Julian (13) stirbt nach Crash – Unfallfahrer flüchtet 

Trotz 100 Hinweisen bei „Aktenzeichen XY...ungelöst“: Keine heiße Spur im tödlichen Unfall auf A8!  

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Die Polizei ist immer noch auf der Suche nach dem Fahrer einer weißen Limousine. 

Zweibrücken - Nach einem dramatischen Crash am 1. Juli auf der A8 stirbt ein 13-Jähriger. Der Unfallfahrer schert sich nicht darum und fährt einfach weiter! Der Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“:

+++ UPDATE (27. August): Die Schlinge zieht sich immer weiter zu – wie Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken, auf Anfrage von HEIDELBERG24 bestätigt, sind seit der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ vom 22. August rund 100 Hinweise auf den Todesfahrer von der A8 eingegangen. „Einige der Hinweise sind sehr interessant. Wir sind zuversichtlich, dass der Täter bald gefasst wird“, so Hauptkommissar Mahl.

+++ UPDATE (23. August): Wird der Todesfahrer von der A8 jetzt endlich gefasst? Nach der Sendung sind rund 40 vielversprechende Hinweise bei der Polizei eingegangen!

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Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken ist am Mittwoch (22. August) zu Gast im ZDF-Studio der Sendung ‚Aktenzeichen XY...ungelöst‘. Der tragische Unfall vom 1. Juli hat auch ihn mitgenommen.  

Er spricht von einem unglaublichen Schock für die Familie und hofft durch die Sendung auf neue Erkenntnisse. Im Zuge der Ermittlungen wäre die Polizei bereits zahlreichen Hinweisen nachgegangen und hätten viele Fahrzeuge überprüft – jedoch „ohne heiße Spur“. 

>>>Hier geht‘s zur Zusammenfassung der Sendung ‚Aktenzeichen XY...ungelöst‘

Die Polizei suche immer noch dringend Zeugen, die am 1. Juli 2018 gegen 14:50 Uhr in die gleiche Richtung oder auch in die Gegenrichtung wie die Harley Davidson unterwegs waren. Vielleicht war auch jemand mit einer Dashcam unterwegs oder hätte weiteres Videomaterial, welches er der Polizei zur Verfügung stellen könnte. 

Neben Mitwissern, die vielleicht im Unfallwagen unterwegs waren, oder dem sich der Unfallfahrer anvertraut hat, appelliert Mahl vor allem an den Fahrer selbst, sich zu melden„um der Familie ein Stück Erleichterung zu geben“.

Der dramatische Fall vom 1. Juli 2018

Es ist der 1. Juli 2018. Julian (13) hat gerade die 8. Klasse beendet und freut sich über den Anfang der Sommerferien. An diesem Tag ist er mit seinem Stiefvater auf einer Harley Davidson unterwegs. Sie sind gerade auf dem Rückweg des verkaufsoffenen Sonntags in Zweibrücken. 

Gegen 14:50 Uhr sind sie auf der A8 in Höhe Zweibrücken in einer 100-Zone mit der Geschwindigkeit von 110 bis 120 Stundenkilometer auf der linken Fahrbahn in Richtung Homburg-Einöd unterwegs. Sie sind gerade dabei, ein Fahrzeug zu überholen, das etwas langsamer auf der rechten Spur unterwegs ist. 

Als sie das Fahrzeug schon 30 bis 40 Meter weiter passiert hatten, kommt der Fahrer einer weißen Limousine mit etwa 150 Kilometer pro Stunde angerast und fährt auf das Motorrad auf.  

Der schreckliche Unfall am 1. Juli auf der A8.

Die beiden stürzen mitsamt Harley, welche in die linke Mittelleitplanke geschleudert wird und daraufhin in Flammen aufgeht. Julians Stiefvater wird schwer verletzt, Julian stirbt noch an der Unfallstelle. 

Besonders tragisch: Der Fahrer der weißen Limousine fährt rechts einen Bogen um das Motorrad, bevor er wieder Gas gibt und in Richtung Saarland flüchtet.  

So ungefähr sieht der Unfallwagen aus   

Bei dem Unfallwagen soll es sich um eine weiße Limousine, eventuell eine E-Klasse handeln. Vielleicht ist es auch ein Cabrio mit dunklem Dach. Zum Kennzeichen des Wagens ist nichts bekannt, außer dass das Nummernschild weiß war. Das Auto ist also nicht in den Niederlanden oder in Luxemburg zugelassen. 

Bei dem Unfallwagen soll es sich um eine weiße Limousine handeln. 

So geht es Julians Vater jetzt 

Anfang August wurde Julian erst beerdigt. Zu diesem Zeitpunkt war sein Vater noch im Krankenhaus und konnte nicht an der Beerdigung teilnehmen. Mittlerweile wurde er aus dem Krankenhaus entlassen, wird aber laut Mahl noch „Wochen brauchen, um den Unfall psychisch und physisch zu verarbeiten“.

So erlebte ein Zeuge den tragischen Unfall 

Schon am Montag (13. August) hatte der SWR in seiner Sendung „Kriminalreport“ den tödlichen Unfall thematisiert. Hier schildert Zeuge Walter N. die schlimmen Szenen auf der A8.

Der Rentner sei mit seiner Frau auf der Autobahn unterwegs gewesen, als ihn der Fahrer der Harley Davidson auf der linken Spur überholt habe. Walter N. muss mit ansehen, wie der weiße Wagen heran rast und in das Motorrad kracht. Die Maschine hätte sofort gebrannt, der Fahrer habe auf der Fahrbahn gelegen und geschrien, sein Sohn regungslos an der Leitplanke gelegen. Der Unfallverursacher sei einfach weitergefahren.

Motorrad-Club „Gremium“ lobt 10.000 Euro für Hinweise aus

Wie der Polizeichef weiter mitteilt, sei der Polizei bekannt, dass von privater Seite eine Belohnung für Hinweise ausgelobt wurde. Dabei handelt es sich um den Motorradclub „Gremium“, bei dem der Fahrer der Harley Davidson früher Mitglied gewesen sein soll.

Auf deren Internetseite ist zu lesen, dass der Club eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise verspricht, die zur Ermittlung des Unfallfahrers führen.

Hier können sich Zeugen melden

Wer kann Angaben zu dem Unfall machen? Mitwisser, Zeugen oder Besitzer von Dash-Cams, die am 1. Juli gegen 14.50 Uhr in der Region Zweibrücken unterwegs waren, sollen sich bitte bei der Polizei Polizei Zweibrücken unter der ☎ 06332 / 976 333 melden. 

kp

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