Nach Thriller gegen Kroatien

DHB-Coach Prokop: "Für uns ist das einfach nur geil"

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Geschafft: DHB-Coach Christian Prokop steht mit seinem Team im WM-Halbfinale. Foto: Marius Becker

Deutschlands Handballer stehen bei der Heim-WM im Halbfinale. Die Euphorie nach dem Sieg im Thriller gegen Kroatien ist auch beim Bundestrainer groß, wird jedoch ein wenig durch die schwere Verletzung von Regisseur Strobel getrübt.

Köln (dpa) - Fragen an Handball-Bundestrainer Christian Prokop nach dem Einzug ins WM-Halbfinale durch den 22:21-Sieg im Hauptrundenspiel gegen Kroatien.

Frage: Was bedeutet Ihnen der Einzug in das WM-Halbfinale?

Antwort: Für uns ist das einfach nur geil, weil wir uns dieses Ziel gesetzt hatten und es jetzt ohne Umweg erreicht haben. Das ist fantastisch. Man muss sich nur mal die beiden Gruppen angucken, wie die zusammengelegt wurden in der Vor- und Hauptrunde. Wir haben eine sehr schwere Auslosung gehabt und uns da durchgebissen mit den Fans zusammen. Jetzt geht es weiter.

Frage: Wie bewerten Sie das Spiel gegen Kroatien?

Antwort: Wir haben lange richtig gute Lösungen gefunden im Angriff. Nur haben wir leider zu viele Bälle verschossen. Dann wurde es ein Psychospiel, nachdem wir mit 18:19 ins Hintertreffen geraten sind. Da mental gegenzuhalten ist die Prüfung, die wir bestanden haben. Es war eine riesige Herausforderung, an der wir nicht zerbrochen sind. Das macht mich stolz.

Frage: Was hat den Ausschlag für den Erfolg gegeben?

Antwort: Es ist die Stärke der deutschen Mannschaft, dass jeder für jeden einsteht, das jeder fightet und wir mit vielen Wechseln die Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellen. Wir haben nicht den Weltstar, aber wir haben starke Jungs. Das ist eine Mannschaftssportart und da gibt es nichts geileres für ein Team als zu wissen, nur dann bin ich erfolgreich. Jeder hat seine Rolle, ob er nun zwei Minuten gespielt hat oder 50 Minuten, ins Team geworfen. Frage: Regisseur Martin Strobel fällt mit einem Kreuzbandriss für den Rest des Turniers aus. Wie haben Sie die Szene erlebt?

Antwort: Es war ein ganz schlimmer Moment, in dem man trotzdem bei der Mannschaft bleiben, Hilfe geben und inhaltlich handeln muss. Aber es war schrecklich, als er auf die Trage gehoben wurde. Da hat man ihm angesehen, welche Schmerzen er leidet. Stark war, dass sich die Mannschaft nach einer kurzen Phase des Nachdenkens auf das Spiel konzentriert hat. Unsere Gedanken sind jetzt bei ihm. Wir haben den Sieg auch für ihn geholt.

Frage: Haben Sie einen Wunschgegner für das Halbfinale?

Antwort: Da habe ich keine Vorlieben. Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen. Wir wollen schauen, dass wir für das Halbfinale gewappnet sind, weil das für uns ein Riesenerfolg und eine große Chance ist. Die wollen wir nutzen und noch einen draufsetzen.

ZUR PERSON: Christian Prokop (40) musste seine Bundesligakarriere als Spieler wegen einer schweren Verletzung frühzeitig beenden. Bereits mit 24 Jahren begann er seine Trainerlaufbahn. Seit dem 1. Juli 2017 ist der verheiratete Vater von zwei Kindern offiziell Bundestrainer.

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