Modellprojekt bei niedriger Inzidenz

Corona in Saarbrücken: So steigt das Saarland aus dem Lockdown aus

Saarbrücken - In einem aufsehenerregenden Modellprojekt will das kleine Saarland aus dem Corona-Lockdown aussteigen. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erklärt wie:

Krasse Wege will das kleine Saarland beschreiten – und dabei den Lockdown-Pfad verlassen! Denn nach Ostern (1. bis 5. April) will das an Frankreich angrenzende Bundesland aus dem durch das neuartige Coronavirus bedingten Lockdown aussteigen, wie die dpa berichtet. Heißt: Ab 6. April sollen Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen, wie MANNHEIM24* berichtet. Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (43, CDU) am Donnerstag.

BundeslandSaarland
LandeshauptstadtSaarbrücken
Fläche2.570 km²
Einwohnerzahl990.509 (Stand: 31. Dez. 2018)
MinisterpräsidentTobias Hans (CDU)

Die lang anhaltenden Einschränkungen stießen bei den Menschen immer mehr an ihre Grenzen. Daher: „Ab dem 6. April wird wieder mehr privates, wieder mehr öffentliches Leben möglich sein.“ Weitere Öffnungsschritte könne es nach dem 18. April geben: in der
Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen. Auch bei den wegen der Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen werde gelockert, hat der saarländische Regierungschef angekündigt. Bei privaten Treffen im Freien sollten bereits im ersten Schritt bis zu zehn Personen erlaubt sein. Auch Kontaktsport im Außenbereich sei dann wieder möglich: „Immer in Kombinationen mit Testungen“, wie Tobias Hans betont.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (43, CDU).

Corona im Saarland: Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erklärt das Projekt namens „Saarland-Modell“

Für diesen Ausstiegsplan starte das Saarland ein Modellprojekt, so der CDU-Landesvater. Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass in Ländern und einzelnen Regionen zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein sollen – „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen“.

Das Saarland habe für ein solches Modellprojekt beste Voraussetzungen, sagte Hans. Zum einen sei die 7-Tage-Inzidenz im kleinsten deutschen Flächenland mit derzeit 66,1 (Stand: 25. März, 3:09 Uhr laut RKI) eine der niedrigsten bundesweit. Außerdem verfüge das Saarland bereits über eine gute Infrastruktur für Tests. Es gebe 41 Testzentren im Land, zudem böten mehr als 300 Ärzte und Apotheken kostenfreie Antigen-Schnelltests an. Das Saarland habe frühzeitig 2,5 Millionen Schnelltests bestellt.

Corona im Saarland: Erstes Bundesland mit Modellregionen als Ganzes

Schließlich sei die Impfquote im Saarland mit knapp einer Million Einwohnern hoch. Bislang seien rund 150.000 Impfungen gegen das Corona-Virus vorgenommen worden, davon um die 110.000 Erstimpfungen. Mit einer Quote von 11,4 Prozent bei den Erstimpfungen liege das Land an der Spitze der Bundesländer, zwei Prozentpunkte über dem Bundesschnitt, sagte Hans.

Es gebe viele Bundesländer, die angekündigt hätten, solche Modellregionen jetzt ausweisen zu wollen. „Wir sind aber das einzige Bundesland, dass das als Ganzes tut. Deswegen nennen wir unser Projekt auch das Saarland-Modell“, so Tobias Hans nicht ohne einen gewissen Stolz. (dpa/pek) *MANNHEIM24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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