Heldensage als TV-Mehrteiler geplant

Drachen, Intrigen und große Schlachten: Deutsche Serie will „Game of Thrones“ den Kampf ansagen

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Der Intendant der Nibelungen-Festspiele will eine Serie um das Heldenepos produzieren. (Symbolfoto)

Worms - Eine der größten deutschen Filmunternehmen möchte eine der größten deutschen Geschichten auf den Bildschirm bringen – die Nibelungensage. Die Idee ist aber noch ganz am Anfang:

Intrigen und Mord, Liebe und Verzweiflung, Mystik und Geschichte. Dazu ein strahlender Held, der gegen einen Drachen kämpft – und das alles in einer Serie, die bald im Fernsehen laufen könnte. Dabei handelt es sich weder um die HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“, noch um die mit Spannung erwartete Serienadaption von „Herr der Ringe“. Die Rede ist von der Nibelungensage, die ihren Ursprung in Worms hat und zu den berühmtesten deutschen Geschichten gehört!

Proben für die Nibelungen-Festspiele 2019 laufen auf Hochtouren

Alljährlich finden in Worms die Nibelungen-Festspiele statt, zu denen zahlreiche Theaterfreunde und Promis pilgern. Dort wird an historischer Stätte unter freiem Himmel die berühmte und beliebte Geschichte um Figuren wie Siegfried, Kriemhild und Hagen erzählt – jedes Mal in einem neuen Gewand. 

‚Siegfrieds Erben‘: Bühnenprobe für die Nibelungen-Festspiele

So ging es bei der Aufführung 2018 noch darum, wie die Story von „Siegfrieds Erben“ nach Ende der Geschichte weitergeht. In diesem Jahr soll es sich im Stück „Überwältigung“ mehr um die Figur des Hagen von Tronje drehen. Derzeit wird schon geprobt, um das Stück, in dem Klaus Maria Brandauer die Hauptrolle übernimmt, ab 12. Juli auf die Bühne zu bringen.

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Entschluss zu Serie über Nibelungensage wegen „Game of Thrones“

Abseits der Vorbereitungen hat sich nun der Intendant Nico Hofmann zur weiteren Zukunft der Nibelungensage geäußert. Als Geschäftsführer der Produktionsfirma UFA will er eine Serie über den Epos produzieren. Dort kennt man sich mit erfolgreichen deutschen Mehrteilern aus. In den letzten Jahren produzierte UFA Erfolgsserien wie „Charite“, „Ku´damm 56“ und „Deutschland 83“. Auch die Sage aus Worms ist der Firma nicht unbekannt, da sie im Jahr 1924 das Filmepos „Die Nibelungen“ veröffentlichten.

Der Entschluss für die Produktion einer Serie kam Hofmann durch den enormen Erfolg der Serie „Game of Thrones“. „Die Begeisterung für diese Zeitepisode ermutigt uns. Es gibt ein Riesenpublikum, das diese Zeit goutiert. Auch, weil die Grundfragen so archaisch sind“, erklärt der Intendant. 

Partner und Geldgeber für Nibelungen-Serie gesucht

Diese archaischen Grundlagen habe auch die Nibelungensage, in der es um Drachen, Helden und eine Verwurzelung von Mythen im Kulturgut gehe. Zudem betont der künstlerische Leiter Thomas Laue, dass es ein Stoff sei, der von hier komme und kein beliebiger Fantasy-Stoff. Das hätte eine klare Kenntlichkeit und viel mit dem zu tun, was uns auch heute betreffe. 

Fotos vom roten Teppich der Nibelungen-Festspiele

Doch ganz so bald wird die Serie um die Nibelungen wohl nicht ausgestrahlt oder produziert werden. Derzeit gibt es gerade einmal ein etwa 50-seitiges Expose. „Ich möchte nächstes Jahr ins Verkaufen gehen. Für ein solches Projekt braucht man vier oder fünf Partner“, sagt Nico Hofmann. Und zudem brauche man auch noch ein Produktionsvolumen von etwa 30 bis 40 Millionen Euro

Nibelungen-Serie soll kommen – wenn auch erst in mehreren Jahren

Die Hilfe wolle man sich aus Europa und nicht aus den USA holen. Den Zeitraum für das Projekt schätzt der Intendant auf nicht unter drei bis vier Jahren ein – auf weil die Firma UFA derzeit viel mit den bisherigen Formaten beschäftigt sei. „Aber es wird zu 100 Prozent kommen“, betont Hofmann.

Damit gibt es wohl noch ein paar Hindernisse zu überstehen, bevor der TV-Mehrteiler über die Bildschirme flimmern wird. Wir sind auf jeden Fall gespannt und halten Dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden. Bis dahin müssen wir die Zeit wohl mit anderen Fantasy-und Mittelalterserien wie „Herr der Ringe“, „Vikings“, dem „Game of Thrones“ Spin-off „Bloodmoon“, und „The Witcher“ überbrücken. Auch diesen TV-Serien solltest Du mal eine Chance geben.

dpa/dh

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