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Zum Tod von Horst Eckel: WM-Held ohne Allüren – Bescheiden bis zum Schluss

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Von: Nils Wollenschläger

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Mit Horst Eckel ist der letzte WM-Held von 1954 gestorben. MANNHEIM24-Sportchef Nils Wollenschläger erinnert sich in seinem Nachruf an zwei besondere Begegnungen mit Eckel:

Nun sind die legendären WM-Helden von 1954 wiedervereint. Am Freitag ist mit Horst Eckel auch der letzte Spieler aus der Weltmeister-Mannschaft gestorben. Die FCK-Legende ist 89 Jahre alt geworden. Beim „Wunder von Bern“ ist Eckel mit 22 Jahren das jüngste Kader-Mitglied gewesen – er war der „Benjamin“ in der Erfolgself von Trainer Sepp Herberger. Auch mit „seinem“ 1. FC Kaiserslautern feiert Eckel in den 50er Jahren große Erfolge und wird mit den Roten Teufeln zweimal Deutscher Meister.

Horst Eckel ist tot: WM-Held von 1954 – Bescheiden bis zum Schluss

Als MANNHEIM24-Reporter hatte ich das große Glück, Horst Eckel in den vergangenen Jahren gleich mehrmals live zu erleben. Zwei Begegnungen sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen beim Spatenstich für den Seppl-Herberger-Platz im März 2015.

MANNHEIM24-Reporter Nils Wollenschläger mit Horst Eckel 2015.
MANNHEIM24-Reporter Nils Wollenschläger mit Horst Eckel 2015. © Nils Wollenschläger/MANNHEIM24

Eckel ist nicht nur im hohen Alter noch fit gewesen, er hat jene Bescheidenheit, die die Helden von Bern ausgestrahlt haben, verkörpert wie kein anderer. Als Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz seine Rede hält, fordern die versammelten Gäste Eckel dazu auf, doch weiter nach vorne zu treten. Der Weltmeister lehnt mehrmals ab und hält sich lieber im Hintergrund.

Zum Tod von Horst Eckel: Weltmeister ohne Allüren

Die zweite prägende Begegnung mit Eckel habe ich im Jahr 2019 bei einem Sport-Talk in Mannheim erlebt. Wenn man den damals 87-Jährigen über das „Wunder von Bern“ sprechen hört, hat man das Gefühl, der WM-Erfolg liegt gerade einige Wochen zurück.

Horst Eckel bei einer Talkrunde in Mannheim 2019.
Horst Eckel bei einer Talkrunde in Mannheim 2019. © Nils Wollenschläger/MANNHEIM24

Eckel erzählt die Anekdoten mit viel Hingabe, Begeisterung und Authentizität und bleibt dabei stets so demütig, wie bereits oben beschrieben. „Ich hätte nie gedacht, dass das bei den Leuten so lange in Erinnerung bleibt. Aber mich freut das“, erklärt er bei der Talkrunde. Auch nach dem Event gibt sich Eckel trotz seines hohen Alters nahbar. Er schreibt geduldig Autogramme, steht für Fotos bereit und tauscht sich mit den Gästen aus.

Horst Eckel über Ziehvater Sepp Herberger

Besonders gerne hat er über Mitspieler Fritz Walter und den „Chef“ gesprochen, Weltmeister-Trainer Sepp Herberger. „Er war wie ein Ziehvater für uns“, betont Eckel immer wieder. „Wir waren erstaunt, was er alles gewusst hat.“ Das „Erbe“ von Herberger trägt der „Benjamin“ von 1954 bis zu seinem Tod weiter. „Weltmeister ist man für immer“, hat Rudi Völler vor einigen Jahren gesagt. Horst Eckel ist zwar Stammspieler der WM-Elf 1954 gewesen, als „Held“ hat sich der Pfälzer aber nie bezeichnet.

Mit Horst Eckel ist nun der letzte verbliebene Weltmeister von 1954 gestorben. Der „Geist von Spiez“ wird aber immer weiterleben – auch und vor allem dank Eckel. (nwo)

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