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Bundesliga-Hammer: Liga verteilt TV-Gelder um - BVB-Boss spricht von „schmerzhaftem Kompromiss“

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Von: Florian Schimak

TV-Gelder endlich fair verteilen!“ steht auf einem Banner, der in der Cannstatter Kurve gespannt ist.
„TV-Gelder endlich fair verteilen!“ steht auf einem Banner, der in der Cannstatter Kurve gespannt ist. © Sebastian Gollnow/dpa

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die DFL die TV-Gelder für die kommenden Jahre fairer verteilt. Auch das gesellschaftliche Interesse an den Klubs wird fortan berücksichtigt.

München - Vor der Lösung zunächst der Schock! Christian Seifert verkündete am Montag, dass der deutsche Profifußball aufgrund der Corona-Pandemie bis zu zwei Milliarden Euro an Umsatzeinbußen hinnehmen muss.

Dabei zeichnete er ein Schreckensszenario. „Die letzte Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen“, warnte der DFL-Boss. „Jetzt kommt der Sturm“ und schickte einen Ratschlag hinterher: „Mitten im Sturm sollte man nicht das Dach decken.“

In den kommenden vier Jahren gibt es für die Medienrechte aus dem deutschsprachigen Raum pro Saison durchschnittlich rund 1,1 Milliarden Euro zu verteilen - um die Stabilität der Klubs der Bundesliga* und der 2. Liga zu sichern, wird ein größerer Teil der Summe als bislang gleichmäßig verteilt (53 Prozent in den kommenden zwei Spielzeiten).

Bundesliga: Hammer! Liga verteilt TV-Gelder um - BVB-Boss spricht von „schmerzhaftem Kompromiss“

So erhalten alle Klubs der Bundesliga aus der Säule „Gleichverteilung“ in der nächsten Saison sicher 24,7 Millionen Euro, in der 2. Liga werden alle Vereine 6,9 Millionen Euro bekommen.

BVB-Boss Hans Joachim Watzke sprach dabei von einem „schmerzhaften Kompromiss“. Dies sei „vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und aus Solidaritätsgründen aber unumgänglich und daher auch richtig“, so Watzke nach der Entscheidung.

Als zweite große Säule dient wie bisher die sportliche Leistung (42 Prozent bis 2022/23, danach 43 Prozent). Auch gute Nachwuchsarbeit wird weiterhin honoriert (3 Prozent bis 2022/23, danach 4 Prozent) - neu ist jedoch die Berücksichtigung des gesellschaftlichen Interesses als vierte Säule (2 Prozent bis 2022/23, danach 3 Prozent).

Dafür werden aber nicht Einschaltquoten herangezogen, sondern „das Auftreten der Spieler und die Außenwirkung einer Mannschaft“, wie Seifert sagte. In der Marktforschung wird das Interesse von Fans an den Vereinen der Bundesliga* und 2. Liga abgefragt.

Bundesliga: Fan-Szene kritisiert Verteilung - „Vorübergehende Corona-Hilfsmaßnahmen“

Von den Fan-Lagern gab allerdings Kritik. Die vermeintliche „Gleichverteilung entpuppt sich als vorübergehende Corona-Hilfsmaßnahme“, so das Fanbündnis „Unsere Kurve“ gegenüber dem SID.

DFB-Boss Seifert zeigte sich hingegen zufrieden mit dem Schlüssel. Vor allem der die vermeintliche Einigkeit der Vereine, die zuletzt so hitzig miteinander diskutierten, fiel dabei auf.

„Dieser Beschluss hat das Potenzial, die Liga zusammenzuhalten. Ob es dazu kommt, müssen andere entscheiden“, sagte Seifert und forderte die Vereine auf, weiter an der Senkung ihrer Personalkosten zu arbeiten. „Der eine oder andere Klub hat bei den Spielergehältern noch zu wenig gemacht“, kritisierte er. (smk/SID) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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