Senkung um 25 Prozent

DEL-Vorgabe für Lizenz: Spieler müssen auf Gehalt verzichten

Mannheim – Um für die kommende DEL-Saison die Lizenz zu erhalten, müssen Klubs die Spielergehälter senken. Das bestätigt DEL-Geschäftsführer Tripcke:

  • DEL: Spieler sollen auf 25 Prozent Gehalt verzichten.
  • Vorgabe für Erteilung der Lizenz.
  • Neue DEL-Saison soll im September starten.

Nach dem vorzeitigen Abbruch der Saison 2019/20 richtet sich in der DEL der Blick auf die kommende Eishockey-Spielzeit. Ob bzw. wie ab September in der höchsten deutschen Eishockey-Liga der Spielbetrieb aufgenommen werden kann, ist wegen der Corona-Pandemie noch nicht klar. Um die Lizenz zu erhalten, müssen die DEL-Klubs ihre Spieler-Gehälter um 25 Prozent reduzieren. Darauf haben sich die Vereine bereits verständigt.

Bestandsverträge sollen so geändert werden, dass 25 Prozent des Gehalts von einer garantierten Zahlung in eine Variable umgewandelt werden. Für Neuverträge soll das direkt so festgehalten werden“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Deutschen Presse-Agentur am Freitag (15. Mai). Die freiwillige Zustimmung etlicher Spieler wird somit zur Voraussetzung für die Lizenz der Klubs. 

DEL: Spieler sollen auf Gehalt verzichten

Selbst wenn diese auch ohne Gehaltssenkung einen ausgeglichenen Haushalt nachweisen könnten, würde demnach ohne Zustimmung der Spieler die Lizenz verweigert. „Ohne diese Maßnahme werden wenige den Plan ausgeglichen gestalten können“, so Tripcke. Viele Klubs sind wegen der Unsicherheit, wie die nächste Saison aussehen könnte, in Not und haben Probleme, Sponsorenverträge zu fixieren. „Das gilt für fast alle Clubs“, betont Tripcke, der für die Lizenzprüfung am 24. Mai indes zunächst mit einer „normalen Saison“ ab dem 18. September plant. 

Die Spielergehälter machen zwischen 50 und 70 Prozent der Kosten aus. Der Plan der DEL: Die Spieler sollen zunächst auf 25 Prozent verzichten, dieser Betrag soll „in eine erfolgsabhängige Vergütung umgewandelt werden, die an den Umsatzerlösen hängt“, erläutert Tripcke. Kommt ein Klub bei seinen Einnahmen auf 75 bis 100 Prozent der Vorsaison, „wird das Gehalt anteilig aufgestockt“, so der DEL-Geschäftsführer. 

DEL: Gehaltsverzicht „ist die fairste Lösung“

Die Klubbesitzer sollen von diesem Verzicht nicht profitieren, „alle Erlöse werden ohnehin in das Team reinvestiert“. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen den Klubs und den Spielern. „Wir wollen, dass alle mitmachen“, sagt Tripcke: „Wenn die großen Klubs nicht mitmachen, wird es die kleinen zerreißen.“ Natürlich seien die Spieler nicht begeistert, „aber es ist die fairste Lösung“. Sie könnte, glaubt der DEL-Geschäftsführer, „eine Blaupause für andere Ligen sein“.

Adler-Profi Tim Stützle wird in der kommenden Saison voraussichtlich nicht mehr in der DEL spielen. Der 18-Jährige könnte beim NHL Draft 2020 frühzeitig gezogen werden und nach Nordamerika wechseln.

dpa/SID/nwo

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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