Biathlon-Star

Dahlmeier wieder da: In der Ruhe liegt die Kraft

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Laura Dahlmeier (r) wird im Ziel von Vanessa Hinz beglückwünscht. Foto: Andrea Solero/ANSA/AP

Laura Dahlmeier erlebte viele Hochs. Ein Tief hat sie auch durchlebt und gemeistert. Die Biathletin zieht daraus auch Stärke. Nach ihrem 20. Weltcupsieg will sie weiter an ihrer WM-Form feilen.

Antholz (dpa) - Nach dem Trubel von Antholz wird Laura Dahlmeier erstmal wieder die Ruhe genießen. Vielleicht bei einem Ausflug in ihre Heimat Garmisch-Partenkirchen.

Denn in den Bergen holt sich Deutschlands Biathlon-Star die Kraft, die sie auch bei ihrem schweren Weg zurück in die Weltspitze brauchte. Und mit ihrem 20. Weltcupsieg krönte. Dass sie diesen nach ihren gesundheitlichen Problemen und vielen Selbstzweifeln überhaupt erleben darf, verdankt sie ihrer Einstellung – trotz allem immer positiv zu bleiben.

"Wenn man sich wieder rauskämpft, gibt es einem brutal viel Selbstvertrauen. Der Sieg lässt mich natürlich leichter zurück blicken, aber ich werde nicht vergessen, wie hart das war", sagte Dahlmeier rückblickend auf die bisher schwerste Saison ihrer Erfolgskarriere. "Einen Rückschlag, glaube ich, steckt man ganz gut weg, Aber die Frage ist, wie oft man das schafft."

Für Dahlmeier ging es bisher nur steil bergauf, diese Saison ist eine Prüfung. Mental und körperlich. Nach einer längeren Pause ging sie im Sommer voll motiviert ins Training. Doch dann reihte sich eine "komische Sache" an die andere. Fahrradsturz, Wundinfektion, die allergische Reaktion auf ein Antibiotikum. Im Herbst dann eine Woche Krankenhaus und die Zweifel, ob je wieder Leistungssport möglich ist. Doch die Doppel-Olympiasiegerin hat den Kampf angenommen. Und er lohnt sich.

Sechs Wochen vor der WM nähert sie sich immer mehr ihrer alten Form. Skeptiker, die das nach Platz 30 im Massenstart von Ruhpolding anzweifelten, widerlegte sie. Dahlmeier merkt deutliche Verbesserungen, es läuft immer flüssiger. Die siebenmalige Weltmeisterin kann auf der Strecke wieder attackieren und nicht nur reagieren. Zu sehen beim Massenstart-Sieg am Sonntag in Südtirol. Noch fehlen zwei, drei Prozent. Dann kann die Partenkirchnerin auch noch "den einen Tick schneller schießen und dabei treffen."

Für die zierliche Bayerin zählt ohnehin nur der Saisonhöhepunkt, WM-Gold im Sprint fehlt ihr noch. Auf dem Weg dorthin wird Dahlmeier auch den ersten Übersee-Weltcups in Kanada in Angriff nehmen. "Die Zeit ohne Rennen wäre sonst zu lang. Und mir fehlt schon noch das eine oder anderen Rennen", meinte Dahlmeier, die bei drei Weltcups erst acht Rennen absolviert hat.

Die Vorfreude auf Kanada ist groß. "Es ist was anderes als bei den Januar-Weltcups, wo so brutal viel drum herum ist und man so unter Druck steht. Es wird unheimlich schön." Sie würde gerne früher fliegen oder länger bleiben. Denn Canmore liegt im kanadischen Teil der Rocky Mountains. "Wenn man die Bilder sieht vom Tiefschneefahren und Eisklettern von den Bergen da drüben, das ist unheimlich schön", sagte die passionierte Bergsteigerin. Doch darauf muss die 25-Jährige schweren Herzens verzichten. Ein weiterer Sieg wäre ihr wohl diesmal ohnehin lieber.

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