Polizei sucht Hinweise

Mutter und Tochter tagelang vermisst – Polizei macht Horror-Fund

Das Weserufer in Bremerhaven bei einem Polizeieinsatz
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Das Weserufer in Bremerhaven: Hier wurden Mutter und Tocher gefunden.

Kaiserslautern - Seit dem 8. Juni sind eine Mutter und ihre kleine Tochter spurlos verschwunden. Jetzt wurde ein Auto aus der Weser in Bremerhaven geborgen – darin zwei Tote. War es Selbstmord?

  • Mutter und Tochter aus Kaiserslautern werden seit dem 8. Juni vermisst.
  • Polizei birgt Auto aus der Weser in Bremerhaven – darin zwei Leichen
  • Bei den Toten handelt es sich um Hariklia S. und ihre 10-jährige Tochter.

Update vom 21. Juni: Seit dem 8. Juni fehlte von Hariklia S. und ihrer Tochter Sofia jede Spur. Nachdem die Mutter ihre Tochter nicht wie verabredet von Kaiserslautern zu ihrem Ehemann nach Gammertingen gebracht hat, schaltet dieser die Polizei ein. Polizeipräsidien aus ganz Deutschland und aus den Nachbarländern sind an der Suche nach den beiden beteiligt. Am 19. Juni wird das Auto der Vermissten in Bremerhaven aus der Weser gezogen. In ihrem Inneren: Die Leichen von Mutter und Tochter. Nun soll eine Obduktion die Todesumstände klären. Hariklias Nachbarn in Kaiserslautern sind schockiert. Stefan Hermani und seine Frau Tanja kannten die Toten und wollen nicht an einen Selbstmord glauben.

Hariklia S. sei eine „lebensfrohe, freundliche Frau“ gewesen, so der Nachbar gegenüber der Bild-Zeitung. Sie habe viel mit ihrer Tochter unternommen und nur für sie gelebt. Hätte es Hinweise auf ihren nahenden Tod gegeben, hätten sie es sich mitbekommen, ist sich Nachbarin Tanja (44) sicher. Eine schreckliche Tragödie ereignete sich vor Kurzem auch in Baden-Württemberg: Ein junges Paar schlief in einem Campingbus, als das Fahrzeug plötzlich in den Rhein rutschte*. Eine 22-jährige ertrank im überfluteten Camper.

Kaiserslautern: Mutter und Tochter tot in Fluss gefunden: Polizei wendet sich an die Öffentlichkeit

Update vom 19. Juni, 15:33 Uhr: Nun steht es fest: Bei den zwei Toten, die in dem Wagen in der Weser gefunden wurden, handelt es sich um Hariklia S. und ihre 10-jährige Tochter. Wie die Ortspolizeibehörde Bremerhaven und die Polizeipräsidien Ravensburg und Westpfalz am Freitagnachmittag mitteilen, haben sich im Auto Ausweisdokumente von S. befunden. Die gerichtsmedizinische Bestätigung steht zwar noch an, aber hinsichtlich dieser Hinweise geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Toten um die Vermissten handelt.

Die Todesumstände sind weiterhin unklar. Eine Obduktion, die in den nächsten Tagen durchgeführt wird, soll Klarheit verschaffen. Das Auto wird von Kriminaltechnikern untersucht. Wann die jeweiligen Ergebnisse vorliegen, kann zurzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Kaiserslautern/Bremerhaven: Mutter und Tochter tot in Auto gefunden – Polizei sucht nach Hinweisen

Die Ermittlungen dauern weiter an. Die Staatsanwaltschaft Bremerhaven hat diese übernommen. „Die Ermittlungen dauern an und werden in alle Richtungen geführt", heißt es in der Mitteilung. Um den Fall aufzuklären, sucht die Polizei nach Hinweisen und hofft auf Zeugenaussagen:

  • Wer hat den dunkelgrauen Renault Laguna mit dem amtlichen Kennzeichen CW-OI 76 oder Hariklia S. und Sofia zwischen Sonntag (7. Juni) und Donnerstag (18. Juni) insbesondere im Bereich des Willy-Brandt-Platzes oder am Weserufer in Bremerhaven gesehen?
  • Die 46-jährige Hariklia S. war 1,58 Meter groß, schlank und hatte braune Augen. Ihre Haare waren dunkelbraun. Sie hatte eine kurze, wellige Frisur. Beim Auffinden war Hariklia S. mit einer Jeans und einem Pullunder bekleidet. Hariklia S. war auf einen Rollstuhl angewiesen und könnte dadurch mit ihrer Tochter aufgefallen sein.
  • Die zehnjährige Sofia war 1,33 Meter groß, schlank und hatte blaugrüne Augen. Sie hatte lange dunkelblonde Haare. Als sie aufgefunden wurde war sie mit einer blauen Hose und einem mutmaßlich rötlichen Oberteil bekleidet.
  • Hinweise nimmt die Polizei Bremerhaven unter der Telefonnummer 0471 953 4444 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Bremerhaven/Kaiserslautern: Vermisstensuche nimmt tragisches Ende ��� Mutter und Tochter tot

Am 30. Mai war Tochter Sofia zu Besuch bei ihrer Mutter in Kaiserslautern. Ihre Eltern, die sich getrennt hatten, haben dies so verabredet. Eigentlich hätte Hariklia S. ihre Tochter Sofia am 8. Juni zu ihrem Vater in Gammertingen zurückbringen sollen, doch sie kamen nie an. Da der Vater die beiden telefonisch nicht erreichte, alarmierte er am Montag die Polizei. Nachdem die Ermittlungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ins Nichts führten, wurde am 10. Juni eine Sonderkommission ins Leben gerufen.

Zunächst ermittelten die Polizisten im Umfeld der Vermissten, dann führte die Spur schließlich nach Norddeutschland. Da es keine konkreten Hinweise gab, fahndete die Polizei seit Samstag (13. Juni) bundesweit nach Mutter und Tochter. Polizeipräsidien aus ganz Deutschland und aus den Nachbarländern waren bei der Suche beteiligt. Die Polizisten setzten Suchhunde, Hubschrauber, Sonarboote und Taucher ein. Die Ermittler wussten mittlerweile, dass Hariklia S. und Sofia im Bremerhaven einen Stopp in einem McDonalds eingelegt hatten, dass sie ein Hotelzimmer gebucht und einen Zoo besucht hatten. Allerdings ging danach die Spur wieder verloren – bis das Auto im Wasser gefunden wurde.

Mutter und Tochter tagelang vermisst – Ermittler machen schrecklichen Fund

Update vom 19. Juni, 13:55 Uhr: Nach der Bergung eines Autos mit zwei Leichen aus der Weser versucht die Polizei weiter die Identität der Toten zu klären. Weiterhin ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob es sich um die 46-jährige Vermisste aus Kaiserslautern und ihre zehnjährige Tochter handelt. Nach Angaben der Ermittler lebte das Kind seit der Trennung der Eltern beim Vater in Gammertingen (Baden-Württemberg). Seit dem 8. Juni gelten Mutter und Tochter als vermisst. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei ermittelte die Behörde bisher nicht wegen einer Straftat, sondern wegen eines Vermisstenfalls. Das zehnjährige Mädchen hielt sich demnach planmäßig bei seiner Mutter in Kaiserslautern auf, die 46-jährige brachte ihre Tochter aber nicht wie verabredet zurück.

Kaiserslautern: Mutter und Tochter tagelang vermisst – Ermittler bergen Auto mit zwei Leichen aus Fluss

Erstmeldung vom 19. Juni, 9 Uhr: Seit Tagen wurden die 46-jährige Hariklia S. und ihre 10-jährige Tochter Sofia aus Kaiserslautern vermisst. Nun hat die Polizei in Bremerhaven das Auto der vermissten Frau aus der Weser geborgen – mit zwei Leichen im Fahrzeuginneren. Ein Spezialboot hatte den Wagen im Wasser geortet, bei dem es sich laut Polizei Kaiserslautern um „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ um das Auto handelt, in dem Mutter und Tochter unterwegs gewesen sein sollen.

StadtKaiserslautern
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohner99.845 (2018)

Kaiserslautern: Mutter und Tochter vermisst – Polizei birgt Auto mit zwei Toten aus Weser

Auch wenn die Identität der beiden Toten aus der Weser noch nicht zweifelsfrei geklärt ist – laut Ermittlern handle es sich wahrscheinlich um die vermisste Hariklia S. und ihre kleine Tochter. Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, fehlte von der 46-jährigen Mutter und ihrem Kind seit dem 8. Juni jede Spur.

Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass sich die Vermissten in Bremerhaven aufgehalten hatten. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen hatte die Polizei Kaiserslautern eine Gefahr oder einen Unglücksfall nicht ausgeschlossen. Auch die Bevölkerung wurde bei der Suche um Mithilfe gebeten.

Ein weiterer Vermisstenfall aus der Region beschäftigte kürzlich ganz Deutschland: Im November 2019 wurde der 23-jährige Hubertus K. in Heidelberg als vermisst gemeldet*. Nach wochenlanger Suche die traurige Gewissheit: Ermittler bargen die Leiche des jungen Studenten aus dem Neckar.

Kaiserslautern: Vermisste Mutter und Tochter tot? Ermittler teilen am Freitag weitere Details mit

Nach dem schrecklichen Fund von zwei Leichen in einem Auto in der Weser dauern die Ermittlungen noch an. Eine endgültige Identifizierung der Toten als Mutter und Tochter aus Kaiserslautern steht noch aus. „Die Polizei wird am morgigen Freitag die Öffentlichkeit über das weitere Ergebnis der Ermittlungen informieren“, teilen die Ermittler in Rheinland-Pfalz mit.

Ein weiterer Fall aus Kaiserslautern hielt die Ermittler ebenfalls auf Trab: Auf einem einsamen Waldstück wurde ein Handwerker von mehreren Männern in die Falle gelockt, entführt und gefoltert*. Seine Familie zahlte den Entführern ein hohes Lösegeld. Nun wurden mehrere Tatverdächtiger festgenommen.

Hinweis: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Du oder eine Dir bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

*LUDWIGSHAFEN24 ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks

pol/kab

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