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Karius nach Bundesliga-Comeback: «Sehe mich klar im Tor»

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Loris Karius
Will durch Leistung überzeugen: Berlins Torwart Loris Karius (l) in Aktion. Foto: Andreas Gora/dpa Pool/dpa © Andreas Gora

In der starken Saison von Union Berlin spielte Loris Karius bis zum Samstag keine Rolle. Der Ex-Keeper des FC Liverpool will sich mehr Spielzeit erkämpfen. Der Trainer vertraut aber einem anderen mehr.

Berlin (dpa) - Nach monatelangem Warten musste bei Loris Karius plötzlich alles ganz schnell gehen. Raus aus der warmen Winterjacke, rein ins Torwarttrikot, runter vor der Tribüne. Kein Aufwärmen, keine Vorbereitung.

Unverhofft feierte die eigentliche Nummer zwei des 1. FC Union Berlin nach fast fünf Jahren ein Comeback in der Fußball-Bundesliga - und will nun mehr. «Ich sehe mich ganz klar im Tor», sagte Karius nach dem 1:1 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach.

Weil Stammkeeper Andreas Luthe nach einem Zusammenprall im Strafraum über Schwindelgefühle klagte, wurde der 33-Jährige ausgewechselt. Der vom FC Liverpool ausgeliehene Karius musste in der 65. Minute ganz schnell reagieren. «Es ist nicht ganz einfach, gerade bei den Temperaturen. Als Torwart läufst du dich auch nicht warm. Im Normalfall wirst du nicht gebraucht», sagte der 27-Jährige.

Dieses Mal aber schon. Mit einer Parade in der Nachspielzeit hielt Karius einen verdienten Punkt gegen eine weitere Spitzenmannschaft fest. Union ist seit neun Heimspielen ungeschlagen und ärgerte nach den Bayern, Dortmund und Leverkusen den nächsten Favoriten. Auch die kleine Negativserie nach zwei Auswärtsniederlagen ist gestoppt. Aber gibt es jetzt Grund für eine Torwart-Diskussion? «Ich wüsste nicht, wieso eine Debatte ausbrechen sollte», sagte Berlins Trainer Urs Fischer deutlich: «Andi hat es bis hierhin sehr gut gemacht.»

Luthe, der vor der Saison vom FC Augsburg kam, muss nicht um seinen Platz zwischen den Pfosten bangen. Ihm gehe es nach dem Zusammenstoß «entsprechend gut», sagte Fischer. Bei einer Untersuchung wird noch geklärt, ob auch medizinisch wirklich alles in Ordnung ist. Wenn das bestätigt wird, kann der Routinier am kommenden Samstag auch in Mainz, beim Ex-Club von Karius, wieder auf dem Rasen stehen.

Für den FSV hatte Karius im Mai 2016 gegen Hertha BSC zuvor letztmals in der Bundesliga gespielt. Es folgten der Wechsel zum FC Liverpool und die reichlich diskutierten Patzer im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid. Eigentlich wollte er nach der anschließenden Ausmusterung in England und einer Leihe an Besiktas Istanbul in der Türkei in Berlin wieder Spielpraxis in Deutschland sammeln. Doch der Plan scheiterte bislang, weil Fischer ganz auf Luthe setzt.

Er sei nach dem Saisonstart im September erst «spät dazu» gekommen, sagte Karius zu seiner Situation. Da hatte Luthe schon Pluspunkte gesammelt, nur im DFB-Pokal durfte Karius einmal ran. «Seitdem haben wir fast kein Spiel mehr verloren. Das ist schon extrem bitter für mich», sagte er. «Für die Mannschaft war es ein Top-Lauf, das muss man dann akzeptieren, aber ich bin zuversichtlich, dass ich meine Einsätze noch bekomme und denke, dass ich es auch verdient hätte.»

Karius, der durch seine Beziehung mit Moderatorin Sophia Thomalla auch für einen ungewohnten Glamour-Faktor in Köpenick sorgt, will durch Leistung überzeugen und sorgt öffentlich nicht für Unruhe. «Natürlich ist Loris nicht ganz zufrieden mit seiner Situation, aber er akzeptiert seine Rolle und macht das aus meiner Sicht gut, auch wenn es ihm nicht so gefällt», sagte Fischer, der im Teamgefüge keine Unruhe aufkommen lassen will. Die Berliner liegen mit 29 Punkten im Tabellenmittelfeld weiter voll im Soll und haben im zweiten Bundesligajahr den frühen Klassenerhalt fest im Blick.

© dpa-infocom, dpa:210131-99-241117/2

Webseite von Union Berlin

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