Überraschend verkündet

„Sommermärchen“-Star kickt jetzt in der Bezirksliga - seine Erklärung klingt einleuchtend

Die deutschen Nationalspieler nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Argentinien bei der WM 2006.
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Die deutschen Nationalspieler nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Argentinien bei der WM 2006.

Der SV Wilhelmshaven hat einen echten Transfercoup gelandet. Der Bezirksligist hat einen ehemaligen Nationalspieler verpflichtet, der Teil des „Sommermärchens“ war.

Wilhelmshaven - Die letzten Jahre waren für den SV Wilhelmshaven wahrlich keine einfache Zeit. Wegen einer nicht ausbezahlten Ausbildungsentschädigung sollte der Verein 2014 aus der Regionalliga Nord zwangsabsteigen, weil die FIFA es so verfügte. Nach dem sportlichen Abstieg sah der Weltverband sein Urteil, an dem sich der SVW in allen Instanzen die Zähne ausbiss, als vollstreckt an.

Doch damit war das Drama für die Niedersachsen noch nicht überstanden. Weil man für die Oberliga keine Lizenz erhielt, ging es für den Klub in die Landesliga, aus der man zwei Jahre später sportlich abstieg. Ein großer Trost war da auch der späte Sieg vor Gericht über die FIFA nicht. Mittlerweile heißt die Realität des ehemaligen Drittligisten Bezirksliga.

David Odonkor: „Sommermärchen“-Star feiert bald Comeback in der Bezirksliga

Nun gelang dem SV Wilhelmshaven aber ein echter Coup auf dem Transfermarkt. David Odonkor wird künftig für den Siebtligisten auflaufen. Wie der Verein in einer Mitteilung schrieb, soll der Rechtsaußen so schnell wie möglich für den Klub auflaufen. Sollte das nicht möglich sein, wird der 35-Jährige am 1. Januar 2020 einsteigen.

„Die Verpflichtung von Odonkor ist kein finanzieller Kraftakt für den Verein“, betonte Manager Christian Schütze. Die Verpflichtung sei von einem guten Freund unter den Spielervermittlern vermittelt worden, so Schütze weiter.

Odonkor ist vor allem dafür bekannt, dass er beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen bei der WM 2006 das Last-Minute-Tor von Oliver Neuville mit einem beherzten Sprint über die rechte Seite vorlegte. So wurde der damalige Dortmunder zu einem der Gesichter des „Sommermärchens“.

David Odonkor stellt klar: „Ich möchte mit Freunden kicken“

Nach dem Highlight ging es für Odonkor aber stetig bergab. Verletzungen prägten die Karriere des Flügelspielers, der seine Karriere 2013 nach den auf Dortmund folgenden Stationen Betis Sevilla, Alemannia Aachen und FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod in der Ukraine beendete. Später war er als Trainer und sportlicher Leiter bei unterklassigen Vereinen aktiv.

Das Engagement in Wilhelmshaven bedeute aber nicht die Fortsetzung seiner eigentlich beendeten Spielerkarriere. Odonkor wolle lediglich seinem Hobby nachgehen, wie er selbst betonte: „Ich möchte mit Freunden kicken“, verrät er und sagt, wie es zu dem Engagement kam. „Ich wurde gefragt, ob ich aushelfen möchte. Das tue ich gerne.“ An tägliches Training sei aber nicht zu denken.

sh

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