Ex-DFB-Präsident

Überraschende Bewerbung: Diese Frau will Grindel-Nachfolgerin werden

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Reinhard Grindel tritt von seinen Ämtern bei der FIFA und der UEFA zurück. 

Der Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel wird nicht zum ZDF zurückkehren. Ein Gutachten warf etwaige Überlegungen nun über Bord.

  • Reinhard Grindel ist als DFB-Präsident zurückgetreten.
  • Grindel werden mehrere Fehltritte angelastet.
  • Unter anderem soll Grindel eine 6.000 Euro teure Uhr von einem ukrainischen Funktionär als Geschenk angenommen haben .
  • Ein Nachfolger für Grindel steht noch nicht fest. Gehandelt werden unter anderem Philipp Lahm und Christoph Metzelder.
  • Wie die Suche nach einem Grindel-Nachfolger abläuft, lesen Sie hier.
  • Welche Kandidaten als Nachfolger für Grindel gehandelt werden, lesen Sie hier.

Update vom 2. Mai 2019: Eine der Öffentlichkeit bislang unbekannte Vereinsvorsitzende will Nachfolgerin von Reinhard Grindel an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Die Düsseldorferin Ute Groth hat ihre Bewerbung als Präsidentin des weltgrößten Fußballverbandes bereits Anfang April eingereicht. „Ich möchte mit meiner Kandidatur etwas verändern, wir brauchen ehrliche, begeisternde Menschen im Ehrenamt und an der Spitze des DFB“, teilte die 60 Jahre alte Vereinsvorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf in einer Mitteilung des DJK-Sportverbandes mit.

In 119 Jahren DFB-Geschichte stand noch nie eine Frau an der Spitze des rund sieben Millionen Mitglieder zählenden Verbandes. Erst am 2. April war Grindel, der zwölfte DFB-Präsident, von seinem Amt wegen fragwürdiger Zusatzeinkünfte und der Annahme einer teuren Uhr als Geschenk von einem Funktionärskollegen zurückgetreten. Als Nachfolger des 57-Jährigen wurden anschließend ausnahmslos männliche Fußball-Prominente wie Philipp Lahm, Rudi Völler, Matthias Sammer oder Christoph Metzelder gehandelt.

Aber Kandidatin Groth wirbt für eine Frau und betonte im Interview der „Rheinischen Post“: „Der DFB würde damit eine Vorbildfunktion übernehmen.“ Dies sei jedoch nicht die Motivation ihrer Bewerbung. „Ich meine es ernst. Ich möchte auch ein Nachdenken über die Besetzung dieses Postens herbeiführen. Die letzten beiden Kandidaten haben beide keine Amtszeit überlebt. Was läuft da falsch?“, sagte die 60-Jährige. Seit 2007 steht sie an der Spitze der DJK TuSA 06 Düsseldorf, der nach eigenen Angaben 1200 Mitglieder hat.

Grindel darf doch nicht zum ZDF zurück - das ist der Grund

Update vom 25. April 2019, 9.33 Uhr:Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel hat laut einem vom ZDF in Auftrag gegebenen Gutachten kein Rückkehrrecht zu dem Sender. Der studierte Jurist und Journalist hat mehr als ein Jahrzehnt lang fürs ZDF gearbeitet. Anschließend war er für die CDU Mitglied des Bundestags und wechselte 2016 an die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes. Anfang April trat er zurück. Zunächst hatte das ZDF mitgeteilt, Grindel (57) habe ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht. Der Sender gab anschließend eine Prüfung des Rechtsanspruchs in Auftrag: „Das jetzt vorliegende Ergebnis der juristischen Expertise bestätigt ein Rückkehrrecht von Herrn Grindel nicht“, teilte das ZDF am Mittwoch in Mainz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

In den Tagen vor seinem Rücktritt hatte es deutliche Kritik an Grindel wegen der Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr gegeben. Beim ZDF war Grindel von 1992 bis 1997 als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt. Danach war er von 1997 bis September 1999 Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 arbeitete er als Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016.

Grindel tritt auch von Ämtern bei UEFA und FIFA zurück: „Jedes Maß verloren“

Update vom 10. April, 19.20 Uhr: Acht Tage nach dem Rückzug vom nationalen Spitzenposten ist Reinhard Grindel auch von seinen internationalen Positionen bei den Verbänden UEFA und FIFA zurückgetreten. „Die öffentliche Berichterstattung hat jedes Maß verloren“, begründete der 57-jährige gebürtige Hamburger in einer persönlichen Erklärung am Mittwoch diesen Schritt. „Ich habe in einem Brief an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin meinen Rücktritt als UEFA-Vizepräsident und als Mitglied des FIFA-Rats erklärt.“

Grindel hatte sich bereits vergangene Woche nach einer Serie von Fehltritten als DFB-Präsident zurückgezogen. Er übernehme „die Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene“, erklärte er nun. „Es geht mir vor allem darum, den guten Ruf der UEFA zu schützen. Außerdem möchte ich den Weg der FIFA zu mehr Transparenz und Good Governance nicht belasten.“

Ex-DFB-Präsident Grindel tritt auch von FIFA- und UEFA-Ämtern zurück

Update vom 10. April, 17.57 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund beurteilt den Rücktritt seines ehemaligen Präsidenten Reinhard Grindel von den internationalen Ämtern bei den Verbänden UEFA und FIFA als „persönliche Entscheidung“. Das teilte der DFB am Mittwoch mit. Grindel habe „sich in den vergangenen Jahren mit hohem Engagement im UEFA-Exko und im FIFA-Council eingebracht und einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewerbung um die Ausrichtung der Euro 2024 geleistet. Für diese Arbeit sind wir ihm sehr dankbar.“

Update vom 10. April, 16.11 Uhr: Vor etwas über einer Woche zog Reinhard Grindel die Konsequenz aus der „Uhr-Affäre“. Er legte sein Amt als DFB-Präsident nieder. Jetzt gibt der 57-Jährige bekannt, dass er auch seine Ämter bei der UEFA und der FIFA aufgibt. Er war UEFA-Vizepräsident und Mitglied im FIFA-Council. 

Fall Grindel: Ethikkommissionen beschäftigen sich jetzt mit dem Ex-DFB-Präsidenten

Ex-FIFA-Ethikchef Hans-Joachim Eckert spricht über die Causa Grindel.

Update vom 10. April, 14.50 Uhr: Reinhard Grindel ist zwar als DFB-Präsident zurückgetreten, doch den Konsequenzen die mit seinen Verfehlungen einhergehen, kann er damit nicht entfliehen. Im Augenblick beschäftigen sich die Ethik-Gremien beim DFB, der FIFA und der UEFA mit dem Fall. Besonders die geschenkte Luxusuhr wird dabei im Fokus stehen.

Der ehemalige FIFA-Ethikchef Hans-Joachim Eckert sagte dem Sport-Informations-Dienst (SID) dazu: „Er (Grindel) sollte die Konsequenzen kennen, wenn er eine solche Uhr als Geschenk annimmt.“ Die Ethik-Kommission des DFB befasst sich aber nicht nur mit der Uhr-Affäre, sondern auch mit einem angeblich verschleierten Zusatzeinkommen in Höhe von 78.000 Euro. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft läuft diesbezüglich auch eine Verdachtsprüfung.

Es liegt noch viel Arbeit vor den DFB-Ethik-Experten weiß Eckert. „Man muss erst wissen, was genau passiert ist - ob die Uhr oder auch die zusätzliche Vergütung wirklich nicht angegeben wurden.“ Sollten sich die Vorwürfe verhärten, kann die Kommission aber keine Sanktionen erheben. Lediglich die entsprechende Kammer des DFB-Sportgerichts kann auf einen Antrag der Ethiker tätig werden. Ob sich Grindel auch bei der UEFA und der FIFA zurückzieht, ist bis jetzt noch nicht bekannt. 

Grindel-Nachfolge: Zwei Bundesligisten wollen Favoriten als Sportdirektor

Update vom 09. April, 12.47 Uhr: Um Christoph Metzelder ranken sich seit längerem Gerüchte. Der ehemalige Nationalspieler steht als Funktionär hoch im Kurs. Ex-DFB-Sprecher Harald Stenger sprach sich für ihn als neuen Präsidenten aus und auch das Interesse von Schalke 04, den ehemaligen Dortmunder als Sportdirektor zu verpflichten, ist kein Geheimnis. Nun soll auch RB Leipzig seine Fühler nach dem 38-Jährigen ausstrecken.

Ralf Rangnick will seinen ehemaligen Schützling wohl als Nachfolger des abgewanderten Leiter Sports, Jochen Schneider, zu den Bullen lotsen. Die Bild spricht von weit fortgeschrittenen Verhandlungen. Dem Mateschitz-Klub geht es darum eine langfristige Lösung zu finden. Der neue sportlich Verantwortliche soll als rechte Hand Rangnicks fungieren, in das Geschäft eingelernt werden und den 60-Jährigen im Idealfall früher oder später als starken Mann ablösen können. Dabei bietet sich Metzelder förmlich an: Er ist, für einen Funktionär, noch sehr jung, konnte aber bei TuS Haltern schon einige Erfahrungen im administrativen Bereich sammeln. Als ehemaliger Spieler von Ralf Rangnick sollte auch die Hierarchie im Verein nicht zum Problem für ihn werden. RB erwartet Metzelder angeblich auch schon zu persönlichen Gesprächen in Leipzig. 

Grindel-Nachfolge: Rudi Völler mit eindeutiger Absage

Update vom 9. April, 07.55 Uhr: Rudi Völler hat sich erneut klar gegen die Übernahme des Präsidentenamtes im Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Nachfolger des zurückgetretenen Reinhard Grindel positioniert. "Ich weiß es zu schätzen, dass mir viele Menschen dieses Amt zutrauen würden", sagte der Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger: "Doch solch eine sportpolitische Funktion kommt für mich nicht infrage."

Unabhängig davon, dass "die letzten drei Präsidenten ja alle mehr oder weniger aus dem Amt gejagt wurden", ist es für den Weltmeister von 1990 "keine Frage von Personen, sondern eine Frage des Amtes. Deshalb müssen sich auch die Strukturen ändern, bevor man überhaupt über Personen diskutieren kann."

Grindel-Nachfolge: Jetzt wird einer seiner Vorgänger ins Gespräch gebracht

Update 8. April, 13.10 Uhr: Bei der Suche nach einem neuen DFB-Präsidenten haben gleich zwei prominente Vertreter des deutschen Fußballs den Namen Wolfgang Niersbach wieder ins Gespräch gebracht. Der Augsburger Manager Stefan Reuter könnte sich eine Rückkehr des 2015 zurückgetretenen DFB-Chefs „gut vorstellen“. Und der langjährige Fußball-Funktionär Heribert Bruchhagen sagte im „NDR“-Fernsehen: „Das Anforderungsprofil kann man sich ganz einfach machen: Der Neue sollte die Eigenschaften von Wolfgang Niersbach haben.“

Update 6. April, 16.51 Uhr: Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder hält sich über ein mögliches Engagement als DFB-Präsident oder Sportdirektor des FC Schalke 04 bedeckt. "Ich bin total geschmeichelt. Es ist eine Ehre, damit in Verbindung gebracht zu werden. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich auch schon in meiner Zeit als Profi nie zu Spekulationen geäußert habe. Deswegen möchte ich das nicht kommentieren", sagte der „Sky“-Experte

Update 5. April, 15.14 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat bestätigt, dass eine Verdachtsprüfung gegen Reinhard Grindel eingeleitet wurde. Dabei soll es jedoch nicht um die Uhr gehen, wegen dessen Besitz der Funktionär von seinem Amt als DFB-Präsident zurückgetreten war. „Diese ist nach Auskunft der Fachabteilung nicht Gegenstand des hiesigen Prüfvorgangs", teilte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen dem SID mit. Solange die Prüfung eines möglichen Anfangsverdachts andauert und noch keine Ermittlungen eingeleitet sind, "werden zu Stand und Inhalt des Prüfvorgangs keine Angaben gemacht", sagte Niesen weiter.

Grindel-Nachfolge: Kandidaten de Maiziere und Sammer winken ab

Update 5. April, 11.37 Uhr: Der frühere Bundesminister Thomas de Maiziere hat keine Ambitionen auf das Amt des DFB-Präsidenten. "Ich habe in der Zeitung gelesen, dass mein Name gehandelt wird. Das steht für mich aktuell nicht zur Debatte", sagte der CDU-Politiker der Augsburger Allgemeinen: "Meine Tätigkeiten als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und als Vorsitzender der Deutschen Telekom Stiftung füllen mich aus." Darüber hinaus ist der 65-Jährige Vorsitzender der Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Der ebenfalls gehandelte Matthias Sammer teilte mit, dass es seine "aktuelle Lebensplanung" nicht vorsehe, "in ein operatives Geschäft zurückzukehren". Ohnehin sei viel wichtiger, zunächst die Strukturen beim DFB anzugehen. "Bevor du Mr. X findest, brauchst du erst einmal Struktur. Ich diskutiere jetzt keine Namen", sagte der „Eurosport“-Experte: "Erst mal eine Struktur erarbeiten, die wichtig ist, um die ganzen Bereiche abzudecken. Dann diese Bereiche mit Spezialisten auffüllen - das wäre mein Vorschlag." 

Update 5. April, 11.10 Uhr: Reinhard Grindel droht nach seinem Aus als DFB-Präsident nun auch juristischer Ärger wegen seiner Luxusuhr. Weil das Schmuckstück bei der Einfuhr nicht verzollt worden sein soll, läuft bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Verdachtsprüfung. Ob Ermittlungen eröffnet werden, ist noch unklar.

Völler als neuer DFB-Präsident? Bei Umfrage landet  weit vorn

Update 4. April, 20.15 Uhr: Dürften Deutschlands Fußball-Fans entscheiden, hätte der 90er Weltmeister Rudi Völler gute Karten auf die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel. 35 Prozent stimmten laut einer „Bild“-Umfrage bei einer Auswahl von sechs Kandidaten für den früheren DFB-Teamchef und aktuellen Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen. Wer Grindel tatsächlich beerben wird, kristallisiert sich momentan aber noch nicht heraus.

Allerdings hält der ehemalige Leverkusener Reiner Calmund Rudi Völler für einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel. „Der Rudi bringt alles mit, um ein perfekter Repräsentant an der Spitze des Verbands zu sein“, sagte der 70-Jährige der Rheinischen Post (Freitag-Ausgabe). „Der Kerl hat nie die Bodenhaftung verloren, Rudi hat sportlich fast alles erreicht und genießt auch international ein unheimliches Ansehen.“ Calmund schränkte allerdings ein: „Aber man muss einen solchen Job auch wollen.“ Völler hat sich bislang nicht öffentlich zu entsprechenden Spekulationen um seine Person geäußert.

Calmund betonte zudem, dass die Strukturen im Verband geändert werden müssten. „Der Präsident des DFB muss sich genauso wohlfühlen auf einem Kreisligaplatz wie bei einer Welt- oder Europameisterschaft. Der DFB ist ein ziemlich großes Unternehmen, das hat nicht mehr viel mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ zu tun.“ Wie bei einem Unternehmen brauche man „absolute Top-Kräfte an der Spitze“, die auch erstklassig bezahlt werden müssten.

Kurioser Passus macht‘s möglich: Kehrt Grindel zum ZDF zurück?

Update 4. April, 9.56 Uhr: Hinter Reinhard Grindel liegt eine abwechslungsreiche Berufslaufbahn. Vor seiner Wahl zum DFB-Präsidenten war der 57-Jährige als Journalist beim ZDF tätig und wirkte für die CDU als Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Nach seinem DFB-Aus könnte Grindel nun wieder bei seinem alten Arbeitgeber einsteigen - das erlaubt ein nicht unumstrittener Passus. „Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht“, hat das ZDF gegenüber dwdl.de bestätigt.

Dass Grindel entsprechende Ambitionen, die ein kurioses Konstrukt im Abgeordnetengesetz theoretisch ermöglichen, tatsächlich verfolgt, ist allerdings zweifelhaft. Der 57-Jährige hat unlängst angekündigt, seine Ämter bei der UEFA und FIFA behalten zu wollen.

Grindel droht weiterer Ungemach - mögliche Nachfolgerin bringt sich in Position

Update 4. April, 7.34 Uhr: Trotz seines Rücktritts vom Amt des DFB-Präsidenten ist Reinhard Grindel längst nicht aller Sorgen ledig. Die Aufarbeitung seiner Verfehlungen könnte den 57-Jährigen teuer zu stehen kommen und ihn seine Ämter bei den internationalen Verbänden kosten.

So berichtet die FAZ, dass sich die DFB-Ethikkommission mit dem "Fall Grindel" beschäftigen wird und er womöglich die 78.000 Euro, die er als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH erhalten hat, zurückzahlen muss. Zudem wolle der DFB nicht, dass Grindel seine Posten beim Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) behält.

In diesem Zusammenhang vermeldet die SZ, dass die UEFA ihrem Vizepräsidenten Grindel den Rücktritt nahelegen wolle. Für seine internationalen Ämter erhält Grindel zusammen rund eine halbe Million Euro im Jahr.

Derweil hat sich Anti-Korruptions-Kämpferin Sylvia Schenk (66) für eine Grindel-Nachfolge in Stellung gebracht. "Ich will nicht kandidieren, aber zutrauen würde ich es mir, wenn die Leute es wollen und reif für eine Frau sind", sagte die Leiterin Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland der Bild-Zeitung.

Grindel-Nachfolger: Ein prominenter Kandidat sagt ab

14.21 Uhr: Die ebenfalls als Kandidatin gehandelte Sylvia Schenk (66) hält sich in der Diskussion über einen Nachfolger für den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel bedeckt. Es sei "völlig falsch", jetzt mit einer Personaldebatte zu beginnen, sagte die Antikorruptions-Kämpferin bei n-tv.

"Es müssen erst die anderen Strukturen angegangen werden. Wir brauchen mehr Frauen in verschiedenen Funktionen des Fußballs", äußerte Schenk mit Blick auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB): "Wir brauchen Menschen mit Migrationshintergrund, aber das Pferd von hinten aufzuzäumen, würde nur davon ablenken, die eigentlichen Probleme anzugehen."

Schenk hält einen Verbleib Grindels in seinen Ämtern beim Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für fragwürdig. "Ich finde es zumindest problematisch, dass er in den internationalen Funktionen weitermachen soll", äußerte die Leiterin Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland: "Es werden jetzt international die Weichen gestellt. Das sehen wir an den ganzen Diskussionen, wie die Gelder künftig zu verteilen sind, ob es eine neue Europa-League oder Ähnliches gibt. Da muss der DFB wunderbar aufgestellt sein und mit einer starken Stimme sprechen. Das sehe ich in Zweifel gestellt."

Grindel-Nachfolge: Hitzlsperger sagt ab

14.09 Uhr: Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart hat keine Ambitionen auf die Nachfolge von Reinhard Grindel als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. „Ich habe meine Aufgabe als Sportvorstand beim VfB Stuttgart gerade erst angetreten. Diese Aufgabe füllt mich voll und ganz aus und es ist für mich keine Option eine andere Position außerhalb des VfB anzustreben“, teilte der 36-Jährige am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit. Zuvor war Hitzlsperger von Medien als möglicher Kandidat genannt worden bei der Wahl eines neuen DFB-Präsidenten im September. Grindel war am Dienstag nach drei Jahren im Amt zurückgetreten.

FIFA reagiert entspannt auf Grindel-Rücktritt - vorerst

12.39 Uhr: Der Weltfußballverband FIFA hat den Rücktritt des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel "zur Kenntnis" genommen. Weitere Kommentare werde der Fußball-Weltverband aber erst abgeben, "wenn die Tatsachen und Umstände", die zu der Entscheidung des 57-Jährige geführt hatten, vollständig bekannt sind, sagte ein Sprecher dem SID am Mittwoch. Grindel sitzt trotz seines Rücktritts weiterhin im FIFA-Council, sein Mandat läuft noch bis 2023. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die FIFA-Ethikkommission Ermittlungen gegen den früheren CDU-Politiker aufnehmen wird.

In Artikel 20 des FIFA-Ethikcodes ("Angebot und Annahme von Geschenken oder sonstigen Vorteilen") steht, dass Geschenke unter anderem nur einen "symbolischen oder geringen" Wert haben dürfen. "Im Zweifelsfall ist davon abzusehen, Geschenke oder sonstige Vorteile anzunehmen, zu gewähren, anzubieten, zu versprechen, zu erhalten, zu fordern oder zu verlangen", schreibt die FIFA.

Vergehen gegen Artikel 20 werden mit einer Geldstrafe von mindestens 10.000 Schweizer Franken (rund 8900 Euro) und einer Sperre von maximal zwei Jahren geahndet. "Ich hoffe sehr, dass nach der Prüfung durch die Compliance-Beauftragten sicher ein Verstoß gegen Meldepflichten festgestellt wird, aber im Übrigen meine Integrität nicht in Zweifel steht", hatte Grindel am Dienstag gesagt.

Nach DFB-Rücktritt: Arbeitet Reinhard Grindel bald wieder für das ZDF?

11.55 Uhr: Der bisherige DFB-Präsident Reinhard Grindel hat grundsätzlich die Möglichkeit, wieder beim ZDF zu arbeiten, für das er zuvor schon tätig war. „Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht“, teilte das ZDF am Mittwoch auf Anfrage mit.

Der 57-jährige Grindel war in den Tagen vor seinem Rücktritt durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr unter Druck geraten. Bei dem öffentlich-rechtlichen Sender war er von 1992 bis 1997 zunächst als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt, von 1997 bis September 1999 dann als Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 war er Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016. Den Posten als DFB-Präsident übernahm er im April 2016.

DFB-Vize Koch: Suche nach Grindel-Nachfolger wird dauern

11.54 Uhr:

Die Suche nach einem neuen DFB-Präsidenten wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. "Ganz sicher nicht in den nächsten Tagen und Wochen" werde ein Kandidat für die Wahl auf dem DFB-Bundestag am 27. September vorgeschlagen, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Dienstagabend in der ARD-Sportschau.

Nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel führt Koch den Verband zusammen mit DFL-Präsident Reinhard Rauball interimsmäßig an. "Wir beschäftigen uns noch nicht mit Namen", sagte Koch und betonte, dass zunächst die strukturellen Veränderungen beim DFB auf den Weg gebracht werden müssen.

"Wir müssen daran gehen, all diese Modernisierungsansätze, die wir seit Monaten diskutieren, umzusetzen", sagte der 60-Jährige: "Ich hoffe, dass das mehr in den Fokus rückt. Wir werden im September einen neuen Präsidenten wählen. Den werden wir ausgucken, wenn wir wissen, wie die neuen Strukturen aussehen."

Spekuliert wird über eine grundsätzliche Strukturreform mit einer Geschäftsführung und einem Aufsichtsrat, dem dann der neue DFB-Präsident vorsteht. "Wir müssen einen ganz anderen Weg gehen", sagte Koch: "Wir müssen uns überlegen, warum jetzt mehrere Präsidenten hintereinander vorzeitig ihr Amt aufgeben musste. Das muss anders werden. Die erste Voraussetzung dafür ist, dass Profi- Und Amateurfußball viel enger zusammenrücken. Wir müssen einen gemeinsamen Kandidaten außerhalb des Präsidiums finden, der von allen Seiten respektiert wird."

DFB Präsident Grindel ist zurückgetreten.

Grindel-Nachfolger? Ex-DFB-Sprecher Stenger spricht sich für Metzelder aus

11.04 Uhr: Der frühere Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes, Harald Stenger, hält Christoph Metzelder für einen geeigneten Kandidaten als DFB-Chef. „Das ist ein Mann mit sozialem Engagement, mit politischen Kontakten“, sagte Stenger am Mittwoch im Deutschlandfunk. Der Ex-Profi sei jedoch laut Stenger nicht der Wunschkandidat der DFB-Führung. „Man sucht irgendeinen Menschen von außen, der völlig neutral ist“, sagte der 68-Jährige. Grindel war am Dienstag als DFB-Präsident zurückgetreten. Eine Nachfolge soll beim nächsten DFB-Bundestag im kommenden September gewählt werden.

DFB-Vize über Grindel: „Sehr viel Positives bewirkt“

10.34 Uhr:

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth (62) hat Kritik an den Umständen geübt, die zum Rücktritt von Verbands-Chef Reinhard Grindel (57) geführt hatten. "Reinhard Grindel hat am Ende einfach Fehler gemacht und ein paar Fehleinschätzungen getroffen. Das hat er ja auch selbst eingeräumt. Aber an ihm haben sich auch einige regelrecht abgearbeitet", sagte der Düsseldorfer im Interview mit der Rheinischen Post.

Der Funktionär des Deutschen Fußball-Bundes weiter: "Das war nicht immer guter Stil. Er hat mit seinem Engagement bei den Amateuren aber auch durchaus sehr viel Positives bewirkt. Wir haben natürlich viele Dinge kritisch angesprochen - intern. Ich favorisiere es, dass man jemanden intern offen mit Kritik konfrontiert und nicht wie einige im Verband hinter vorgehaltener Hand."

Update vom 3. April 2019, 9.55 Uhr: Nach seinem Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes droht Reinhard Grindel offenbar der Verlust des nächsten Führungspostens. Die Tageszeitung Die Welt berichtet, dass Grindel sein gut bezahltes Amt als Vizepräsident und Mitglied des Exekutivkomitees bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Kürze wohl aufgeben müsse. Offiziell kommentiert die UEFA Grindels Rücktritt nicht.

In den kommenden Tagen soll es laut dem Bericht zu einem Gespräch zwischen dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten und den UEFA-Verantwortlichen kommen, in dem Grindel der Rücktritt nahegelegt werde. Sollte sich Grindel weigern, drohe ihm eine interne Ethik-Untersuchung wegen der Armbanduhr-Affäre, die schließlich zum Ausschluss aus der UEFA führen könnte.

„Für den DFB ist er nicht gut genug, aber für die UEFA schon? Das kann ja nicht sein.“

„Er ist ein guter Typ, aber wir haben keine andere Option, als hart mit ihm zu sein", wird ein angeblich hochrangiger UEFA-Funktionär, der nicht namentlich genannt werden wollte, in der Welt zitiert: „Wenn er aus ethischen Gründen beim DFB aufhört, kann er nicht gleichzeitig bei der UEFA bleiben. Das wäre komplett unrealistisch." Und weiter: „Für den DFB ist er nicht gut genug, aber für die UEFA schon? Das kann ja nicht sein.“

Grindel hatte bei seinem Abschied als DFB-Präsident als Folge einiger Fehltritte und der Annahme einer 6000 Euro teuren Uhr vom ukrainischen Funktionär Grigori Surkis betont, seine Ämter in den Führungsgremien der UEFA und FIFA "in enger Abstimmung mit dem DFB" fortführen zu wollen. Die beiden Posten garantieren dem Funktionär Einnahmen in Höhe von knapp 500.000 Euro jährlich.

Lesen Sie auch: Was passiert jetzt? Die wichtigsten Fragen zur Grindel-Nachfolge haben wir hier erklärt

Reinhard Grindel tritt als DFB-Präsident zurück - News vom 2. April

Update vom 2. April 2019, 18.28 Uhr: Die Antikorruptionsorganisation Transparency International sieht den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel als Chance für den Deutschen Fußball-Bund (DFB), "mehr Sensibilität für Compliance in konkreten Situationen zu schaffen". Das teilte die Organisation am Dienstag mit. Bezüglich der gegen Grindel "im Raum stehenden Vorwürfe zu mangelnder Transparenz und möglichen Verstößen gegen Compliance-Regeln" fordert Transparency International eine Klärung der nationalen und internationalen Gremien.

Den vorläufigen Verbleib Grindels in seinen Ämtern beim Weltverband FIFA und bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) sieht die Organisation dagegen kritisch. Der DFB dürfe sich den Nachfolger Grindels "nicht von UEFA und FIFA, wo Grindel für seine Mitwirkung in Entscheidungsgremien hoch vergütet wird, finanzieren lassen", sagte Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland.

Reaktionen auf Grindel-Rücktritt: „Beste Entscheidung für den deutschen Fußball“

Update vom 2. April 2019, 16.00 Uhr: Nun äußern sich auch die ersten Funktionäre und Experten zu dem DFB-Rücktritt von Präsident Reinhard Grindel. Für Lothar Matthäus sei es eine kluge Entscheidung, denn die Geschichten mit der Uhr und den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. “Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig“, so der Rekord-Nationalspieler gegenüber Sky

Hannover-Manager Horst Heldt hat die Bedeutung des Amts und die Wichtigkeit einer klugen Neu-Besetzung hervorgehoben. „Der Präsident des DFB ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Jetzt gilt es, einen geeigneten und kompetenten Mann zu finden, der die Belange von Profi- und Amateurfußball in Einklang bringt.“

Update vom 2. April 2019, 15.48 Uhr: Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel dringt die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock auf eine Erneuerung des Deutschen Fußball-Bundes. „Themen liegen auf der Hand: Fußball Fans zurückgeben, Spieltage nicht weiter zerteilen, Transparenz und gesellschaftlicher Verantwortung nach vorne“, schrieb Baerbock am Dienstag bei Twitter. Mit Blick auf eine Nachfolgeregelung fügte sie an: „Vielleicht Zeit für eine kluge Frau wie Silvia Neid?“

Grindel hatte am Dienstag seinen Rücktritt verkündet. Er war in den vergangenen Tagen durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr unter Druck geraten.

DFB-Präsident Reinhard Grindel tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Update vom 2. April 2019, 14.30 Uhr: Der Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel ist nun auch vom DFB bestätigt worden. Wie der größte Fußball-Verband der Welt bekannt gab, wird Grindel sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegen. Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten im September, werden die Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch und Dr. Reinhard Rauball interimsmäßig übernehmen.

Wie der DFB ebenfalls verkündete, wird Grindel weiterhin seine internationalen Ämter bekleiden dürfen. Unter anderem ist er im FIFA-Council und im UEFA-Exekutivkomitee tätig. Die beiden Ämter werden laut der Bild mit jährlichen 500.000 Euro vergütet.

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Vize-Präsidenten äußern sich

"Reinhard Grindel hat sich mit hohem persönlichem Engagement für den DFB eingebracht und nicht nur in der Bewerbung um die EURO 2024 viel für den Verband getan. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und haben großen Respekt vor seiner Entscheidung. Unser Ziel ist es jetzt, einen gemeinsamen Kandidaten von DFB und DFL außerhalb des Präsidiums zu finden, der die Anliegen des Amateurfußballs ebenso im Blick hat wie den Spitzenfußball", so Vize-Präsident Rainer Koch. 

"Gleichzeitig wird es Reinhard Rauball und mir in der vor uns liegenden Interimszeit bis September 2019 darum gehen, in engem Zusammenwirken von DFB und DFL die strukturellen Rahmenbedingungen des Verbandes so weiterzuentwickeln, dass der DFB im guten Miteinander von Profi- und Amateurfußball für die Zukunft stabil und geschlossen aufgestellt wird." 

„Im Sinne des deutschen Fußballs“

Auch DFL-Präsident und Co-Interimspräsident Reinhard Rauball hat sich bereits zu Wort gemeldet. Er nehme Grindels Rücktritt mit Respekt und Verständnis zur Kenntnis. Es sei im Sinne des deutschen Fußballs und dessen Handlungsfähigkeit, den Weg für einen personellen und strukturellen Neuanfang innerhalb des DFB freizumachen. 

"Amateur- und Profivertreter sind nun gemeinsam gefordert, bis zum kommenden DFB-Bundestag die Weichen für die Zukunft zu stellen. Nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Positionierung in der Gesellschaft steht der DFB vor enormen Herausforderungen", so Rauball weiter. "Diese Herausforderungen gilt es, mit großer Ernsthaftigkeit, Empathie und Gestaltungswillen anzugehen. Ziel muss es dabei sein, jenseits von Einzelinteressen immer nach den besten Lösungen für den deutschen Fußball zu streben."

Reinhard Grindel tritt als DFB-Boss zurück - Seine Stellungnahme im Wortlaut

Reinhard Grindels Stellungnahme im Wortlaut: „Ich trete vom Amt des DFB-Präsidenten zurück. Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht geldgierig und seit Jahren mit Compliance-Fragen befasst bin. Seit dem Wochenende kenne ich den Wert der Uhr von 6000 Euro und bin deshalb gestern Vormittag auf unseren Generalsekretär und unseren Compliance-Beauftragten zugegangen und habe mit ihnen die Lage erörtert.

Video: DFB-Boss Reinhard Grindel tritt zurück

Uhr-Affäre: „Keinerlei Interessenkonflikt erkennbar“

Herr Surkis hatte keinerlei wirtschaftliche Interessen im Zusammenhang mit dem DFB. Er hat mich niemals davor oder danach um irgendeine Unterstützung gebeten. Es war zum damaligen Zeitpunkt auch schon klar, dass er nicht wieder für das UEFA-Exko kandidieren wird, dem er heute auch nicht mehr angehört. Es war und ist für mich keinerlei Interessenkonflikt erkennbar.

Für mich war dies ein reines Privatgeschenk, ohne jeden Bezug zum ukrainischen Verband oder gar einem Wirtschaftsunternehmen. Es war für mich ein Gebot der Höflichkeit, dieses Geschenk anzunehmen.

Ich bin mit der Annahme des Geschenks offen umgegangen und habe es meinem mich in Genf begleitenden Mitarbeiter gezeigt und es später auch in Frankfurt im Kollegenkreis erwähnt. Ich kannte die Marke der Uhr nicht und hatte keine Vorstellung von ihrem Wert. Es war ein schweres Versäumnis, diesen Wert nicht sofort zu ermitteln. So hätte ich bereits den Anschein unredlichen Handelns vermeiden können.

Selbstverständlich werde ich mich auch an die Compliance-Beauftragten der FIFA und UEFA wenden und den Vorgang der Zollverwaltung melden. Steuerrechtlich ist wegen bestehender Freigrenzen nach Auskunft meines Steuerberaters die Sache unbedenklich.

Reinhard Grindel: „Bin fassungslos über meine Fehler“

Ich möchte nochmals betonen, dass ich mir nicht erklären kann, warum ich in dieser Angelegenheit nicht für die nötige Klarheit gesorgt habe. Sie können mir glauben, dass ich seit dem Wochenende fassungslos bin über den Fehler, der mir da unterlaufen ist.

Ich möchte aber, nicht zuletzt im Interesse meiner Familie, die sehr unter der Situation leidet, darum bitten, jetzt die Untersuchungen der Compliance-Beauftragten in den verschiedenen Verbänden abzuwarten.

Ich habe keinerlei Gegenleistung für die Annahme des Geschenks erbracht. Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Uhr als Privatgeschenk annehmen darf. Die Uhr wird so schnell wie möglich zurückgegeben. Ich hoffe sehr, dass nach der Prüfung durch die Compliance-Beauftragten sicher ein Verstoß gegen Meldepflichten festgestellt wird, aber im Übrigen meine Integrität nicht in Zweifel steht.

Grindel zieht Bilanz: „Arbeit an der Basis wurde gestärkt“

Lassen Sie mich zum Schluss sagen: Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss, die ich gerne ausgeübt habe, vor allem um dem Amateurfußball in Deutschland Impulse zu geben.

Ich habe dafür gesorgt, dass die Leistungen für unsere Landesverbände erheblich verbessert wurden und damit die Arbeit an der ehrenamtlichen Basis gestärkt wurde.

Ich freue mich, dass ich einen Beitrag leisten konnte, um die EURO 2024 nach Deutschland zu holen. Das ist eine hervorragende Perspektive für den Fußball an der Spitze und der Basis.

Reinhard Grindel: „Neuaufbau des DFB auf den Weg gebracht“

Wir haben den Neubau des DFB auf den Weg gebracht. Das ist gut für alle Mitarbeiter im Haupt- und Ehrenamt. Und es ist durch den Abschluss verbesserter Sponsorenverträge gelungen, die wirtschaftliche Lage des DFB zu stärken. Ich bedanke mich bei meinen Kollegen aus den Landesverbänden, die mich bis zuletzt unterstützt haben, und ich danke den Kollegen aus der Bundesliga für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Am Ende frage ich mich: Warum ist das passiert? Ich kann es mir nur so erklären, dass ich zutiefst davon überzeugt war, dass ich nichts Unrechtes tue und im Stress des Amtes einfach zu wenig hinterfragt habe. Noch mal: Dass ich wegen eines solchen Vorgangs öffentlich so dastehe, macht mich fassungslos und traurig, und ich bitte einfach um eine faire Beurteilung meiner am Ende leider nur dreijährigen Amtszeit.“

Reinhard Grindel: Spekulationen um möglichen Rücktritt als DFB-Präsident

Update vom 2. April 2019, 13.06 Uhr: Reinhard Grindel tritt wohl noch heute als DFB-Präsident zurück. Das berichten Bild, Sportbild und das ZDF übereinstimmend. Ein DFB-Präsidiumsmitglied soll das gegenüber dem ZDF bestätigt haben. Am Ende soll der Druck auf den Funktionär, der zuletzt wegen mehrerer Fehltritte stark in die Kritik geraten war, zu groß gewesen sein.

Die Nachfolge sollen wohl kommissarisch die DFB-Vizepräsidenten Dr. Reiner Koch und Dr. Reinhard Rauball, der gleichzeitig DFL-Präsident ist, übernehmen. Am 27. September soll dann auf dem DFB-Bundestag ein Nachfolger gewählt werden.

Wird Christoph Metzelder neuer DFB-Präsident?

Update vom 2. April 2019, 11.41 Uhr: Der DFB gab bisher noch kein offizielles Statement zur Causa Reinhard Grindel ab. Die Spekulationen um die Nachfolge des DFB-Präsidenten stehen dennoch nicht still. Wie Bild und Sportbild nun erfahren haben wollen, fordern Grindel-Gegner Christoph Metzelder als neuen starken Mann. 

Der ehemalige Bundesliga-Profi soll dem Verbandsvorsitz offen gegenüber stehen. Als Präsident des Fünftligisten TuS Haltern gilt er als Gegenentwurf zu Reinhard Grindel. Metzelder kennt die große Bühne aus seinen Zeiten bei Dortmund, Schalke und Real Madrid. Als Vorsitzender eines Amateurklubs, spricht er aber auch die Sprache der Basis. 

Der 38-Jährige könnte das Gesicht des DFB-Umbruchs werden, wäre da nicht sein Ex-Verein Schalke 04. Der amtierende Vizemeister ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor. Metzelder könnte im Sommer den bereits zurückgetretenen Christian Heidel beerben.

Skandal um Luxus-Uhr: Neuer Ärger für DFB-Präsident Grindel

Update vom 2. April 2019, 8.04 Uhr: Nach den Gerüchten um einen vorzeitigen Rücktritt als DFB-Präsident gibt es neuen Ärger für Reinhard Grindel. Dabei könnte ihm eine Luxus-Uhr zum Verhängnis werden.

Diese hatte er laut Bild-Informationen vor eineinhalb Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen. Der großzügige Schenker der Uhr, deren Wert im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen soll, war wohl Grigori Surkis, Besitzer von Dynamo Kiew und zwölf Jahre Fußball-Boss der Ukraine gewesen sein. Bis 2019 saß er zusammen mit Grindel in der UEFA-Exekutive.

Grindel wusste wohl, dass ihm Ärger droht - will sich aber nicht äußern

Auffällig wurde Surkis bereits 1995, als er offenbar einen spanischen Schiedsrichter mit Pelzmänteln bestechen wollte. Gemeldet hat Grindel das Geschenk nicht, obwohl ihn sein Büro wohl sogar über den Wert der Uhr informiert und ihm zu deren Rückgabe geraten haben soll.

Grindel selbst wollte sich auf Nachfrage der Bild nicht zu diesem Thema äußern. „Wir sind hier bei der Hall of Fame“, antwortete der DFB-Präsident auf die Frage nach dem teuren Geschenk und verließ die angesprochene Gala durch den Hinterausgang.

Löst Lahm Reinhard Grindel als DFB-Präsident ab? Ex-Profi meldet sich zu Wort

Update vom 1. April 2019, 22.21 Uhr: Philipp Lahm hat nach eigenen Angaben „überhaupt keine Ambitionen, DFB-Präsident zu werden“. Das erklärte der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014 am Rande der Einweihung der Hall of Fame des deutschen Fußballs in Dortmund in aller Deutlichkeit.

Kritik an Reinhard Grindel nimmt zu - Lahm als neuer DFB-Präsident gehandelt

Frankfurt/Main - Philipp Lahm ist offenbar als neuer DFB-Präsident im Gespräch. Der berichten unter anderem der kicker und der SID. Der ehemalige Bayern-Star und Weltmeister ist Botschafter der EM 2024 in Deutschland und engagiert sich nebenbei im Amateurfußball bei seinem Heimatverein FT Gern. In Verbindung mit seinen Erfolgen als Profi-Fußballer würde er somit den DFB, der für die Amateure und die DFL, die für den Profi-Fußball zuständig ist, zufrieden stellen. Beide Verbände müssten bei der Suche nach einem Nachfolger auf einen Nenner kommen.

Lahm würde die Nachfolge vom amtierenden DFB-Präsidenten Reinhard Grindel antreten. Dieser verliere zunehmend an Rückhalt innerhalb des größten Sportverbands der Welt und hat in den letzten Tagen für einige Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Diese würden ihn laut Spox und Goal nun offenbar dazu veranlassen, sein Amt noch in dieser Woche zur Verfügung zu stellen. Demnach sei der Druck aus den Verbandsspitzen des DFB und der DFL zu groß. In einer Telefonkonferenz des DFB-Präsidialausschusses wurde Grindel wohl heftig kritisiert. Sein Führungsstil sei schlecht und die Krisenkommunikation sei fortwährend misslungen. 

DFB macht Reinhard Grindel wohl ein Alternativ-Angebot

Wie die Bild berichtet, soll ihm nahe gelegt worden sein, im September nicht zur Wiederwahl anzutreten. Stattdessen könne er weiterhin in der UEFA-Exekutive und im FIFA-Rat bleiben. Dafür verdient er immerhin jährliche 500.000 Euro. Ein sofortiger Rücktritt Grindels hätte den Nachteil, dass es weniger Zeit gäbe, einen geeigneten Nachfolger zu finden. 

Auf Nachfrage der Bild wollte Grindel einen Rücktritt weder bestätigen noch dementieren. Stattdessen verwies er darauf, dass es eine Abmachung mit dem DFB gäbe, sich inhaltlich noch nicht zu äußern. 

Video: Grindel wird mit Trump verglichen

Grindel soll Zahlungen verheimlicht haben

Grindel wird unter anderem vorgeworfen, Zahlungen von insgesamt 78.000 Euro verheimlicht zu haben. Diese soll er als Aufsichtsratvorsitzender der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft zwischen Juli 2016 und Juli 2017 erhalten haben. Dies hatte Der Spiegel berichtet. Nebenbei soll er auch noch monatliche 7.200 Euro „Verdienstausfall“ kassiert haben. Die Ehtikkomission prüft, ob Ermittlungen eingeleitet werden müssen.  

Außerdem machte Grindel in der Länderspielpause mit einem abgebrochenen Interview mit der deutschen Welle auf sich aufmerksam. Unter anderem deswegen wird ihm offenbar eine misslungene Krisenkommunikation vorgeworfen. Auch der Skandal um Mesut Özil dürfte dabei eine größere Rolle spielen. 

Reinhard Grindel seit 2016 im Amt

Neben Philipp Lahm werden laut dem SID auch DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff und Generalsekretär Friedrich Cortius als Nachfolger gehandelt.  

Grindel wurde im April 2016 zum DFB-Präsidenten gewählt. Damals wurde er von der Amateurfraktion des DFB zum Nachfolgekandidaten des zurückgetretenen Wolfgang Niersbach nominiert. Vorher agierte er als Schatzmeister im Präsidium des DFB. 

ta/mb

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