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Kroatien verhökert Häuser für 13 Cent: Das steckt dahinter

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Von: Franziska Kaindl

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Die Mündung der Flüsse Mura und Drava bei Legrad in Kroatien.
Legrad in Kroatien ist umgeben von Flüssen und Wäldern. © imago-images

Eine Stadt in Kroatien gibt Häuser zum Spottpreis von 13 Cent ab. Dafür müssten die zukünftigen Besitzer einige Kriterien erfüllen.

Was in Italien schon viele Städte vorgemacht* haben, will nun die kroatische Stadt Legrad versuchen: Für gerade mal einen kroatischen Kuna (umgerechnet 13 Cent) sollen leer stehende Häuser und Baustellen verkauft werden. Was aber auf den ersten Blick verlockend klingt, sollte gut überdacht sein. Bei einigen der „Immobilien“ handelt es sich nämlich um abbruchreife Halbruinen ohne Türen oder Fenster. Teilweise fehlen Wände oder der Schimmel hat Einzug gehalten. Alle der 19 Häuser bedürfen einer kompletten Neurenovierung. Dafür will die Stadt jedem neuen Besitzer einen Zuschuss von umgerechnet 3.333 Euro gewähren.

Kroatissche Stadt lockt mit günstigen Häusern

Legrad war noch vor 70 Jahren die zweitgrößte Stadt auf dem Gebiet des heutigen Kroatiens. Seit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie vor rund 100 Jahren hat der Ort allerdings mit einer stetig sinkenden Einwohnerzahl zu kämpfen. Heute leben nur noch circa 2.250 dort. Aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung kommt es immer mehr zur Landflucht, wie der Bürgermeister Ivan Sabolic der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Das soll nun verhindert werden. Darum bezuschusst die Stadt auch Personen, die ein Privathaus kaufen wollen mit 20 Prozent des Kaufpreises oder bis zu 35.000 Kuna (umgerechnet 4.664 Euro).

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Kroatien: Häuser zum Schnäppchenpreis – unter einigen Bedingungen

Und der Plan scheint aufzugehen: Bereits 17 Häuser seien verkauft, wie Sabolic erklärt. Wer allerdings eine der günstigen Bauten erwerben will, muss einige Kriterien erfüllen – dazu gehört, dass man unter 40 Jahre alt ist und nachweisen kann, zahlungsfähig zu sein. Zudem müssen sich Interessanten verpflichten, für mindestens 15 Jahre zu bleiben. „Nach einigen Medienberichten über unsere Aktion bekamen wir Anfragen nach Häusern aus sehr entfernten Orten wie Russland, der Ukraine, der Türkei, Argentinien oder Kolumbien“, berichtet Sabolic laut Reuters. Einwanderungen nach Kroatien stellen sich aber als komplex dar, sodass die Häuser aktuell nur an Einheimische verkauft werden. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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