Eishockey-WM

Moritz Seider fällt nach hartem Check aus - Übeltäter wird NICHT bestraft

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Moritz Seider muss nach einem üblen Check vom Eis.

Moritz Seider wird dem DEB-Team bei der Eishockey-WM vorerst nicht zur Verfügung stehen. Der Verteidiger hat sich nach einem harten Check eine Gehirnerschütterung zugezogen:

Update vom 17. Mai: Das harte Foul an Moritz Seider hat für den slowakischen Nationalspieler Ladislav Nagy bei der WM keine Folgen. Der Disziplinarausschuss des Weltverbandes IIHF leitete kein Verfahren ein, somit wird es keine nachträgliche Sperre geben. 

Das gibt der DEB am Freitag bekannt. Nagy hat Seider beim 3:2 der deutschen Mannschaft gegen den WM-Gastgeber am Mittwoch so hart in die Bande gecheckt, dass der Mannheimer benommen liegen geblieben ist und auf dem Weg in die Kabine gestützt werden musste. 

Die Schiedsrichter Max Sidorenko (Weißrussland) und Martin Frano (Tschechien) haben lediglich zwei Minuten wegen Bandenchecks und eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen den Slowaken verhängt. Wegen der Verletzung hätte es laut Regelwerk eine Spieldauerdisziplinarstrafe mit fünfminütiger Überzahl für das deutsche Team geben müssen. 

Bundestrainer Toni Söderholm hat nach dem Spiel harsche Kritik geübt: „Man kann nur sagen: Wacht auf! Wenn das keine Fünf-Minuten-Strafe ist, was dann? Er liegt ja fast bewusstlos auf dem Eis. Man muss die Spieler schützen - um Gottes Willen.“ 

Eishockey-WM: Moritz Seider fällt gegen Kanada und gegen die USA aus

Seider wird wegen der Gehirnerschütterung am Samstag gegen Kanada und am Sonntag gegen die USA (beide 16:15 Uhr/Sport1) fehlen. „Er braucht ein paar Tage, bis er wieder fit ist“, sagt Söderholm nach dem Training am Freitag, an dem Seider nicht teilgenommen hat: „Da gehen wir kein Risiko ein. Wir reden über einen 18-Jährigen, der 20 Jahre Eishockey vor sich hat. Kein einzelnes Spiel ist so wichtig.

DEB-Team rockt WM, aber Sorgen um Seider

Nach dem besten WM-Start seit 89 Jahren hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft dank Leon Draisaitl das Viertelfinale ganz dicht vor Augen. Das Team um den NHL-Star dreht das Nervenspiel gegen den Gastgeber Slowakei in den letzten zwei Minuten zum 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) und baut nach dem vierten Sieg in Folge die Tabellenführung in der Gruppe A aus. 

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist nur noch theoretisch von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen, die zur Teilnahme an der K.o.-Runde berechtigen. 1930 ist zuletzt eine deutsche Mannschaft mit vier Erfolgen in eine WM gestartet - am Ende ist sie Vizeweltmeister geworden. 

Eishockey-WM: Deutschland gewinnt gegen Gastgeber Slowakei

Ich habe in dem ganzen Spiel nichts wirklich Gutes hinbekommen. Da habe ich gedacht: Eine gute Aktion muss ich noch zustande bringen", sagt Draisait, der einst für die Jungadler Mannheim gespielt hat.: „Das waren vier überragende Mannschaftsleistungen.

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Vor 7.440 fanatischen Zuschauern in der Steel Arena in Kosice erzielen der US-Collegespieler Marc Michaelis (24.), der Mannheimer Markus Eisenschmid (59.) und Draisaitl 27 Sekunden vor Schluss die Tore für das Team von Bundestrainer Toni Söderholm, das auf den angeschlagenen NHL-Torwart Philipp Grubauer verzichten musste.

Böser Check gegen Moritz Seider - Söderholm fassungslos

Die bislang makellose WM-Vorrunde mit vier Siegen aus vier Spielen des deutschen Eishockey-Teams ist allerdings von einem bösen Foul an Verteidiger-Talent Moritz Seider überschattet worden. Bundestrainer Söderholm ist danach außer sich.  

Er ist verletzt. Der Kerl liegt ja fast bewusstlos auf dem Eis. Man muss die Spieler schützen, um Gottes Willen, jetzt ist es Zeit wirklich“, sagt der Finne. „Wenn das nicht eine Fünf-Minuten-Strafe ist, was ist das dann?

Der 18 Jahre alte Seider vom deutschen Meister Adler Mannheim ist im Schlussdrittel von hinten gegen die Bande gecheckt worden und hat benommen vom Eis geführt werden müssen. Sein slowakischer Gegenspieler Ladislav Nagy hat aber nur eine kleine Zwei-Minuten-Strafe dafür bekommen. 

Da wird ein 18-jähriger Junge von hinten komplett die Bande reingefahren. Meiner Meinung nach sind das fünf Minuten“, schimpft auch Kapitän Moritz Müller. Seider, der als künftiger NHL-Profi gehandelt wird, ist bester deutscher Verteidiger im bisherigen Turnierverlauf.

Der DEB gibt nach dem Spiel über Twitter leichte Entwarnung:

dpa/SID/nwo

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