Mehrere Schwerverletzte auf A5

2 schwere Flixbus-Unfälle an einem Tag! Wie gefährlich sind Fernbusreisen?

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Die Unfallstelle auf der A5: Bei einem Crash mit einem Lkw wurden 16 Passagiere eines Flixbusses teilweise schwer verletzt.

Karlsruhe/Bremen - Am Mittwoch (5. Juni) kommt es auf der A5 und der A1 zu schweren Flixbus-Unfällen. Wie sicher ist das Reisen mit Fernbussen?

In der Nacht auf Mittwoch erleben rund 90 Passagiere in zwei Flixbussen den blanken Horror: Auf der A5 bei Karlsruhe will ein Lkw-Fahrer auf einen Autobahnparkplatz auffahren, doch weil dieser durch andere parkende Fahrzeuge blockiert wird, lenkt der Fahrer kurzerhand zurück auf den rechten Fahrstreifen – mit schwerwiegenden Folgen! Ein hinter ihm fahrender Fernbus kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Bei dem folgenschweren Zusammenstoß auf der A5 werden 16 Passagiere teilweise schwer verletzt.

Kurz zuvor erleben rund 50 Flixbus-Passagiere auf der A1 bei Bremen ein Flammen-Inferno, als während einer Fahrt von Amsterdam nach Hamburg plötzlich ein Feuer ausbricht. Nur dank des schnellen Handels der Fahrerin kann eine Katastrophe verhindert werden. Erst im Mai war es zu einem dramatischen Unfall mit einem Flixbus auf der A9 in Leipzig gekommen – hier hatte sich der Reisebus auf der Autobahn überschlagen – eine Frau kam dabei ums Leben, 70 Menschen wurden verletzt.

Nach mehrere schweren Flixbus-Unfällen: Wie gefährlich sind Fernbusreisen?

Kurz nach den Unfällen am Mittwoch betonte das Münchner Unternehmen, dass die Sicherheit von Fahrgästen und Fahrern höchste Priorität habe. Doch wie sicher ist das Reisen mit Fernbussen wirklich? 

Wie das Unternehmen betont, gehe die Ausstattung der Fahrzeuge mit Features wie dem Spurhalteassistenten, Abstandsregeltempomaten und Fahrdynamikregelung „weit über die geforderten Standards hinaus“. Jeden Monat würden Busse inspiziert. Auch die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten werde intern und extern überprüft.

Auch der ADAC kann beruhigen: Fernbusse seien ein sehr sicheres Verkehrsmittel. Trotz einiger schwerer Unfälle zählen Fernbusse nach wie vor zu den sichersten Verkehrsmitteln.

Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind“, erklärte ein Sprecher des ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in etwa 0,7 Prozent aller Verkehrsunfälle außerhalb von Ortschaften involviert. Die deutliche Mehrheit geht auf das Konto der Autofahrer.

Ähnlich wie bei Flugzeugen, dem sichersten Verkehrsmittel überhaupt, schneiden Busse um Unfallrisiko-Vergleich auch deswegen besser ab, weil pro zurückgelegter Strecke und Personenzahl weniger Menschen zu Schaden kommen. Von 2011 bis 2015 starben bei Unfällen mit dem Auto etwa 15 mal mehr Menschen als bei Unfällen mit dem Bus. Um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, mahnte der ADAC-Sprecher Fahrgäste, sich auch im Bus an die Anschnallpflicht zu halten.

Für Verkehrschaos sorgte auch ein Hochzeitskorso in Ludwigsburg: Während die Polizei damit beschäftigt war, den riesigen Konvoi zu stoppen, fielen plötzlich Schüsse! 

Hintergrund: Zahlen und Fakten zu Flixbus

Mit einem Marktanteil von 95,4 Prozent ist Flixbus laut IGES-Institut unangefochtener Marktführer. Täglich bietet die Firma 350.000 Verbindungen an. Dafür stehen dem Unternehmen rund 2.000 Busse und 7.000 Fahrer zur Verfügung. Von den Busfahrern ist aber kein einziger bei Flixbus selber angestellt. Sie alle arbeiten für Subunternehmen. Insgesamt sind es knapp 300 Firmen, mit denen Flixbus kooperiert. 

Schuld an den Unfällen sind Busfahrer außerorts in den wenigsten Fällen. Laut Statistischem Bundesamt verursachte 2017 genau dreimal ein übermüdeter Busfahrer einen Unfall auf der Autobahn oder der Landstraße. Bei Autofahrern waren es mehr als 1.200.

dpa/rob

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