Alle Infos zum Eishockey-Klub

Adler Mannheim: Geschichte, Erfolge und wichtige Persönlichkeiten

Die Adler Mannheim sind einer der Spitzenklubs im deutschen Eishockey. Geschichte, Erfolge und wichtige Persönlichkeiten - hier gibt es alle Infos rund um die Adler:

  • Adler Mannheim sind Gründungsmitglied der DEL.
  • Adler Mannheim sind insgesamt acht Mal Eishockey-Meister geworden - zuletzt 2019.
  • Seit 2005 tragen die Adler ihre Heimspiele in der SAP Arena in Mannheim aus.

Die Adler Mannheim haben das deutsche Eishockey in den vergangenen Jahrzehnten geprägt wie kaum ein anderer Klub. Seit der Gründung der DEL haben die Adler sieben Titel geholt und sind damit gemeinsam mit den Eisbären Berlin Rekordmeister. Die Adler Mannheim tragen die Farben der Stadt Mannheim: blau, weiß und rot. Das Team aus der Quadratestadt trägt seine Heimspiele zunächst im Eisstadion am Friedrichspark aus, seit 2005 ist die Adler-Organisation in der SAP Arena beheimatet. MANNHEIM24 fasst die wichtigsten Informationen zu den Adlern aus Mannheim zusammen:

Adler Mannheim: Wiki und Übersicht

Name

Mannheimer ERC (1938 bis 1994)

Adler Mannheim (seit 1994)

Halle

SAP Arena

Vereinsfarben

blau, weiß, rot

Erfolge

– Deutscher Meister 1980, 1997, 1998, 1999, 2001, 2007, 2015, 2019

– Deutscher Pokalsieger 2003, 2007

Trainer

Pavel Gross (seit 2018)

Geschäftsführer

Daniel Hopp, Matthias Binder

Hallensprecher

Udo Scholz und Jens Schneider

Rekordspieler

Marcus Kink (812)

Rekordtorschütze

Christoph Ullmann (154)

Homepage

www.adler-mannheim.de

Adler Mannheim: Gründung und Anfänge

Der Mannheimer Eis- und Rollspurt-Club - wie der Verein zunächst ursprünglich hieß - ist am 19. Mai 1938 von 83 Mitgliedern gegründet worden. Am 19. Februar hat der neu gegründete MERC im Eisstadion am Friedrichspark sein erstes Spiel bestritten. Gegen den amtierenden Meister SC Riessersee verliert Mannheim vor 5.000 Zuschauern deutlich mit 0:11.

Bereits im gleichen Jahr hat der MERC erstmals an Gruppenspielen für die Deutsche Meisterschaft teilgenommen. 1942 hat sich das Team aus der Quadratestadt gar für das Finale qualifiziert, das aber wegen des Zweiten Weltkrieges nicht ausgetragen werden konnte. Durch einen Luftangriff ist 1943 das Eisstadion am Friedrichspark zerstört worden.

Adler Mannheim: Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegt auch das Eishockey in Mannheim am Boden. 1949 wird der Sport etwas wiederbelebt, zu mehr als einigen Freundschaftsspielen kommt es aber zunächst nicht. Erst Anfang der 50er Jahre findet wieder ein geregelterer Spielbetrieb statt.

1953/54 gelingt den Mannheimer unter dem österreichischen Trainer Kurt Kurz als Landesligameister der Aufstieg in die Oberliga. Kurios: Nachdem drei Teams punktgleich sind, muss die Aufstiegsrunde wiederholt werden. Im zweiten Versuch setzt sich der MERC gegen Rosenheim und Berlin durch.

Adler Mannheim in der Oberliga gesetzt

Nach dem direkten Ab- und Wiederaufstieg ist der MERC in der Folge 14 Jahre lang in der Oberliga und somit erstklassig. Einen Meistertitel holen die Mannheimer allerdings nicht. Das deutsche Eishockey wird in jener Zeit vom EV Füssen, dem EC Bad Tölz, dem SC Riesersee, dem EV Landshut und dem ESV Kaufbeuren dominiert.

Nach einer desolaten Saison steigen die Mannheimer 1971 wieder ab. In den kommenden Jahren ist die Situation beim MERC von Unsicherheiten geprägt - sowohl wirtschaftlicher als auch sportlicher Natur.

Adler Mannheim: Heinz Weisenbach übernimmt

Nachdem Helmut Müller im August 1976 die Leitung des Vereins übernimmt, folgt mit Heinz Weisenbach ein Trainer, der den MERC für immer prägen sollte. 1977/78 schaffen die Mannheimer - unter anderem mit den beiden Talenten Peter Obresa und Goalie Matthias Hoppe - dank der Aufstockung der 1. Bundesliga mit Platz zwei den Aufstieg.

Im Sommer ist Trainer Heinz Weisenbach eine wegweisende Idee gekommen. Auf der Suche nach Neuzugängen hat er kanadische Telefonbücher nach deutschen Namen durchforstet. Weisenbach wurde fündig und holte einige kanadische Eishockey-Profis mit deutschen Wurzeln nach Mannheim - darunter Harold Kreis, Manfred ‚Mannix‘ Wolf, dessen Sohn David Wolf später ebenfalls für die Adler spiele sollte und Peter Ascherl

Adler Mannheim: Erste Meisterschaft 1980

1980 ist es dann soweit: Das Team um Nationaltorwart Erich Weishaupt und Youngster Marcus Kuhl holt erstmals die Eishockey-Meisterschaft nach Mannheim. Nach dem Titelgewinn wechselt Coach Heinz Weisenbach nach Köln - es übernimmt Ladislav Olejnik. Mit dem Tschechen, der mit einem Jahr Unterbrechung bis 1989 beim MERC bleibt holen die Mannheimer vier Mal die Vize-Meisterschaft (1982, 1983, 1985 und 1987). 

Trotz finanzieller Sorgen hat der Meister von 1980 immer wieder bekannte Namen in seinen Reihen. Marcus Kuhl avanciert zur Vereinslegende, Beppo Schlickenrieder wird ebenso Nationalspieler wie Roy Roedger, Peter Draisaitl oder Georg Holzmann. Auf den Ausländerpositionen machen unter anderem Ross YatesPaul Messier, Dale Krentz und Jiri Lala auf sich aufmerksam. 

Adler Mannheim: Gründung der DEL und neuer Vereinsname

Anfang der 90er Jahre gibt es beim MERC viele Trainerwechsel und die Erwartungen können nur selten erfüllt werden. 1994 beginnt in Eishockey-Deutschland eine neue Zeitrechnung. Die Deutsche Eishockey Liga, kurz DEL, wird gegründet. Auch für den MERC beginnt somit eine neue Epoche. Der Klub wird in Adler Mannheim umbenannt und die erste Mannschaft wird in eine GmbH ausgegliedert.

Das neue Team wird von Manager Marcus Kuhl und Trainer Lance Nethery zusammengestellt. Zu den Leistungsträgern in der DEL-Premierensaison zählen die jungen Talente Jochen Hecht (17), den es später in die NHL ziehen sollte, Rick Goldmann (19), Lars Brüggemann (18), David Musial (20) und der Kanadier Robert Cimetta (24). Die Adler Mannheim beenden die erste DEL-Saison auf Platz drei und scheitern im Playoff-Viertelfinale an den Kölner Haien, die sich in der Folge den Titel gesichert haben.

Adler Mannheim: Titel-Hattrick und Rettung durch Hopp

Angeführt von Kapitän Harold Kreis wird die Euphorie rund um das Eishockey in Mannheim immer größer und gipfelt 1997 im Gewinn der Meisterschaft. Die Finalserie gegen Kassel entscheiden die Blau-Weiß-Roten klar für sich - der Jubel im Eisstadion am Friedrichspark kennt keine Grenzen. Die Adler Mannheim schwimmen auf einer Welle des Erfolgs und holen den DEL-Titel auch in den folgenden beiden Spielzeiten.

Harold Kreis mit dem Meisterpokal 1997.

Getrübt worden ist die Euphorie lediglich im Sommer 1998, als bekannt geworden ist, dass die Adler kurz vor dem Konkurs stehen. Gerettet wird der DEL-Klub von SAP-Gründer Dietmar Hopp, der die Adler finanziell unterstützt. Sein Sohn Daniel Hopp ist als großer Adler-Fan eine treibende Kraft hinter dem Engagement und wird später Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Adler Mannheim. Das Saisonfinale 1998 steht symbolisch für den Hype um die Adler. Beim entscheidenden fünften Spiel in Nürnberg sind 500 Adler-Fans vor Ort, beim Public Viewing im Friedrichspark fiebern 10.000 Menschen mit.

Adler Mannheim: Meisterschaft unter Bill Stewart

Nach dem Titel-Hattrick gibt es bei den Adlern einen Umbruch. Spieler wie Kapitän Pavel Gross oder Alexander Serikow verlassen den Klub ebenso wie Erfolgscoach Lance Nethery. Unter dem neuen Trainer Chris Valentin ist nach einer über weite Strecken enttäuschenden Hauptrunde bereits im Viertelfinale der Playoffs Schluss. Neben Valentin müssen im folgenden Sommer elf Spieler gehen.

Die Adler Mannheim bejubeln den Meistertitel 2001.

Mit Coach Bill Stewart kehrt der Erfolg in die Quadratestadt zurück. Nach einer packenden Finalserie gegen die München Barons sind die Adler Mannheim zum vierten Mal DEL-Champion. Als die Meistermannschaft nach dem entscheidenden Spiel um 5 Uhr morgens im Friedrichspark ankommt, wird sie von zahlreichen Adler-Fans frenetisch gefeiert. 2002 und 2005 müssen sich die Blau-Weiß-Roten mit der Vize-Meisterschaft begnügen, 2003 feiern die Adler ihren ersten Pokalsieg

Adler Mannheim: Umzug in die SAP Arena

Das Jahr 2005 hat für die Adler Mannheim eine besondere Bedeutung - wenn auch nicht aus sportlicher Sicht. Denn es folgt der Auszug aus dem maroden Eisstadion am Friedrichspark. Am 8. September 2005 eröffnet der mehrfache Meister die DEL-Saison gegen die DEG Metro Stars in der neuen SAP Arena. Die neue Heimspielstätte der Adler Mannheim, die kurz vor Saisonbeginn fertiggestellt worden ist, fasst bei Eishockey-Partien 13.600 Plätze

Seit 2005 spielen die Adler Mannheim in der SAP Arena.

Die erste Saison in der SAP Arena verläuft enttäuschend. Die Adler stehen nach der Hauptrunde auf Platz zehn und verpassen erstmals seit der Gründung der DEL die Playoffs. Coach Stéphane Richer wird noch während der Saison von seinen Aufgaben entbunden.

Adler Mannheim: Double 2007

Die darauffolgende Saison wird für die Adler Mannheim eine historische - diesmal im positiven Sinne. Headcoach Greg Poss führt die Adler zum Double bestehend aus Meisterschaft und Pokalsieg. Wie 1999 setzt sich das Team um Kapitän René Corbet im Finale gegen Nürnberg durch. Am 22. März 2008 stellen die Adler Mannheim beim dritten Playoff-Viertelfinalspiel in Köln einen Rekord auf. 

Die Partie gegen die Haie wird erst nach 168:16 Minuten durch das Siegtor des Kölners Philip Gogulla beendet - bis heute Rekord in der DEL. Die Serie können die Mannheimer ebenfalls nicht für sich entscheiden und müssen somit bereits im Viertelfinale die Segel streichen. Auf den nächsten Meistertitel müssen die Adler-Fans noch einige Jahre warten. 2011/12 stehen die Mannheimer kurz vor der Meisterschaft, ehe sich die Eisbären Berlin auf dramatische Art und Weise den Titel sichern.

Adler Mannheim: Meister 2015 und Umbruch 2018

Erst 2015 darf die Eishockey-Stadt wieder jubeln: Nach dem Hauptrunden-Sieg setzen sich die Adler Mannheim auch in den Playoffs durch. Das Team um Kapitän Marcus Kink, Christoph Ullmann, Ronny Arendt, Jochen Hecht und Dennis Endras gewinnt die Finalserie gegen den ERC Ingolstadt mit 4:2. Nach dem Abschied von Meistercoach Geoff Ward, der die Quadratestadt nach nur einem Jahr verlässt, suchen die Adler in der folgenden Jahren nach Konstanz.

Adler-Kapitän Marcus Kink mit dem Meisterpokal 2015 beim Autocorso durch Mannheim.

2016 ist bereits in den Pre-Playoffs Schluss, 2017 im Viertelfinale und 2018 retten die Adler eine eigentlich verkorkste Saison und kommen mit Interimstrainer Bill Stewart immerhin bis ins Halbfinale, wo sich der spätere Meister EHC Red Bull München durchsetzt. Im Sommer 2018 leiten die Adler dann einen großen Umbruch. Pavel Gross, der bereits als Spieler für die Blau-Weiß-Roten aktiv gewesen ist, kommt von den Grizzlys Wolfsburg, übernimmt das Traineramt und sorgt für eine Rekord-Saison. 

Adler Mannheim: Titel 2019 und Saisonabbruch wegen Corona

Nach der erfolgreichsten Hauptrunde der Vereinsgeschichte sind die Adler Mannheim in der Saison 2018/19 auch in den Playoffs nicht zu stoppen.Thomas Larkin entscheidet vor heimischer Kulisse in der ausverkauften SAP Arena in der Overtime die Finalserie gegen München und sorgt für die insgesamt achte Eishockey-Meisterschaft.

2019 holen die Adler Mannheim zum siebten Mal den DEL-Titel in die Quadratestadt.

In der folgenden Spielzeit werden die Adler Mannheim trotz einige Leistungsschwankungen Tabellenzweiter. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die DEL-Saison allerdings noch vor den Playoffs für beendet erklärt. 

Adler Mannheim: Infos zu Tickets und Fanshop

Tickets für Heimspiele der Adler Mannheim kannst Du dir entweder im Ticketshop der SAP Arena, im Online-Shop der SAP Arena, im ‚Whistle - Fanwear und Tickets‘ (Q6/Q7), telefonisch unter 0621 - 18 190 333 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen kaufen. Sollte die jeweilige Partie nicht schon im Vorfeld ausverkauft sein, kannst Du dir Tickets auch an der Abendkasse der SAP Arena sichern. 

Die Kasse zwischen Eingängen A und B öffnet in der Regel 90 Minute vor dem Spiel. Fan-Utensilien kannst Du sowohl im Fanshop an der SAP Arena als auch im ‚Whistle - Fanwear. Tickets‘ in der Mannheimer Innenstadt (Q6/Q7) erwerben.

Adler Mannheim: Warum ist das Maskottchen Udo ein Hamster?

Das Maskottchen der Adler Mannheim ist Hamster ‚Udo‘. Der Grund dafür ist, dass auf dem Grundstück der SAP Arena während des Baus eine Kolonie von Hamstern gefunden worden ist. Seinen Namen hat das Maskottchen der Adler von Stadionsprecher Udo Scholz.

Im September 2015 gerät das Maskottchen bundesweit in die Schlagzeilen. Beim Derby-Sieg gegen Schwenningen hat Hamster ‚Udo‘ die gegnerischen Fans mit obszönen Gesten provoziert. Die Adler haben in der Folge den Darsteller gefeuert.

Adler Mannheim: Charity und Spiel der leuchtenden Herzen

Im Herbst 2007 ist der „Adler helfen Menschen e.V.“ gegründet worden. Der Verein engagiert sich für soziale Zwecke und unterstützt unter anderem die Initiative „Rosys Kids Corner“, die Deutsche Leukämie Forschungshilfe Mannheim für krebskranke Kinder und die Vesperkirche in Mannheim. 

Das Spiel der leuchtenden Herzen im Jahr 2018.

Jährlich finden Charity-Events wie das Golfturnier „Eagles Cup“ oder das traditionelle „Charity Dinner“ statt. Das letzte Heimspiel vor Weihnachten steigt zudem unter dem Motto „Spiel der leuchtenden Herzen“. Die Zuschauer in der SAP Arena können dabei blinkende Herzen kaufen, die vor dem Spiel erstrahlen. Die Einnahmen gehen komplett an „Adler helfen Menschen e.V.“.

Adler Mannheim: Jugendarbeit - „Jungadler Mannheim“

Die Nachwuchsarbeit der Adler Mannheim ist in zwei Vereine aufgeteilt: Beim MERC Eishockey Mannheim e.V. soll die Grundlage für die Nachwuchsarbeit gelegt werden. Im Eishockey-Leistungszentrum „Jungadler Mannheim“, das 1999 gegründet worden ist, sollen die Talente weiter gefördert werden und an das Profi-Eishockey herangeführt werden. 

Das Wappen der Adler Mannheim.

Die Jungadler bestehen aus vier Mannschaften: U13, U15, U17 und die U20, die in der DNL bereits 16 Titel geholt hat. Seit der Intensivierung der Jugendarbeit, die speziell Daniel Hopp initiiert hat, haben unzählige Spieler über Mannheim den Weg in die DEL gefunden. 

Adler Mannheim - Legenden: Diese Rückennummern werden nicht mehr vergeben

Die Rückennummern von verdienten Spielern werden bei den Adler Mannheim nicht mehr vergeben. Diesen Eishockey-Profis ist diese Ehre bisher zu Teil geworden:

  • #2 Werner Lorenz (1956 bis 1964)
  • #3 Harold Kreis (1978 bis 1997 als Spieler und von 2010 bis 2013 als Trainer)
  • #10 Kurt Sepp (1956 bis 1967 als Spieler, 1967/68 als Trainer
  • #12 Bruno Guttowski (1955 bis 1964 als Spieler, 1955/56, 1959 bis 1961 und 1969 bis 1972 als Trainer)
  • #15 Marcus Kuhl (1979 bis 1982 und 1985 bis 1991)
  • #20 René Corbet (2001 bis 2009)
  • #25 Stéphane Richer (1995 bis 2002 als Spieler, 2004 bis 2005 als Trainer)
  • #80 Robert Müller (2000 bis 2002, 2006/07)
  • #55 Jochen Hecht (1994 bis 1998, 2004/05, 2012/13, 2013 bis 2016)
  • #57 Ronny Arendt (2005 bis 2017)

nwo

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Nils Wollenschläger

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