Formel 1

Vettel angekratzt nach Funkposse - Hamiltons 88. Sieg

Lewis Hamilton vom Team Mercedes steigt nach dem gewonnenen Rennen aus seinem Fahrzeug. Foto: Albert Gea/Pool Reuters/dpa
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Lewis Hamilton vom Team Mercedes steigt nach dem gewonnenen Rennen aus seinem Fahrzeug. Foto: Albert Gea/Pool Reuters/dpa
Sebastian Vettel vom Team Ferrari steuerte sein Auto beim Großen Preis von Spanien auf den siebten Rang. Foto: Josep Lago/Pool AFP/AP/dpa
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Sebastian Vettel vom Team Ferrari steuerte sein Auto beim Großen Preis von Spanien auf den siebten Rang. Foto: Josep Lago/Pool AFP/AP/dpa
Lewis Hamilton führt das Rennen nach dem Start an. Foto: Josep Lago/Pool AFP/AP/dpa
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Lewis Hamilton führt das Rennen nach dem Start an. Foto: Josep Lago/Pool AFP/AP/dpa
Lewis Hamilton vom Team Mercedes führt das Rennen vor Max Verstappen vom Team Red Bull Racing an. Foto: Alejandro Garcia/Pool EPA/AP/dpa
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Lewis Hamilton vom Team Mercedes führt das Rennen vor Max Verstappen vom Team Red Bull Racing an. Foto: Alejandro Garcia/Pool EPA/AP/dpa
Der zweitplatzierte Max Verstappen (l-r), der Sieger Lewis Hamilton und der drittplatzierte Valtteri Bottas feiern auf dem Podium. Foto: Alejandro Garcia/Pool EPA/AP/dpa
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Der zweitplatzierte Max Verstappen (l-r), der Sieger Lewis Hamilton und der drittplatzierte Valtteri Bottas feiern auf dem Podium. Foto: Alejandro Garcia/Pool EPA/AP/dpa

Er kämpft. Er schimpft. Er rettet Rang sieben. Fast so etwas wie ein Erfolgserlebnis für Vettel. Kollege Leclerc kommt gar nicht ins Ziel. Sieger: Hamilton mit einem weiteren Formel-1-Rekord. Zweiter: Verstappen vor Bottas.

Barcelona (dpa) - Nach der nächsten Funkposse und einer ungeplanten Alles-oder-Nichts-Taktik wollte Sebastian Vettel nicht noch weiter gegen das Ferrari-Team giften.

"Ich war ein bisschen angekratzt", erklärte Vettel, warum auch ein Teil seiner Botschaft an den Kommandostand überpiept worden war. Platz sieben rettete der viermalige Formel-1-Weltmeister beim Großen Preis von Spanien. Ein versöhnliches Ergebnis? "Nicht wirklich." Es sei ein schwieriges Rennen gewesen, "wir haben viel Risiko genommen. Aber es ist auch einfach, das Risiko zu nehmen, weil sonst ist man auf Platz elf", betonte Vettel. Begeisterung klingt anders.

Auch beim sechsten Rennen der Corona-Notsaison, das WM-Spitzenreiter und Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes in einmal mehr nahezu erschreckend souveräner Manier gewann und die alten Machtverhältnisse wieder herstellte, blamierte sich die Scuderia. Charles Leclerc musste seinen SF1000 vorzeitig wegen Elektronikproblemen in der Box abstellen. Vettels Dialoge mit dem Team während des Rennens zeugten wieder von Missverständnissen und vielem anderem, nur nicht Harmonie. In der Konstrukteurswertung rutschte Ferrari auf Rang fünf ab, 61 Punkte. Mercedes an der Spitze kommt auf 221, selbst wenn der Doppelerfolg auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya nicht glückte.

Dafür sorgte Max Verstappen. Eine Woche nach seinem Sieg in Silverstone, als Mercedes mit Blasen auf den Pirelli-Reifen schwer zu kämpfen hatte, zwängte sich der 22 Jahre alte Niederländer mit seinem Red Bull zwischen Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. "Dass wir zwischen sie fahren konnten, war gut für uns, wir hatten aber nicht die Pace von Lewis", räumte Verstappen ein. Im Klassement wuchs sein Rückstand auf 37 Punkte auf Hamilton.

Der Brite steuert scheinbar unaufhaltsam seinem siebten WM-Triumph entgegen, mit dem er mit Rekordchampion Michael Schumacher gleichziehen würde. Der Sieg in Spanien von seiner 92. Pole aus war Hamilton 88. Karriereerfolg - Schumacher gelangen 91. Überholt hat er ihn nun aber auch bereits in der Kategorie der meisten Podestplätze mit 156. "Was für ein Tag. Es lief richtig gut", sagte Hamilton: "Ich war wie im Tunnel, es war toll, so im Flow zu sein."

Er verteidigte seinen ersten Startplatz und hielt sich aus allem raus, weil er vorn einfach mal wieder in seiner eigenen Liga über den Kurs steuerte. Verstappen hatte erneut auf Reifenprobleme bei den Mercedes-Rennwagen wie zuletzt spekulieren müssen. Doch die hatten sie nicht. Dass er auf Rang zwei durchs Ziel fuhr, hatte Verstappen seinem sehr guten Start zu verdanken, bei dem er Bottas überholte. Sämtliche strategischen Maßnahmen bei Mercedes zahlten sich danach nicht aus, der Finne blieb Dritter.

Vettel musste nach erneut enttäuschender Qualifikation von Platz elf aus starten. Und blieb eine Weile auch im Mittelfeld stecken. Sein Wagen hatte ein neues Chassis bekommen, Wunder wollte Vettel davon aber nicht erwarten. Weil er die Top Ten in der Startaufstellung verpasst hatte, durfte er sich die Reifenmischung immerhin aussuchen. Er startete auf etwas härteren und haltbareren Gummis.

Vettel sollte von der Wahl zunächst profitieren, er konnte länger draußen bleiben als einige der Rivalen um ihn herum. In Runde 30 von 66 Umläufen holte sich sein Teamkollege Leclerc neue Reifen, er war auf den weichsten gestartet und die waren dahin. Überraschenderweise kam nun aber auch Vettel rein, nun bekam er - bei noch mehr als der Hälfte der Renndistanz - die am wenigsten haltbare Mischung.

Als Ferrari dann via Funk Regen ab Runde 50 vorhersagte, schien das Rennen eine neue und auch spannendere Wendung nehmen zu können. Doch auch bei der Prognose lag die Scuderia daneben.

Vettel wollte nun via Funk wissen, wie schnell er mit den Reifen fahren soll. Eine Antwort darauf bekam er nicht. Ein paar Runden später wollte die Box wissen, ob er mit den Reifen das Rennen zu Ende fahren wolle. "Ah, *** *****, ich habe euch das doch vorhin gefragt", funkte Vettel zurück.

"Man muss jetzt nicht drauf rumreiten", betonte der gebürtige Hesse nach dem Rennen, zumal es zuletzt auch schon zu bemerkenswerten Funkdialogen zwischen ihm und dem Kommandostand gekommen war.

Im Klassement liegt Vettel auf Platz elf, 16 Punkte hat er nun. In zwei Wochen geht es weiter. Der Große Preis von Belgien in Spa-Francorchamps wartet nach dem nächsten Dreierpack der dicht gedrängten Saison. Bis dahin dürfte es bei der Scuderia und Vettel durchaus weiteren Rede- und Klärungsbedarf geben.

© dpa-infocom, dpa:200816-99-188468/8

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