Im Netz veröffentlicht

Penis in Hantel eingeklemmt: Ermittlungen wegen brisanter Fotos!

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Die Hantel, von der der Mann im Klinikum Worms befreit werden musste. 

Worms - Ein außergewöhnlicher Feuerwehreinsatz in Worms, bei dem der Penis eines Mannes aus dem Loch einer Hantelscheibe befreit wurde, hat ein Nachspiel. 

Der Grund: Im Internet kursierten schnell Fotos, die zeigen, wie der Mann im September im Wormser Klinikum aus seiner misslichen Lage befreit wurde. Das teilt die Klinik am Mittwoch mit. 

Noch ist unklar, wer die brisanten Bilder gemacht und sie in soziale Netzwerke gestellt hat. Eine Sprecherin der Klinik sagt, dass eine interne Ermittlergruppe die Arbeit aufgenommen habe. Die Herkunft des veröffentlichten Bildmaterials soll „lückenlos“ aufgeklärt werden. 

Der kuriose Einsatz

Die Feuerwehr hatte die Klinik um Hilfe gerufen, um das sensible Körperteil des Mannes aus der Hantel zu befreien. Es folgte ein dreistündiger Einsatz mit Schleifer, Vibrationssäge und einem hydraulischen Rettungsgerät.

Wie der Mann sich genau in die Lage gebracht hatte, war nicht klar geworden. Die Feuerwehr hatte damals von einem „kuriosen Trainingsunfall“ gesprochen. Der Facebook-Post der Retter hatte innerhalb weniger Stunden Tausende Likes und Kommentare erhalten.

Der Wormser Oberbürgermeister, Michael Kissel (SPD), sagt der Deutschen Presse-Agentur, er verurteile die Veröffentlichung der Fotos als „schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“. Kissel, der sowohl Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Worms als auch Dienstherr der Feuerwehr ist, kündigte arbeitsrechtliche Schritte an, sollte die verantwortliche Person ausfindig gemacht werden. Nach Angaben der Wormser Polizei war bis zum Mittwochmorgen noch keine Anzeige eingegangen. 

Kissel sagt, man habe sich mit Blick auf die Dimension des Falls und um nachhaltigen Schaden für das Klinikum zu vermeiden, an den rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Dieter Kugelmann, gewandt. Kugelmann beurteilt den Fall als „Persönlichkeitsverletzung schlimmster Art“. Allerdings handele es sich nicht um eine klassische Datenschutzpanne, da die Klinik die Fotos nicht selbst veröffentlicht habe. Gleichwohl stelle sich die Frage nach der Aufsichtspflicht und inwieweit diese verletzt worden sei. Es müsse auch geklärt werden, ob die Fotos zunächst zu Dokumentationszwecken gemacht und später für die Veröffentlichung missbraucht worden seien oder ob jemand bewusst die Szene zum Zweck der späteren Veröffentlichung fotografiert habe.

dpa/kab

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