Fake News und Mythen

Kanal für Verschwörungstheorien? Welche Promis neben Xavier Naidoo auf Telegram sind

Milliarden Menschen weltweit nutzen Messenger wie WhatsApp oder Facebook. Doch in Zeiten der Corona-Krise blüht Telegram auf – auch, um Verschwörungstheorien zu verbreiten:

  • Xavier Naidoo, Attila Hildmann und weitere Menschen verbreiten Fake News und Verschwörungstheorien.
  • Dafür nutzen sie die Messenger-App Telegram.
  • Die App ist aus Russland und fördert „alternative Meinungen“.

Facebook Messenger, WhatsApp, Threema, Snapchat, Discord – das sind nur ein paar der zahlreichen Messenger-Dienste, die täglich von Milliarden Menschen auf der Welt genutzt werden. Doch eine App ist in Zeiten der Corona-Pandemie auf dem Vormarsch – Telegram. Manche Nutzer fühlen sich einfach nur wohl bei dem Gedanken, dass ihre Nachrichten dort nicht so zugänglich sind wie zum Beispiel bei WhatsApp, Facebook oder Apple. Oft genug standen diese großen Unternehmen in der Vergangenheit in der Kritik. Doch eine andere Gruppe nutzt Telegram, um dort Fake News und Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Name der App

Telegram

Veröffentlicht

14. August 2013

Entwickler

Telegram Messenger LLP

Verfügbar in

Englisch, Spanisch und mehr

Plattformen

Android, iOS, Microsoft Windows Phone, Microsoft Windows NT, macOS, Linux, Webandwendung

Telegram: Xavier Naidoo, Attila Hildmann und Eva Herman teilen Verschwörungstheorien

Während der Corona-Krise verbreiten sich Fake News und Verschwörungstheorien fast so schnell wie das Virus selbst. Es beginnt bei Spekulationen über die Herkunft von Covid-19 und der Kritik an den Corona-Maßnahmen und endet bei Mythen über Zwangsimpfungen, Bill Gates und Laboren im Untergrund, in denen Kinder für Adrenochrom gefoltert werden

Immer mehr Prominente springen auf diesen „Trend“ auf und verbreiten ebenfalls eigene oder fremde Theorien. Darunter befinden sich Namen wie Xavier Naidoo, Atilla Hildmann, Eva Herman, Detlef D! Soost, Rapper Sido und noch viele mehr. Diese Prominenten verbreiten ihre Botschaft dann unter ihren Fans, von denen das Gesagte weiter geteilt wird – Judenhass inklusive. Die Messenger-App Telegram wird mittlerweile als Sprachrohr dieser Stars und Sternchen genutzt. 

Telegram: Warum nutzen Verschwörungstheoretiker diese App?

Die kostenlose App Telegram wurde 2013 von den Brüdern Nikolai und Pawel Durow gegründet. Die Basis des Entwicklerteams befindet sich nach Aussage der beiden russischen Geschwister in Dubai. Durch die Übernahme von WhatsApp durch Facebook etablierte sich Telegram zu einer ernsten Alternative auf dem Markt. Im Februar 2014 nutzen noch lediglich fünf Millionen Menschen weltweit die App – im April 2020 wurde die Grenze von 400 Millionen Nutzern durchbrochen. Doch was macht diesen Messenger so attraktiv?

Auch interessant: Verschwörungsmythen auf dem Prüfstand: Unser großer Xavier-Naidoo-Faktenfinder!

Alle Telegram- und Gruppen-Chats sind die Privatsache der jeweiligen Nutzer und wir nehmen keine Anfragen dazu an, diese zu bearbeiten“, schreibt das Unternehmen auf ihrer Webseite. Zwar würden terroristische Bots und Kanäle geblockt, es solle aber keine „politisch motivierten Zensur“ stattfinden. Nutzer sollen auch „alternative Meinungen“ zum Ausdruck bringen können, solange dies auf friedliche Weise passiert. Während auf anderen Plattformen wie Facebook oder WhatsApp also Fake News und Verschwörungstheorien verfolgt und gelöscht werden, ist das auf Telegram nicht der Fall. 

Telegram: Theorien und Fake News werden in Gruppen geteilt

Ein weiter Vorteil von Telegram ist die Erstellung von Gruppen und Channels. Während man bei WhatsApp nur Gruppen bis zu 256 Teilnehmer bilden kann, sind bei der App aus Russland bis zu 200.000 Mitglieder möglich. In Channels gibt es sogar gar keine Begrenzung. Dort kann einfach jeder anonym mitlesen. Manche von diesen, wie zum Beispiel „Xavier(Der VereiNiger)Naidoo“, sind allerdings privat und man muss erst beitreten. 

Viele Verschwörungstheoretiker wie Xavier Naidoo oder Attila Hildmann nutzen Telegram. (Symbolfoto)

In diesen Strukturen, die oft von Xavier Naidoo, Attila Hildmann, der am Wochenende auf einer Demo verhaftet worden ist, oder Eva Herman geteilt werden, sind Vergleiche zwischen Hitler und Merkel an der Tagesordnung. Auch ist es dort völlig okay, wenn Hildmann Bill Gates als „satanischen Kinderfi**er, Eugeniker und Psychopathen“ bezeichnet und das dann mit seinen 29.000 Abonnenten teilt. 

Telegram im Vergleich zu anderen Messengern

Obwohl die App viele Vorteile für Verschwörungstheoretiker wie Xavier Naidoo oder Attila Hildmann bietet, gibt es doch einen großen Nachteil – die Reichweite. WhatsApp hat Mitte Februar bekannt gegeben, dass der Messenger von 2 Milliarden Menschen weltweit genutzt wird. Der Facebook Messenger kommt auf 1,3 Milliarden Nutzer. Dahingegen ist Telegram „erst“ bei 400 Millionen. Doch da Xavier Naidoo nicht alle Menschen retten will, sondern nur die „Wachen“, wie er in einem Interview mit Eva Herman gesagt hat, sollte ihn die geringere Reichweite nicht wirklich stören.

dh

Rubriklistenbild: © dpa/picture alliance

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