Unantastbarer Ligaprimus 

TV-Ranking der Bundesliga: Gerecht? Der FC Bayern kassiert fast so viel wie die halbe Liga zusammen

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Der FC Bayern München ist unangefochtener Spitzenreiter im TV-Ranking der internationalen Vermarktung.

Der FC Bayern darf sich über zusätzliche Einnahmen freuen. Wie das TV-Ranking der internationalen Vermarktung verrät, kassiert der FCB mit Abstand am meisten.

Update vom 24. September 2019: Die Bundesliga stockt die TV-Gelder für die Profiklubs weiter auf. Wirklich ausgewogen ist die Verteilung dabei allerdings nicht - dem FC Bayern München wird's freuen, er ist der größte Profiteur des neuen Rankings der internationalen Vermarktung. 

TV-Ranking der Bundesliga: Paderborn, Union und Düsseldorf hinten - FC Bayern an der Spitze

Abgeschlagen am Ende der TV-Tabelle befindet sich die Aufsteiger SC Paderborn und Union Berlin sowie Fortuna Düsseldorf, die laut kicker rund 3,4 Millionen Euro aus dem rund 254-Millionen-Euro umfassenden Topf der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bekommen. Diese Summe ergibt sich dadurch, dass sich die drei Klubs in den vergangenen zehn Jahren nicht für Champions beziehungsweise Europa League qualifizieren konnten. 

Die Klubs im Mittelfeld des Rankings kassieren zwischen 5,5 und 8,8 Millionen Euro, RB Leipzig darf sich über 11,7 Millionen Euro freuen. Diese Zahl wird in Zukunft allerdings deutlich steigen, sollten sich die Sachsen in der Liga etablieren und regelmäßig für Europa qualifizieren.

TV-Ranking der Bundesliga: Der FC Bayern kassiert fast so viel wie die halbe Liga zusammen

Das Top-Trio bilden Schalke 04, Borussia Dortmund und der FC Bayern. Die Königsblauen erwartet trotz schwachem Abschneiden vergangene Saison rund 27,7, der BVB erhält etwa 32,4 Millionen Euro, dem Ligaprimus aus München kann allerdings niemand das Wasser reichen.  

Der Rekordmeister kassiert stolze 45 Millionen Euro und damit mehr Geld als Paderborn, Union Berlin, Düsseldorf, Freiburg, Bremen, Köln, Augsburg und Hoffenheim zusammen (etwa 41,8 Millionen). Stellt sich die Frage, ob diese Verteilung gerecht ist - fest steht wohl allemal, dass das TV-Ranking unterm Strich wohl etwas ausgewogener gestaltet werden hätte können. Das zeigt sich auch daran, wenn man auf die 2. Bundesliga blickt. Lediglich 6,5 Millionen Euro werden dort an die insgesamt 18 Zweitligisten verteilt - mit der Bundesliga und dem FC Bayern schlicht nicht vergleichbar, auch wenn man zugeben muss, dass sich Lewandowski, Coutinho & Co. international natürlich besser vermarkten lassen als so manch anderer Profi. 

Erstmeldung vom 24. Januar 2019: FC Bayern weit vorne - Neues Geld-Ranking der Fußball-Klubs

London - Branchen-Krösus Real Madrid hat als erster Fußball-Verein eine Dreiviertelmilliarde Euro umgesetzt - Rekordmeister Bayern München steigerte seine Erlöse in der Saison 2017/2018 erstmals auf mehr als 600 Millionen Euro. 

Die „Königlichen“ führten das Geld-Ranking nach ihrem dritten Champions-League-Sieg in Serie mit 750,9 Millionen Euro deutlich an, wie die am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte zeigten. Liga-Konkurrent FC Barcelona hat rund 60 Millionen weniger umgesetzt, Die drei Bundesligisten Bayern, Borussia Dortmund und Schalke 04 behaupteten ihre Positionen unter den Top 20.

Premier League bleibt insgesamt die reichste Liga

Am prominentesten vertreten ist erneut die englische Premier League mit gleich neun Clubs unter den finanzstärksten 20 Vereinen. „In England hast du fünf, sechs, sieben Clubs in der Weltspitze, die nicht nur in England bekannt sind, sondern weltweit“, sagte der ehemalige Arsenal-Spieler Lukas Podolski. Die Clubs vermarkten sich weltweit. „Die fliegen in die USA, nach Japan und China oder sonst wo hin. Das ist ein riesiger Marketingvorteil gegenüber der Bundesliga“, meinte der 2014-Weltmeister weiter.

Manchester United war im Vorjahr noch Führender im Ranking, jetzt sind die Red Devils noch Dritter mit einem Umsatzrückgang um rund zehn Millionen auf 666 Millionen Euro. Manchester City, der FC Liverpool, FC Chelsea, FC Arsenal und Tottenham Hotspur sind ebenfalls in der Top Ten vertreten.

FC Bayern München erzielt einen Rekordumsatz

Umsatzstärkster deutscher Verein bleibt Rekordmeister FC Bayern mit einem Umsatz von knapp 630 Millionen - die Münchner gehören damit zu den vier Fußballvereinen weltweit, die mehr als 600 Millionen Euro umgesetzt haben. Im Vergleich zur Saison 2016/17 verbesserten sie ihr Ergebnis um mehr als 40 Millionen.

Auch wenn die Bundesliga in den europäischen Wettbewerben in der Hinrunde dieser Saison deutlich besser abschnitt als noch in der Vorserie, warnt Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL): „Jedem sollte klar sein: Wenn wir uns dem globalen und digitalen Wettbewerb nicht stellen, dann stellt der Wettbewerb uns.“ Zudem gebe es in Zukunft viele Herausforderungen, zum Beispiel den sich verschärfenden Wettbewerb um Sponsoren auf nationaler und internationaler Ebene.

FC Bayern wird bei TV-Geldern überflügelt

Enorm sind die Unterschiede bei den internationalen TV-Geldern. Der FC Chelsea schied bereits im Achtelfinale der Champions League aus und wurde in der vergangenen Premier-League-Saison nur Fünfter - dennoch bekamen die Blues über 50 Millionen Euro mehr aus TV-Rechten im Vergleich zu den Bayern, die bis ins Halbfinale der Champions League kamen und deutscher Meister wurden. Selbst die englischen Mittelmaß-Clubs West Ham United und Newcastle United erlösten jeweils mindestens zehn Millionen Euro mehr an TV-Geldern als Borussia Dortmund.

Der Revierclub landete mit einem Umsatz von 317 Millionen Euro wie im Vorjahr auf dem zwölften Platz. Unter anderem aufgrund des Ausscheidens in der Champions-League-Gruppenphase in der Vorsaison gingen die Erlöse um knapp 15 Millionen Euro zurück. Die Tendenz dürfte für das kommende Geld-Ranking deutlich besser ausfallen, zum nächstplatzierten Juventus Turin hat der BVB indes über 75 Millionen Euro Rückstand. Juve dürfte seine Umsätze ebenfalls deutlich steigern: Schon kurz nach dem Transfer von Cristiano Ronaldo im Sommer schnellten die Erlöse beim Trikotverkauf nach oben.

Dritter Bundesliga-Club ist Schalke 04 auf Platz 16 im Ranking. Auch ohne Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb in der Vorsaison konnten die Königsblauen ihren Umsatz um mehr als zehn Millionen Euro steigern - auf 243,8 Millionen. Laut Deloitte kommt das Plus durch TV-Gelder und bessere Sponsoring-Verträge.

Die Finanzkraft der drei führenden Vereine - Real Madrid, FC Barcelona und Manchester United - hat in den vergangenen zehn Spielzeiten seit 2007/08 deutlich zugenommen. Ihr Umsatz verdoppelte sich in dieser Zeit auf zuletzt mehr als zwei Milliarden.

Die kleinen Bundesliga-Klubs planen die Revolution. Sie wollen mehr Geld aus der Vermarktung. Rummenigge warnt vor einer Spaltung der Liga.

dpa

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