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Drei hielten sich weniger als zehn Tage: Das sind die kürzesten Trainer-Amtszeiten der Bundesliga

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Von: Tanja Koch, Veronika Silberg

VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg: Trainer Rudolf Kröner (Nürnberg)
Als Fußball-Trainer beim 1. FC Nürnberg hatte Rudi Kröner immer einen Spruch parat. © imago images / Pressefoto Baumann

„Neuer Trainer, neues Glück“ - Oft funktioniert das, aber bei Weitem nicht immer. Diese 26 Trainer-Mannschafts-Beziehungen endeten besonders schnell.

Nicht nur Motivationskünstler muss er sein, im richtigen Moment soll er seiner Mannschaft auch mal eine Rüge erteilen und mahnend den Finger erheben. Doch was, wenn es trotz allem nicht klappen will und die Mannschaft keine Siege einfährt? Für Fußballtrainer ist ein Engagement in der Bundesliga sehr reizvoll - doch umso höher ist ihr Fall, wenn sie versagen. Bei manchen Trainer-Mannschaft-Beziehungen stimmte wohl aber auch einfach die „Chemie“ nicht so recht... Die Fotostory zeigt, wie unglaublich kurz so manche Liaison zwischen Trainern und Vereinen wirklich war.

26. Platz: Jan-Moritz-Lichte - FSV Mainz 05 (91 Tage)

Jan-Moritz Lichte fasst sich mit der rechten Hand an die Stirn
Zum Haareraufen: Nach nur einem Sieg in 12 Pflichtspielen wurde Jan-Moritz Lichte bei Mainz entlassen © Soeren Stache/dpa/dpa-Zentralbild/picture alliance

Vom Co- zum Cheftrainer - zumindest für 91 Tage. Jan-Moritz Lichte hatte die Bundesliga-Saison 2020/21 eigentlich als Assistent von Achim Beierlorzer begonnen. Es folgte ein schwacher Saisonstart und auch in der Mannschaft soll die Stimmung alles andere als gut gewesen sein. Also wurde Beierlorzer entlassen und Lichte bekam die Möglichkeit, das Ruder herumzureisen. Seine ernüchternde Bilanz: 11 Bundesliga-Spiele und nur ein einziger Sieg (3:1 in Freiburg). Das war zu wenig. Am 28. Dezember 2020 hieß es auch für ihn: Entlassen!

Nach der Pokalniederlage gegen Bochum war Schluss für Lichte

Die Bochumer jubeln nach ihrem Sieg im Elferschießen in Mainz. Im Hintegrund stehen die Mainzer bedröppelt da.
Am Ende jubelten wieder die anderen - das letzte Spiel von Lichte im Pokal gegen Bochum © Torsten Silz/dpa/picture alliance

Einen Tag vor Heiligabend wollten sich die Mainzer den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals erkämpfen. Der Vereinsvorstand war zwar schon entlassen, Lichte als Trainer aber noch im Amt. Nach zwei Treffern sah es zunächst gut aus für die Rheinhessen. Doch Bochum glich aus und nach einem nervenaufreibenden Elfmeterkrimi ging Mainz erneut mit einer Niederlage vom Platz. Fünf Tage nach dem Spiel folgte eine Umstrukturierung, der auch Lichte zum Opfer fiel. „Jan-Moritz Lichte ist ein absoluter Fußballfachmann, der sich für den Verein in einer schwierigen Situation in besonderem Maße eingesetzt hat“, so das öffentliche Statement. 91 Tage nach Trainer-Antritt wird Lichte „freigestellt“.

24. Platz: Marco Kurz - TSG 1899 Hoffenheim (90 Tage)

Marco Kurz schreit an der Seitenlinie wild gestikulierend
Marco Kurz in seinen drei Monaten in Hoffenheim - viel Grund zu Lachen gab es nicht © Uwe Anspach/dpa/picture alliance

Einen 25. Platz in unsere Rangliste gibt es nicht, stattdessen teilen sich zwei Trainer Position 24. Unter anderem wurde Marco Kurz nach 90 mageren Tagen im Amt entlassen. Der 1969 geborene Stuttgarter hatte am Neujahrstag 2013 die TSG Hoffenheim übernommen. Die Kraichgauer hatten nach der Hinrunde lächerliche 12 Punkte auf dem Konto und überwinterten auf Relegationsplatz 16.

Kurz hatte als neuer Hoffnungsträger übernommen

Die Hoffenheimer Spieler verpassen ihrem Trainer Markus Gisdol eine Bierdusche
Die TSG Hoffenheim konnte in der Relegation die Klasse halten - ohne Marco Kurz, mit Markus Gisdol © Fredrik Von Erichsen/dpa/picture alliance

Dabei war Kurz am Anfang noch als Hoffnungsträger gefeiert worden. Dem 1. FC Kaiserslautern hatte er schließlich zum Aufstieg verholfen. Der Aufschwung bei der TSG klappte dagegen erst, nachdem Marco Kurz wieder entlassen wurde. Unter Nachfolger Markus Gisdol konnte wenigstens noch der Klassenerhalt eingetütet werden. Die TSG-Zeit, sie blieb für Marco Kurz vor allem eins: kurz.

24. Platz: Helmut Schneider - Borussia Dortmund (90 Tage)

Helmut Schneider lacht in die Kamera. Es handelt sich hierbei um ein schwarz-weiß Bild
Nur wenige BVB-Trainer hatten eine kürzere Amtszeit als Helmut Schneider © Ferdi Hartung/imago sportfotodienst

In der Saison 1968/69 musste Borussia Dortmund einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Trainer Oswald Pfau erlitt einen Herzinfarkt, der letztlich zum Tod des 53-Jährigen führte. Nachdem kurzfristig Helmut Bracht als Übungsleiter eingesprungen war, übernahm Helmut Schneider im Dezember 1968. Nachdem er den BVB endlich stabilisieren konnte, folgte einmal mehr ein Negativlauf. Nach einer Niederlagenserie (darunter ein 0:1 gegen Erzrivale Schalke 04) musste Schneider schon wieder seine Koffer packen. Nach nur 90 Tagen war - wie bei Marco Kurz in Hoffenheim - Schluss.

23. Platz: Pál Csernai - Eintracht Frankfurt (88 Tage)

Trainer Pal Csernai mit nachdenklichen Blick
Bei Eintracht Frankfurt wurde der zweimalige Bundesliga-Meister Pal Csernai nicht glücklich © imago images/Kicker/Eissner

Mit dem FC Bayern gewann Pál Csernai zweimal den Meistertitel, einmal den DFB-Pokal. Über PAOK, Benfica, Borussia Dortmund und Fenerbahce kam der Ungar 1988 zu Eintracht Frankfurt. Von Erfolg war die Liaison aber nicht geprägt. Denn schon nach 88 Tagen war alles wieder vorbei. Als Nachfolger des zuvor gefeuerten Karl-Heinz Feldkamp holte Csernai nur sechs Punkte aus neun Spielen. Platz 15 war den Eintracht-Verantwortlichen zu wenig. Übrigens: Die Frankfurter hielten später mit dem dritten Trainer der Saison, Jörg Berger, die Klasse.

Bei den Bayern noch zweimal Meister, bei Frankfurt erfolglos

Pal Csernai und Uli Hoeneß verfolgen auf der Auswechselbank ein Spiel zusammen
Von 1978 bis 1983 arbeitete Csernai erfolgreich an der Seite vom damaligen Bayern-Manager Uli Hoeneß © Sven Simon/imago images

Der ehemalige ungarische Nationalspieler, der 2013 verstorben ist, hat allerdings genug Erfolgsmomente in seiner Karriere erlebt. Zu seinen glorreichsten Erfolgen zählen vermutlich die Jahre beim FC Bayern. Hier wurde er von den Spielern zum Cheftrainer gewählt, nachdem der Verein eigentlich Max Merkel einsetzen wollte. Csernai (hier an der Seite des damaligen Managers Uli Hoeneß) blieb knapp vier Jahre beim FCB und holte zwei Mal die Meisterschale nach München.

22. Platz: Aki Schmidt - Kickers Offenbach (87 Tage)

Aki Schmidt jubelt in der Kabine mit dem DFB-Pokal in der Hand
Aki Schmidts größte Erfolg als Trainer: Der Sensations-Pokalsieg mit den Kickers Offenbach 1970 © imago sportfotodienst/WEREK

Aki Schmidt war schon als Spieler klar: „Später werde ich Bundesliga-Trainer.“ Schon zu seiner aktiven Zeit erwarb der deutsche Nationalspieler sein Trainerdiplom. Im Juli 1970 übernahm er beim damaligen Bundesligisten Kickers Offenbach. Und siehe da: Einen Monat später gewann er den DFB-Pokal durch einen 2:1-Sieg gegen den haushohen Favoriten 1. FC Köln. Wegen der WM in Mexiko wurde der Pokal-Wettbewerb der Saison 1969/70 ab dem Achtelfinale erst im Juli und August 1970 ausgetragen. Den Schwung konnten die Kickers aber nicht in die Liga mitnehmen. Im September war Aki Schmidt bereits wieder Geschichte in Offenbach.

Nach dem Pokalsieg folgte der Liga-Frust für Aki Schmidt

Die BVB Fans mit einer Choreo für den verstorbenen Aki Schmidt
Aki Schmidt verstarb am 11. November 2016 - vor dem Spiel gegen die Bayern ehren die BVB-Fans ihre Legende © Bernd Thissen/dpa/picture alliance

Doch der ehemalige Nationalspieler und gebürtige Dortmunder blieb eine Fußball- und Trainer-Legende. Nach seinem Tod am 11. November 2016 ehrten die BVB-Fans Aki Schmidt vor dem Spiel gegen den FC Bayern. Auch der SSV Jahn Regensburg, bei dem Schmidt bis 1997 immer wieder als Trainer aktiv war, nannte ihn einen „Jahrhunderttrainer“ der Vereinsgeschichte.

21. Platz: Thomas Hörster - Bayer Leverkusen (85 Tage)

Ein nachdenklicher Leverkusen-Trainer Thomas Hörster bei einem Bundesligaspiel.
In der Leverkusener Chaos-Saison 2002/03 hatte Trainer Thomas Hörster den Glauben an den Klassenerhalt verloren - ein Irrglaube © imago images / Ulmer

Mitte Februar bis Mitte Mai 2003 hatte Thomas Hörster die Chance, die Bayer-Verantwortlichen von sich zu überzeugen. Dem Nachfolger von Klaus Toppmöller gelang das aber nicht. Zwei Spieltag vor dem Ende zog Leverkusen-Manager Reiner Calmund die Reißleine und holte Klaus Augenthaler. „Wir können es uns nicht erlauben, dass hier Angestellte des Vereins nicht mehr an den Klassenerhalt glauben“, erklärte Calmund damals.

Kaum war Thomas Hörster entlassen - Augenthaler rettet Leverkusen vor Abstieg

Klaus Augenthaler und Reiner Calmund sitzen bei der Trainervorstellung nebeneinander
Bayer-Manger Reiner Calmund hatte mit der Verpflichtung von Klaus Augenthaler den richtigen Riecher © Achim Scheidemann/dpa/dpaweb/picture alliance

Tja, hätte Thomas Hörster mal daran geglaubt. Denn unter Augenthaler passierte das eigentlich Unmögliche: Die Werkself gewann die letzten beiden Spiele und feierte so tatsächlich noch den Klassenerhalt. Für Hörster bedeute das erstmal das Ende seiner Bundesliga-Laufbahn. Klaus „Auge“ Augenthaler blieb bis 2005 bei Leverkusen.

20. Platz: Jürgen Röber - Borussia Dortmund (83 Tage)

Jürgen Röber jubelt über ein Tor beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach
Grund zur Freude hatte Jürgen Röber beim BVB nur selten - nach 83 Tagen war schon wieder Schluss © Roland Weihrauch/dpa/picture alliance

Der BVB hatte nicht immer so ein gutes Trainerhändchen wie beispielsweise bei Jürgen Klopp. Platz 20 unserer Liste beweist das. Die Verpflichtung von Jürgen Röber als Nachfolger von Bert van Marwijk wird sicher nicht in die Borussen-Geschichte eingehen. Der ehemalige Hertha-Trainer kam am 19. Dezember 2006 ins Amt und musste nach 83 Tagen am 12. März 2007 schon wieder gehen.

Trainerkarriere von Jürgen Röber nach seiner Zeit beim BVB quasi beendet

Jürgen Röber bei einer Pressekonferenz bei seinem belgischen Ex-Klub Royal Excel Mouscron
Bis zur letzten Saison arbeitet Röber als Sportdirektor beim belgischen Klub Royal Excel Mouscron © KURT DESPLENTER/imago images

Zwei Siege in acht Spielen waren den Dortmunder Verantwortlichen dann doch zu wenig. Danach kam der heute 67-Jährige nie so wirklich wieder zurück in die (Trainer-)Spur. Nach kurzen Stationen in der Türkei (Ankaraspor) und Russland (Saturn Ramenskoje) wurde es still um Jürgen Röber. Bis zur Saison 2019/ 2020 arbeitet er schließlich als Sportdirektor beim belgischen Erstligisten Royal Excel Mouscron.

19. Platz: Manuel Baum - FC Schalke 04 (79 Tage)

Manuel Baum streckt enttäuscht und frustriert die Hände nach oben
Eine Amtszeit zum Vergessen: Manuel Baums katastrophale 79 Tage als Schalke-Trainer © Juergen Fromme/imago images

Das darf man dann wohl als großes Missverständnis bezeichnen. „Lasst mich mal machen! Ich weiß, was ich tue“, hatte Manuel Baum bei seiner Vorstellung als neuer Schalke-Trainer im Dezember 2020 gesagt. Doch anscheinend konnte er seine Mannschaft nie ganz davon überzeugen. In zehn Bundesliga-Spiele gab es keinen einzigen Sieg.

Kein Sieg unter Manuel Baum - Schalke zieht nach 79 Tagen die Reißleine

Ein Schalke Spieler fliegt vor Manuel Baum ins Aus.
Schalke im freien Fall - das Heimspiel gegen den SC Freiburg sollte das letzte von Manuel Baum als S04-Trainer © Juergen Fromme/imago images

Vier Unentschieden waren da schon das Höchste der Gefühle. Nach nicht mal drei Monaten war klar: Baum hat keine Zukunft in Gelsenkirchen. Das Heimspiel gegen den SC Freiburg sollte für Manuel Baum das letzte Spiel als Schalke-Trainer bleiben. Er wurde nach 79 Tagen entlassen. Die Mammutaufgabe, die Schalker Chaos-Truppe wieder auf Spur zu bringen, übernahm der Schweizer Christian Gross.

18. Platz: Helmut Senekowitsch - Eintracht Frankfurt (78 Tage)

Helmut Senekowitsch auf der Trainerbank von Eintracht Frankfurt
Helmut Senekowitsch war von war von Juli bis September 1982 Trainer bei Eintracht Frankfurt © imago sportfotodienst

Helmut Senekowitsch übernahm im Sommer 1982 als Trainer bei Eintracht Frankfurt. Der Österreicher sollte aber nicht lange bleiben (dürfen). Denn im September war alles schon wieder vorbei. Senekowitsch wechselte anschließend wieder nach Griechenland, die Frankfurter holten sich Branko Zebec. Der hielt es zumindest ein Jahr in Hessen aus.

Helmut Senekowitsch musste bereits nach 78 Tage die Eintracht wieder verlassen

Trainer Helmut Senekowitsch steht hinter seinen 5 Neuzugängen im Sommer 1982
Die Erwartungen waren groß an den österreichischen neuen Trainer - nach seiner Entlassung landete die Eintracht auf Platz zehn © imago images / WEREK

Nach seiner Karriere als erfolgreicher Trainer der österreichischen Nationalmannschaft waren die Hoffnungen in Senekowitch noch groß. Bergauf ging es für die Frankfurter aber erst ohne den Österreicher. Die Eintracht landete nach seiner Entlassung am Saisonende auf Platz zehn.

16. Platz: Peter Neururer - Hertha BSC (76 Tage)

Peter Neururer trainierte den Hertha BSC Berlin nur 76 Tage lang.
Peter Neururer trainierte den Hertha BSC Berlin nur 76 Tage lang. © Rolf Vennenbernd/ dpa/ Picture Alliance

Bei fünfzehn Proficlubs stand Peter Neururer unter Vertrag. Zehn Mal wurde das Arbeitsverhältnis „im gegenseitigen Einvernehmen“ beendet. Seine kürzeste Amtszeit hatte „Peter der Große“ aber in der Saison 1991/92 bei Hertha BSC Berlin. Nach 76 Tagen war Schluss. Sein letztes Spiel als Trainer war die 3:7-Niederlage bei den Bayern. Neururers einziger Kommentar dazu war: „Das letzte Mal, dass ich so hoch verlor, war beim Tipp-Kick.“

Der Feuerwehrmann der Bundesliga schlechthin - Peter Neururer und seine 15 Profiklubs

Peter Neururer auf einer Tartanbahn mit legeren Klamotten
Peter Neururer als Sportlicher Leiter bei Wattenscheid tätig © imago images/eu-images

Wegen seiner vielen Anstellungen, meist bei Abstiegskandidaten der Bundesliga, erhielt Neururer den Ruf als „Feuerwehrmann“. Auch nach seiner kurzen Zeit bei Hertha hielt er es bei sechs weiteren Bundesligisten nie länger als zwei Jahre aus. Erst ab 2001 ging Neururer seine erste Langzeit-Ehe ein und blieb vier Jahre erfolgreich beim VFL Bochum.

16. Platz: Jürgen Klinsmann - Hertha BSC (76 Tage)

Jürgen Klinsmann (Trainer Hertha BSC) betritt den Innenraum des Stadions Hertha BSC Berlin.
Jürgen Klinsmann war nur für kurze Zeit der Trainer von Hertha BSC Berlin. © Bernd König/ imago

Klinsi der Weltmeister sollte der Hertha endlich zu Haupstadt-Glanz verhelfen. Seine Bilanz fiel allerdings ernüchternd aus. Nach einem ordentlichen Start stimmten nicht nur die Ergebnisse nicht mehr. Am 11. Februar 2020 kündigte Klinsmann auf Facebook seinen sofortigen Rücktritt als Cheftrainer an. Er vermisse das Vertrauen der Verantwortlichen. Stattdessen wolle er zurück in den Aufsichtsrat. Hier war er vor seiner Trainer-Engagement tätig.

Klinsmann und die Hertha - keine Liebe auf den ersten Blick

Michael Preetz und Jürgen Klinsmann schütteln sich die Hand
Vor allem das Verhältnis von Klinsmann zu Hertha-Geschäftsführer soll massiv gestört gewesen sein © Andreas Gora/dpa/picture alliance

Aber auch daraus wurde nichts: Man hatte genug von „Klinsi, dem Weltmeister“. Der Skandal zog sich dabei länger als Jürgens Klinsmann‘s Hertha-Zeit. Die veröffentlichten „Klinsmann-Tagebücher“ erhoben schwere Vorwürfe gegenüber der Geschäftsleitung des Vereins. Jürgen Klinsmann und die Hertha blieb eine kurze und vor allem unliebsame Liaison.

15. Platz: Bernd Krauss - Borussia Dortmund (67 Tage)

Bernd Krauss wurde im Winter der Saison 2000/01 Trainer von Borussia Dortmund.
Bernd Krauss wurde im Winter der Saison 2000/01 Trainer von Borussia Dortmund. © imago images / Team 2

Neun Tag kürzer im Amt als Klinsi hielt sich Bernd Krauss bei Borussia Dortmund. In der Saison 2000/01 gelang dem Trainer in elf Bundesligaspielen kein einziger Sieg. Nachfolger wurde Matthias Sammer, der bereits 2002 mit dem BVB als Trainer Deutscher Meister wurde.

Satz mit X - Bernd Krauss und der BVB gehen frühzeitig wieder getrennte Wege

Bernd Krauss mit Jacke und Schal im Borussia-Park
Zuletzt als Trainer war Bernd Krauss im Jahr 2012 - damals verschlug es den Ex-Borussen nach Tunesien © imago sportfotodienst

Auch im Ausland wollte es für Krauss nie so recht langfristig klappen. Er blieb selten länger als ein Jahr. Dafür ging es einmal um die halbe Welt: Krauss trainierte in Spanien, Griechenland, Österreich, dem Iran und Abu Dhabi. Zuletzt war der gebürtige Dortmunder 2012 als Trainer in Tunesien tätig.

14. Platz: Jörg Berger - Hannover 96 (63 Tage)

Jörg Berger gestikuliert heftig an der Seitenlinie.
Jörg Berger gestikuliert heftig an der Seitenlinie. © Jens Büttner/ dpa/ Picture Alliance

Genau wie Peter Neururer erhielt auch Jörg Berger den Spitznamen „Feuerwehrmann“. Auch Berger rettete in seiner Anfangszeit als Motivationskünstler den ein oder anderen Abstiegskandidaten. Wie Neururer erhielt allerdings auch Berger selten die Chance, eine Mannschaft länger aufzubauen. In Hannover blieben ihm nur knapp zwei Monate. Nach 63 Tagen wurde Jörg Berger durch Helmut Kalthoff ausgewechselt. Ein kleiner Trost: Auch Kalthoff blieb nicht sonderlich lange.

Jörg Berger - Die meisten Entlassungen der Bundesliga-Historie

Fußball-Trainer Jörg Berger hebt seine Hände und ruft 1984 seiner damaligen Mannschaft, dem HSV Hessen Kassel auf dem Platz etwas zu.
Als Trainer des HSV Hessen Kassel (hier 1984), überlebte Jörg Berger einen Giftanschlag der Stasi. Erst Jahre später, nach der Wende bekam er EInblicke in seine Akte. © mago images / Ferdi Hartung

Wenigstens einen Rekord konnte Berger allerdings brechen. In seinen über 40 Jahren Trainerzeit ist er der meist entlassene Coach der Fußball-Bundesliga. In der ersten Bundesliga alleine musste Berger sechs Entlassungen einstecken. Erlebt hat Jörg Berger dabei einiges: Als DDR-Trainer nutzte er ein Spiel in Jugoslawien aus um in den Westen zu fliehen. Hier wurde er von der Stasi verfolgt und überlebte in den 1980er Jahren sogar einen Giftanschlag.

13. Platz: Hans-Jürgen Gede - Fortuna Düsseldorf (61 Tage)

Hans-Jürgen Gede, Co-Trainer bei Fortuna Düsseldorf.
Hans-Jürgen Gede, Co-Trainer bei Fortuna Düsseldorf. © imago images / WEREK

Aller Anfang ist schwer. Als Hans-Jürgen Gede im Januar 1992 zum ersten Mal nicht als Assistent sondern als Chef-Trainer auf der Trainerbank saß, durfte er nicht allzu lange sitzen bleiben. Nach 61 Tagen ohne Sieg musste Gede gehen. Auch ohne Gede stieg Fortuna Düsseldorf zum Ende der Saison als 20. der Tabelle ab.

Viel Zeit blieb Trainer Hans-Jürgen Gede nicht in der Fußball-Bundesliga...

Fußball-Trainer Hans-Jürgen Gede schaut bei einem Spiel mit Fortuna Düsseldorf auf die Uhr.
Viel Zeit hatte Hans-Jürgen Gede als Trainer bei Fortuna Düsseldorf nicht © imago sportfotodienst/dpa/picture alliance

Aber auch nach dem Trainer-Aus bei Düsseldorf wollte es mit der Bundesliga und Hans-Jürgen Gede nicht so recht klappen. Nach einem weiteren, kurzen Versuch in Kassel ging es für den Trainer unter anderem nach Teheran, Usbekistan, Kuala Lumpur und Vietnam. In Deutschland trainierte Gede nur noch kleinere Vereine.

12. Platz: Jens Keller - VfB Stuttgart (58 Tage)

Fußball DFB-Pokal 2. Runde: Chemnitzer FC - VfB Stuttgart am Mittwoch (27.10.2010) im Stadion an der Gellertstraße in Chemnitz. VfB-Trainer Jens Keller auf der Bank.
VfB-Trainer Jens Keller auf der Bank. © Hendrik Schmidt/ lsn/ dpa/ Picture Alliance

Als Hoffnungsträger sollte der vorherige Co-Trainer Jens Keller die Stuttgarter Elf vom Schlusslicht der Bundesliga nach vorne katapultieren. Das sah anfangs richtig gut aus: Keller gewann mit dem VfB fünf der ersten sieben Pflichtspiele. Doch die Trendwende hielt nicht lange. Nach sechs verpatzten Partien ohne Sieg ging es wieder in den Tabellen-Keller für Stuttgart. Nach 58 Tagen musste Keller der neuen Hoffnung, Bruno Labbadia, weichen.

Von Stuttgart nach Schalke: Vom Keller in die Champions League

Jens Keller, Trainer des FC Schalke 04, in der Saison 2013/2014.
Jens Keller, Trainer des FC Schalke 04, in der Saison 2013/2014. © imago images / Team 2

Mehr Erfolg hatte Jens Keller schließlich beim FC Schalke 04. Hier löste er 2012 Huub Stevens ab und führte die Schalker zum Saisonende auf Platz 4 der Tabelle. Unter Keller schafften es die Schalker in der darauffolgenden Saison auf Platz drei und somit zweimal hintereinander in die Champions League. Die Zeit bei Schalke blieb vorerst die erfolgreichste in Kellers Trainer-Karriere.

11. Platz: Krassimir Balakov - 1. FC Kaiserslautern (57 Tage)


Krassimir Balakov, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, in der Saison 2011/2012.
Krassimir Balakov, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, in der Saison 2011/2012. © imago images / Bernd König

Aktuell steht es um den 1. FC Kaiserslautern nicht gut. 2012 stiegen sie aus der ersten Liga ab - und eine Rückkehr scheint in weiter Ferne. Im Frühjahr 2012 sollte Krassimir Balakov den Klassenerhalt noch retten. Doch seine Bemühungen blieben vergebens. Auch unter Balakov wurden sieben der verbleibenden acht Spiele verloren.

Ein Kurzer Abstecher in die deutsche Bundesliga: Balakovs Ausflug nach Kaiserslautern

Fußball Bundesliga 32. Spieltag: Hertha BSC -1. FC Kaiserslautern am Samstag (21.04.2012) im Olympiastadion in Berlin. Kaiserslauterns Trainer Krassimir Balakov (l) spricht während des Spiels mit Kaiserslauterns Florian Dick.
Kaiserslauterns Trainer Krassimir Balakov spricht während des Spiels mit Kaiserslauterns Florian Dick. © Sebastian Kahnert/ dpa/ Picture Alliance

Der Abstieg war besiegelt. Kurz danach war die Zeit beim 1. FC Kaiserslautern für Balakov (auf dem Bild links) schon wieder zu Ende. Die 57 Tage beim FC sollten für den ehemaligen bulgarischen Nationalspieler die einzigen in der deutschen Bundesliga bleiben.

10. Platz: Christoph Daum - Eintracht Frankfurt (54 Tage)

Christoph Daum, Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt.
Christoph Daum, Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt. © imago images / Seskim Photo

Das gleiche Schicksal ereilte auch Christoph Daum gegen Ende seiner Karriere. Er sollte Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahren. Schließlich hatte er während seiner langen Bundesliga-Karriere den VfB Stuttgart zum Meister und den 1. FC Köln zum Vizemeister gemacht. Sein Antritt als Cheftrainer sorgte deshalb noch für euphorische Begeisterung beim damaligen Vorstandschef Heribert Bruchhagen: „Ich sehe gute Chancen, dass wir in der Bundesliga bleiben“, versprach er hoffnungsvoll.

Für die Eintracht Frankfurt wurde Christoph Daum nicht zum Retter in der Not

Pressekonferenz Eintracht Frankfurt 1. Fussball Bundesliga 2010/2011 Pressekonferenz zum Ende der Ära Christoph Daum
Christoph Daum sollte als Trainer bei Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt möglich machen. © imago images / Eibner

Doch die erhoffte „Aufbruchsstimmung“ hielt leider nicht an. Eine Niederlage jagte die nächste und schließlich trat Frankfurt den unumgänglichen Abstieg in die zweite Bundesliga an - ohne Christoph Daum. Seine Zeit beim hessischen Verein blieb 54 Tage lang. Unter Nachfolger Armin Veh spielte sich Eintracht Frankfurt bereits eine Saison später schon wieder in die erste Liga.

9. Platz: Michael Skibbe - Hertha BSC (52 Tage)

Michael Skibbe wendet sich als Trainer bei Hertha BSC Berlin vom Spiel ab und verzieht traurig das Gesicht.
Michael Skibbe konnte als Trainer bei Hertha BSC Berlin nur ein trauriges Gesicht. © imago sportfotodienst

Noch zwei Tage schneller war Michael Skibbe weg vom Fenster. Es ist eine traurige Bilanz, die er nach seiner Zeit bei Hertha BSC Berlin hinterlässt. Nach fünf Niederlagen in fünf Spielen wird er 2012 entlassen. Skibbe bezeichnete seinen Vertrag später selbst als Fehler. Er habe im Vorfeld nicht die wahre Lage des Vereins erkennen können.

Fünf Spieltage - Fünf Niederlagen: Schmerzhafte Bilanz für Michael Skibbe beim BSC


Michael Skibbe, Ex-Trainer von Hertha BSC.
Michael Skibbe, Ex-Trainer von Hertha BSC. © imago images / PA Images

Mit leeren Händen ging Michael Skibbe aber zumindest nicht nachhause. Weil sein Vertrag bei Hertha eigentlich bis 2014 abgeschlossen war, bekam der Gelsenkirchner laut Bild-Zeitung eine Abfindung von 500.000 Euro (zuzüglich der bereits verdienten 150.000). Nach dem Aus in Berlin blieb Skibbe hauptsächlich im Ausland tätig. 2019 kehrte er nach Deutschland zurück und trainierte in Dortmund die U19-Mannschaft des BVB.

8. Platz: Bernd Hollerbach - Hamburger SV (49 Tage)

Fussball 1.Liga 2017/2018, 26.Spieltag, FC Bayern München - Hamburger SV, in der Allianz Arena München. Trainer Bernd Hollerbach (Hamburger SV) hebt unzufrieden die Arme.
Bernd Hollerbacher muss in München zusehen, wie der Hamburger Sv gegen den FC Bayern verliert. © imago images / MIS/Christian Kolb

Bernd Hollerbachs kurze Reise mit dem Hamburger SV nahm in München sein jähes Ende. Nach sieben Spielen ohne Sieg wurden die Hamburger Elf von den Bayern mit 0:6 endgültig an die Wand gespielt. Hollerbach wurde bereits nach 49 Tagen Trainerzeit beurlaubt.

Nicht mal 50 Tage hielt sich Hollerbach als Trainer des Hamburger SV

Bernd Hollerbach als Fußball-Trainer von Mouscron in der Jupiler Pro League in Belgien
Fußball-Trainer Bernd Hollerbacher während seiner Zeit beim belgischen Erstligisten Royal Excel Mouscron © imago images / Panoramic International/Vincent Kalut

Auch danach schaffte es Hollerbach erstmal nicht mehr in die deutsche Bundesliga. Allerdings landete er als Cheftrainer beim belgischen Erstligisten Royal Escel Mouscron. Hier dürfte er mit Sicherheit die Bekanntschaft von Jürgen Röber gemacht haben, der es in unserer Liste auf Platz 20 geschafft hat.

7. Platz: Rudolf Rudi Kröner - 1. FC Nürnberg (41 Tage)

Rudolf Kröner, Ex-Trainer des 1. FC Nürnberg.
Rudolf Kröner, Ex-Trainer des 1. FC Nürnberg. © imago images / Ferdi Hartung

Misserfolg ist nur eine Frage der Einstellung. Rudi Kröner reagierte 1983, am Anfang seiner eher erfolglosen Zeit als Trainer des 1. FC Nürnberg, noch flapsig auf die 0:4 Niederlage gegen den HSV: „Wir haben heute ein neues System kreiert: vorne zu- und hinten aufgemacht.“ Sein Gastspiel als Trainer im Frankenland blieb trotz seines Humors kurz. Nach 41 Tagen war für Rudi Schluss in Nürnberg.

Sprüche statt Spielerfolge: Rudolf Kröners kurze Zeit beim FCN

VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg: Trainer Rudolf Kröner (Nürnberg)
Als Fußball-Trainer beim 1. FC Nürnberg hatte Rudi Kröner immer einen Spruch parat. © imago images / Pressefoto Baumann

Insgesamt 19 Gegentreffer kassierten die Nürnberger unter seiner Führung. Eine beachtliche Zahl in 41 Tagen. Allgemein fiel Kröner in dieser Zeit mehr durch seine arroganten Sprüche auf, als durch Spielerfolge. Vor Nürnberg trainerte Kröner ein knappes Jahr den 1. FC Kaiserslautern, wo es nach seiner Entlassung hieß: „Die Auftritte des rhetorisch unbeholfenen Fußball–Lehrers empfand nicht nur der studierte [damaliger FCK-Präsident, Anm. d. Red.] Udo Sopp zum Schluss als peinlich.“ Nach Nürnberg ging es für den „Fußball-Lehrer“ erstmal nach Nigeria.

6. Platz: Jürgen Sundermann - VfB Leipzig (33 Tage)

Fußball-Trainer Jürgen Sundermann (re.) mit Mannschaftsleiter Damian Halata (beide vfb Leipzig)
Der schwäbische „Wundermann“ Jürgen Sundermann als Trainer des Vfb Leipzig © imago images / Rust

Jürgen Sundermann führte 1977 den VfB Stuttgart in die erste Liga. Er wurde als „Wundermann“ gefeiert und von der schwäbischen Boulevard-Presse in den Himmel gelobt. Drei Jahre lang blieb er im Schwabenland. Nicht ganz so rühmlich und vor allem nicht ganz so lange verlief sein Abstecher beim VfB Leipzig. Es war zugegebenermaßen nicht sein erstes Engagement bei den Sachsen, von dem wir hier sprechen. Schon 1992 hatte Sundermann die Leipziger Elf trainiert. Seine Rückkehr 1994 blieb allerdings kurz. Sundermann gewann mit seiner Mannschaft eins von acht Spielen und wurde bereits nach 33 Tagen entlassen.

Einfach der falsche VfB: Kein „Wundermann“ für Leipzig

Jürgen Sundermann, Ex-Trainer des VfB Leipzig.
Jürgen Sundermann, Ex-Trainer des VfB Leipzig. © imago images / Sportfoto Rudel

Dem Fußball ist Sundermann aber trotz kleiner Misserfolge treu geblieben. Besonders in der Ausbildung und Talentfindung ist der Wahl-Schwabe immer noch aktiv. Sein Herz gehört dabei nach eigenen Angaben bedingungslos dem VFB Stuttgart. „Dat is mein Verein“ erklärte er zu seinem 80. Geburtstag den Stuttgarter Nachrichten. Leipzig scheint längst vergessen zu sein.

5. Platz: Robert Körner - 1. FC Nürnberg (18 Tage)

Trainer Max Merkel (Mitte) zwischen Co-Trainer Robert Körner (li.) und Betreuer Fred Böhm (alle Nürnberg).
Robert Körner war nicht lange Trainer der Nürnberger. © imago

Das waren noch Zeiten, als der 1. FC Nürnberg um den Sieg der deutschen Meisterschaft kämpfte: Das letzte Mal klappte es für die Nürnberger 1968. Als Co-Trainer war damals auch Robert Körner (auf dem Bild links) dabei. Diesen Erfolg sollte der Österreicher ein Jahr später als Cheftrainer fortsetzen. Viel Zeit blieb Körner dabei aber nicht. 18 Tage später musste er seinen Chefposten beim „Club“ nach zwei Niederlagen schon wieder an den Nagel hängen.

Von der Meisterschaft zum Abstieg: Kurzes Glück für Körner und den FCN

Der Kader des 1. FC Nürnberg im Zeitraum 1968/1969, hi.v.li.: Trainer Max Merkel, Heinz Strehl, Ludwig -Luggi- Müller, Hansi Küppers, Amand Theis, Ferdinand Wenauer, Theo Homann, Horst Blankenkburg, Georg Volkert, Co Trainer Robert Körner, Mitte: Hans Rigotti, Horst Leupold, Dieter Nüssing, Peter Czernotzki, Fritz Popp, Jürgen Lehr, Klaus Zaczyk, vorn: Johnny Hansen, Erich -Ete- Beer, Zvezdan Cebinac, die Torhüter Roland Wabra, Jürgen Rynio und Walter Pradt, Heinz Müller, Franz Zimmert.
Der Kader des 1. FC Nürnberg im Zeitraum 1968/1969, hi.v.li.: Trainer Max Merkel, Heinz Strehl, Ludwig -Luggi- Müller, Hansi Küppers, Amand Theis, Ferdinand Wenauer, Theo Homann, Horst Blankenkburg, Georg Volkert, Co Trainer Robert Körner, Mitte: Hans Rigotti, Horst Leupold, Dieter Nüssing, Peter Czernotzki, Fritz Popp, Jürgen Lehr, Klaus Zaczyk, vorn: Johnny Hansen, Erich -Ete- Beer, Zvezdan Cebinac, die Torhüter Roland Wabra, Jürgen Rynio und Walter Pradt, Heinz Müller, Franz Zimmert. © imago images / Horstmüller

Aber auch die Entlassung Körners (rechts auf dem Bild) brachte dem 1. FC Nürnberg kein Glück. Er stieg wenig später als amtierender Meister aus der Bundesliga ab. Nach der kurzen Achterbahnfahrt in Nürnberg ging es für den ehemaligen österreichischen Nationalspieler zurück in seine Heimat. Nürnberg sollte seine letzte Station im deutschen Profi-Fußball bleiben.

4. Platz: Franz Beckenbauer - FC Bayern München (17 Tage)

Der FC Bayern München feiert mit Franz Beckenbauer seinen Titel als Deutscher Meister 1996 auf dem dem Marienplatz.
Der „Kaiser" Franz Beckenbauer beim Sieg der Meisterschaft mit dem FC Bayern München. © FRED JOCH via www.imago-images.de

Unsere Nummer 4 dürfte für alle Münchner ein mehr als bekanntes Gesicht sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern in dieser Liste hat Franz Beckenbauer* in seiner kurzen Zeit als Trainer auch kaum Niederlagen zu verzeichnen. Ganz im Gegenteil: Schon bei seiner ersten Trainerzeit 1993 führte der berühmte Ex-Nationalspieler die Münchner zur Meisterschaft. In seiner noch kürzeren Trainerzeit 1996 gewann er mit Bayern den UEFA-Pokal.

Franz Beckenbauer: Der FC Bayern München und sein Kaiser

Fußball: Gala zur Einweihung der Hall of Fame des deutschen Fußballs im Deutschen Fußballmuseum. Franz Beckenbauer, ehemaliger deutscher Fußballspieler hält seine Trophäe auf der Bühne.
Franz Beckenbauer wird zur Eröffnung der Bundesliga Hall of Fame geehrt. © Ina Fassbender/dpa/picture alliance

Seine kurze Zeit auf der Trainerbank dauerte 17 Tage an. Beckenbauer sprang nur vorübergehend ein, als Otto Rehnagel 1996 seinen Trainerposten verlor. Die Stelle war also von Anfang an begrenzt - weil Beckenbauer jedoch in dieser Zeit mit seiner Mannschaft die Endspiele des UEFA-Pokals gegen Girondins Bordeaux gewann und der stolzen Trophäensammlung in München damit ein weiteres Stück Silberware hinzufügte, haben wir eine kaiserliche Ausnahme gemacht und ihn als einzigen Interimstrainer in die Liste aufgenommen. Von 1994 bis 2009 war Franz Beckenbauer Präsident des Vereins, seitdem ist er beim FC Bayern München Ehrenpräsident. Als Funktionär und Sportpolitiker war er lange Jahre national und international aktiv.

3. Platz: Dettmar Cramer - Hertha BSC (Acht Tage)

Der Chef-Trainer des FC Bayern München, Dettmar Cramer, aufgenommen 1976.
Nur acht Tage war Dettmar Cramer Trainer beim Hertha BSC - vom 1. bis 9. Juli 1974. © Istvan Bajzat/ dpa/ Picture Alliance

Der Viert-Platzierte in unserem Ranking ist ein echtes Mysterium. Im Vergleich zu vielen seiner aufgelisteten Kollegen wurde Dettmar Cramer als Cheftrainer bei Hertha BSC nämlich keineswegs gefeuert. Er annullierte einfach seinen Dreijahresvertrag - nur acht Tage nachdem er am 1. Juli 1974 als Trainer vorgestellt worden war.

Lieber doch zum FC Bayern: Gerüchte um Dettmar Cramers schnellen Abgang bei Hertha BSC

Die FC Bayern Südkurve erinnert mit einem Banner nach seinem Tod bei einem Fußball-Spiel in München an den ehemaligen Trainer Dettmar Cramer, den „Professor“.
Die FC Bayern Südkurve erinnert in München an den verstorbenen, ehemaligen Trainer Dettmar Cramer © imago images

Bis heute schweigt Dettmar „Professor“ Cramer über die Gründe für den plötzlichen Abgang. Einigen Gerüchten zufolge seien dem erfolgreichen Trainer vielversprechende Neuzugänge versprochen worden, für die allerdings kein Geld vorhanden war. Wieder andere behaupten, der FC Bayern* hätte damals bereits Kontakt zu Cramer aufgenommen. Später wurde der „Professor“ mit den Münchnern zweimal Deutscher Meister. Nach seinem Tod 2015 bedankte sich die Südkurve des FCB bei ihrem ehemaligen Trainer.

2. Platz: Karsten Heine - Hertha BSC (Drei Tage)

Hertha BSC Berlin-Trainer Karsten Heine am 30.09.1994.
Hertha BSC Berlin-Trainer Karsten Heine am 30. September 1994. © Ferdi Hartung/ imago

Für Karsten Heine verlief die kurze Zeit an der Spitze des Berliner Trainerstabs deutlich schmerzhafter. Er war 1993 der letzte in einer Reihe von Trainern, die versuchten den BSC* in einer katastrophalen Saison vor ihrem Abstieg zu bewahren. Nachdem unter anderem Pál Csernai und Peter Neururer ihr Glück versucht hatten, wechselte Heine für das letzte Spiel vom Co- zum Cheftrainer. Viel zu retten gab es zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr.

Karsten Heine und die erste Elf des Hertha BSC Berlin - Eine On-Off Beziehung

Karsten Heine hebt bei einem Spiel als Trainer von Hertha BSC Berlin wütend die Arme
Karsten Heine bei einem Spiel als Trainer von Hertha BSC Berlin © imago images / Bernd König

Sein einziges Spiel wurde zur Niederlage. Heines erste Cheftrainer-Zeit in Berlin endete so schnell, wie sie gekommen war. Vom 20. Oktober bis zum 23. Oktober 1993 war der gebürtige Berliner im Amt. Danach blieb er dem BSC weiter als Co-Trainer erhalten. Heine ließ nicht locker und schaffte es einige Jahre später schließlich doch nochmal zurück: Er begleitete das Team 1994 als Cheftrainer in der zweiten Liga. Es sollte nicht sein letzter Einsatz bleiben. 2007 und 2009 sprang Heine erneut als Cheftrainer der Herthaner ein.

1. Platz: Jørn Andersen - 1. FSV Mainz 05 (0 Tage)

Fußball 2. Bundesliga, 21. Spieltag: Eintracht Braunschweig - Karlsruher SC am 11.02.2012 im Eintracht Stadion in Braunschweig.
Nach dem Aufstieg mit dem Zweiligisten 1. FSV Mainz 05 im Sommer 2009 wurde Andersen noch vor dem ersten Spieltag entlassen. © Peter Steffen/ dpa/ Picture Alliance

Noch vor Amtsantritt schon wieder entlassen: Die Saison endete für Jørn Andersen als Cheftrainer der Mainzer Elf, noch bevor sie begonnen hatte. Zugegeben: Ein bisschen gemogelt ist diese Spitzenposition aber schon. Schließlich trainierte Andersen als Nachfolger von Jürgen Klopp bereits eine Saison lang den FSV Mainz* und verhalf der Mannschaft 2008/09 zum Aufstieg in die erste Bundesliga. Nur dort angekommen war die Zusammenarbeit eben ziemlich schnell beendet.

Ohne Jørn in die erste Liga: „Es kommt immer Andersen, als man denkt“

Die Fans von Mainz 05 feiern den Aufstieg in die 1. Bundesliga und Noch-Trainer Jorg Andersen. Sie halten ein Banner mit der Aufschrift: „Es kommt Andersen als man denkt“
Die Fans von Mainz 05 feiern den Aufstieg in die 1. Bundesliga und Noch-Trainer Jorg Andersen. „Es kommt Andersen als man denkt“ © imago images

Vier Jahre nach der Entlassung begründete der Manager von Mainz 05, Christian Heidel, gegenüber der Sportbild das plötzliche Aus mit inneren Unstimmigkeiten: „Andersen und Mainz, das hat von der Philosophie her nicht zusammengepasst.“ Hinzugefügt wurde außerdem, Andersen habe zu wenig mit der Mannschaft gesprochen. Überrascht waren viele Fans trotzdem. Mit der wohl kürzesten Trainerzeit in der deutschen Bundesliga schrieb Andersen Fußball-Geschichte. Es kommt eben immer Andersen, als man denkt...*tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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