die Vereine gegen einen Saisonabbruch aussprechen, müssen alternative Lösungen gefunden werden, wie die Saison abgeschlossen werden könnte. 

Die Saison in der Handball-Bundesliga ist abgebrochen worden.

Handball-Bundesliga: Wie geht es in der Corona-Krise weiter?

Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe dafür auch Möglichkeiten.Ich habe der Liga einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Szenario aussehen könnte“, betont Hanning ohne dabei auf dieses Szenario einzugehen. Ein Ergebnis wird laut Liga-Boss Frank Bohmann bereits am kommenden Montag oder Dienstag erwartet. „Wir werden keine 100-prozentige Gerechtigkeit herstellen können“, erklärt Bohrmann die schwierige Situation.

Die Rhein-Neckar Löwen sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Mehrere Spieler und Trainer Martin Schwalb hatten sich infiziert. Zudem sind durch die Krise die wirtschaftlichen Sorgen erheblich gewachsen. Geschäftsführerin Jennifer Kettemann hat zuletzt von der „größten Krise der Vereinsgeschichte“ gesprochen. 

Die DEL im Eishockey hat ihre Saison wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. In der 3. Fußball-Liga droht indes eine echte Zerreißprobe.

nwo/Zitate von dpa 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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