Tennis in New York

US Open: Deutsches Quartett weiter - Wirbel um Corona-Fall

Steht bei den US Open in New York in der zweiten Runde: Alexander Zverev. Foto: Frank Franklin/AP/dpa
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Steht bei den US Open in New York in der zweiten Runde: Alexander Zverev. Foto: Frank Franklin/AP/dpa
Auch Angelique Kerber gewann ihr Auftaktmatch bei den US Open. Foto: Frank Franklin/AP/dpa
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Auch Angelique Kerber gewann ihr Auftaktmatch bei den US Open. Foto: Frank Franklin/AP/dpa
Der Franzose Benoît Paire äußerte Kritik an den Organisatoren des Grand-Slam-Turniers in New York. Foto: Andy Wong/AP/dpa
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Der Franzose Benoît Paire äußerte Kritik an den Organisatoren des Grand-Slam-Turniers in New York. Foto: Andy Wong/AP/dpa
Novak Djokovic hat durch seinen Sieg gegen Damir Dzumhur die zweite Runde erreicht. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
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Novak Djokovic hat durch seinen Sieg gegen Damir Dzumhur die zweite Runde erreicht. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
Wegen der Corona-Krise gibt es bei den US Open keine Zuschauer. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
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Wegen der Corona-Krise gibt es bei den US Open keine Zuschauer. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
Tennis-Shootingstar Coco Gauff in Aktion. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa
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Tennis-Shootingstar Coco Gauff in Aktion. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa

Acht deutsche Tennisprofis sind am ersten Tag der US Open im Einsatz. Vier schaffen es in die zweite Runde, vier scheiden aus. Die Atmosphäre auf der fast menschenleeren Anlage ist "merkwürdig", für Aufregung sorgt der erste positiv auf Corona getestete Spieler.

New York (dpa) - Am Eröffnungstag der US Open haben vier deutsche Tennisprofis die zweite Runde erreicht. Beim ersten Grand-Slam-Turnier nach der Corona-Zwangspause gewannen Jan-Lennard Struff, Alexander Zverev, Angelique Kerber und Anna-Lena Friedsam ihre Auftaktmatches.

Ausgeschieden sind dagegen Tamara Korpatsch, Tatjana Maria, Dominik Koepfer und Peter Gojowczyk. Für erheblichen Wirbel sorgte der positive Corona-Test des Franzosen Benoît Paire, der aus dem Turnier ausgeschlossen wurde.

Nachdem er in der vergangenen Woche bei der von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Veranstaltung erstmals bei einem der Turniere unterhalb der Grand Slams das Viertelfinale erreicht hatte und dort erst am späteren Sieger Novak Djokovic gescheitert war, kam Struff nun an gleicher Stelle zu einem souveränen Sieg. Der 30 Jahre alte Warsteiner gewann gegen den Spanier Pedro Martinez 6:0, 7:5, 6:4.

"Es ist ein bisschen merkwürdig, die Anlage ist tot, leer", sagte der Weltranglisten-29. über die Atmosphäre im Flushing Meadows Corona Park, in dem keine Zuschauer zugelassen sind. Auf dem Platz jedoch habe es sich "gar nicht so anders angefühlt, weil alle immer gewinnen wollen und sich pushen", sagte Struff, der am Mittwoch auf den US-Amerikaner Michael Mmoh trifft.

Zverev hatte sich zuvor gegen Kevin Anderson aus Südafrika mit 7:6 (7:2), 5:7, 6:3, 7:5 durchgesetzt und seinen ersten Sieg nach der Corona-Pause erreicht. "Ich war überrascht über Zverevs mentale Stärke", sagte Boris Becker lobend. Der als Experte bei Eurosport tätige deutsche Herrentennis-Chef verwies auf das sofortige Aus des Hamburgers bei der Generalprobe und die vorherige sechsmonatige Spielpause. "Ich fand das eine Bomben-erste-Runde. Das kann ein Viertel- oder Halbfinale in jedem Grand Slam-Turnier sein", schwärmte Becker, dem Zverevs Niveau ab dem zweiten Satz immer besser gefiel.

Von den Turnierfavoriten erreichten der Weltranglisten-Erste Djokovic und der an Nummer vier gesetzte Grieche Stefanos Tsitsipas ohne Satzverlust die nächste Runde. Djokovic schlug Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina in knapp zwei Stunden mit 6:1, 6:4, 6:1. Der 33 Jahre alte Serbe kam damit zu seinem 24. Sieg nacheinander und ist in diesem Jahr noch ohne Niederlage. Er trifft nun am Mittwoch auf den Briten Kyle Edmund. Tsitsipas ließ Albert Ramos aus Spanien beim 6:2, 6:1, 6:1 keine Chance. Bei den Damen gewannen die an Nummer eins gesetzte Tschechin Karolina Pliskova und die frühere Turniersiegerin Naomi Osaka aus Japan ihre Partien.

Gar nicht erst antreten durfte Paire, der vor Turnierbeginn positiv auf Covid-19 getestet wurde. "Mir geht es gut im Moment und ich habe keine Symptome", schrieb der 31-Jährige in den sozialen Netzwerken. Der Weltranglisten-23. äußerte jedoch Kritik an den Organisatoren. "Ich zögere noch, ob ich erzählen soll, was wirklich in dieser "Fake Bubble" passiert", schrieb Paire bei Instagram. Dessen Landsmann Adrian Mannarino sagte nach seinem Erstrundensieg, dass das System mehr einem überwachten Sicherheitstrakt als einer Blase gleiche.

Mehrere Profis, die mit Paire engeren Kontakt hatten, müssen sich in eine Art Isolation in der Isolation begeben, dürfen aber weiterhin am Turnier teilnehmen. "Der Fall ist ein Warnschuss für uns alle, dass man sich nie zu hundert Prozent sicher sein kann", sagte Kerbers Ex-Coach Dieter Kindlmann der "Süddeutschen Zeitung".

© dpa-infocom, dpa:200831-99-378590/15

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