„Glückwunsch den Domschändern"

Während Einweihung: Proteste gegen ,Haus am Dom‘ 

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Haus am Dom wird eingeweiht

Worms - Nach gut zweijähriger Bauzeit wird das umstrittene "Haus am Dom" am Freitag eingeweiht. Doch während die einen sich freuen, demonstrieren die anderen:

Etwa 200 Gläubige sind am Freitagabend (18. Mai) dabei, als Udo Markus Bentz, Mainzer Weihbischof,  die Räume des noch nicht ganz fertigen ,Haus am Dom‘ segnet. 

Das für etwafünf Millionen Euro gebaute dreigeschossige Haus aus rotem Stein soll ein Gemeindezentrum beherbergen und auch Anlaufstelle für die etwa 400.000 Menschen sein, die jährlich den fast 1.000 Jahre alten Dom besuchen. Auch ein Café, ein Restaurant und eine Weinbar sind geplant. 

Viel Kritik um neues Haus

Der Standort des Gebäudes und Teile der Nutzung sind seit Beginn umstritten. Der Verein ,Dom-Umfeld‚ kritisiert, dass das Haus mit dem hohen Satteldach den Blick auf den Dom von Süden einengt

Haus am Dom wird eingeweiht

Etwa 20 Kritiker des Projekts demonstrieren bei der Eröffnung vor dem Gebäude mit Transparenten, die Aufschriften trugen wie „Haus am Dom = Dom-Missachtung" und „Glückwunsch den Domschändern". 

Dieses Haus ist viel zu nahe am Dom", so Josef Eberhardt vom Verein ,Dom-Umfeld‘. Mit dieser Ansicht vertrete man 17.000 Bürger. „Wenn das Haus 20 Meter weiter weg gebaut worden wäre, wären alle einverstanden gewesen, und es wäre ein Haus der Herzen und kein Haus der Zwietracht geworden", sagt er. 

Im Haus am Dom begrüßt unterdessen Domprobst Tobias Schäfer ausdrücklich auch jene, die gegen den Standort des Gebäudes seien. Er wolle die Hoffnung nicht aufgeben, dass das Haus, wenn es mit Leben gefüllt sei, auch die Kritiker überzeuge, sagt Schäfer. „Ich hoffe, dass es jetzt gelingt, die Gräben zu überwinden. Unsererseits bleibt die Hand zur Versöhnung ausgestreckt."

dpa/jol

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