Rechte NPD-Versammlung

Worms: Mehr als 1.000 Menschen blockieren Nazi-Aufmarsch

Nazi-Aufmarsch in Worms: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Es gibt lautstarke Proteste der Gegendemonstranten in der Innenstadt:

  • Oberverwaltungsgericht Koblenz hat entschieden: Die Stadt Worms muss die rechte Versammlung „Tag der deutschen Zukunft“ am Samstag (6. Juni) erlauben.
  • Nazi-Aufmarsch und Gegendemonstrationen – Chaos und Proteste in der Innenstadt. 
  • Großes Polizei-Aufgebot rund um den Bahnhof und im Zentrum.
  • Mehr als 1.000 Menschen blockieren Nazi-Aufmarsch:

Update vom 7. Juni, 10:30 Uhr: Wie die Stadt Worms und das Polizeipräsidium Mainz in einer gemeinsamen Mitteilung erklären, seien bereits vor Beginn des Nazi-Aufmarsches in Worms mehr als 700 Personen des „gewaltbereiten linken Spektrums“ aus ganz Deutschland nach Worms gekommen. Im Bereich der Prinz-Carl-Anlage sei es zu Angriffen gegen Polizisten gekommen, bei denen unter anderem auch Pfefferspray eingesetzt werden musste. Bei zwei Gruppen mit insgesamt mehr als 500 Personen haben die Beamten wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs die Personalien festgehalten. „Das Festhalten dieser beiden Personengruppen führte auch dazu, dass mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürgern bei drei bürgerlichen Versammlungen am Bahnhof sowie im gesamten Stadtgebiet friedlich demonstrieren konnten“, heißt es in der Mitteilung vom Samstagabend. 

An der Versammlung der rechten Szene hätten nach Angaben der Stadt Worms ab 13:30 Uhr mehr als 30 Personen teilgenommen. Diese mussten ihren geplanten Aufzug auf verkürzter Strecke durchführen, weil Gegendemonstranten die Straßen blockierten. „Wir haben mit den friedlichen, angemeldeten Versammlungen deutlich gemacht, wo wir stehen als Stadt, dass wir einstehen für ein gutes Miteinander", betont Oberbürgermeister Adolf Kessel.  Die Stadtverwaltung von Worms hatte bis zuletzt gehofft, den von der NPD angemeldeten „Tag der deutschen Zukunft“ mit juristischen Mitteln zu verhindern. Das Oberverwaltungsgericht in Koblenz hatte jedoch am Freitag entschieden, dass die Stadt die Versammlung genehmigen muss. 

Nazi-Aufmarsch in Worms: Gegendemonstranten blockieren Aufzug der Rechtsextremen

Update von 15:50 Uhr: Wie ein Sprecher der Polizei in Worms am Samstag mitteilt, hätten im Rahmen von Demonstrationen gegen den Nazi-Aufmarsch rund 400 „Personen des linken Spektrums“ versucht, Polizei-Absperrungen zu durchbrechen. Zwischenzeitlich hätten die Beamten auch Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Mehrere Personen seien zur Identitätsfeststellung festgehalten worden. 

Zu der von der NPD angemeldeten Demonstration sind laut Polizei rund 50 Teilnehmer erschienen. Hier seien im Vorfeld verfassungsfeindliche Symbole festgestellt wurde, eine Person sei daraufhin von der Versammlung ausgeschlossen worden. Ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppierungen sei zunächst verhindert worden, sagte der Polizeisprecher am Samstagmittag. Offenbar haben Gegendemonstranten die ursprünglich geplante Demo-Route der Rechtsextremen blockiert, sodass der Marsch nach wenigen hundert Metern wieder abgebrochen werden musste. Wie viele Personen insgesamt am Samstag zu den Demonstrationen in Worms erschienen sind, kann die Polizei noch nicht sagen.

Update von 14:Uhr: Mittlerweile haben sich die Gegendemonstranten im gesamten Stadtzentrum verteilt, die Lage ist unübersichtlich. Die Rechtsextremen halten sich unterdessen weiter am Hauptbahnhof auf. Es scheint, als seien sie zahlenmäßig weit unterlegen. Immer wieder kommt es zu kurzen Situationen, in denen die Polizei eingreifen muss. Die Einsatzkräfte versuchen so gut wie möglich, Gegendemonstranten  von Nazis zu trennen. 

Nazi-Aufmarsch in Worms: Gegendemos und Proteste in der Innenstadt

Update vom 6. Juni, 12:30 Uhr: Die Wormser Innenstadt ist am Mittag in der Hand von Rechtsextremen und Gegendemonstranten. Wie die Wormser Zeitung berichtet, kam es um kurz nach 12 Uhr zu einem Pfefferspray-Einsatz der Polizei gegen aggresive Antifa-Anhänger. Mittlerweile haben sich die Gegendemonstranten in der gesamten Innenstadt verteilt. Es gibt lautstarke Proteste, ein Polizeihubschrauber kreist über der Stadt.  

Proteste gegen Nazi-Aufmarsch in den Straßen von Worms

Update vom 6. Juni, 11 Uhr: Während in ganz Deutschland heute Demos für die „Black Lives Matter“-Bewegung stattfinden und in Mannheim sogar 4.000 Personen demonstrieren, marschieren in Worms heute die Nazis auf. Zwischen 12 und 17 Uhr hat die Stadt Worms nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Kundgebungen im Rahmen des „Tag der deutschen Zukunft“ genehmigt. Angemeldet wurde die Veranstaltung von der rechtsradikalen NPD. Seit Samstagmorgen sind starke Polizeikräfte in der ganzen Innenstadt im Einsatz, es werden hunderte rechtsextreme Demonstranten aus ganz Deutschland erwartet. Bereits jetzt haben sich aber auch schon Gegendemonstranten versammelt, die den Nazis entgegenstehen wollen. Noch ist die Lage bei der Polizei entspannt. Rund um den Bahnhof stockt der Verkehr in Worms bereits, einige Seitenstraßen wurden gesperrt. 

Auch Gegendemonstranten haben sich bereits in der Wormser Innenstadt versammelt.

Nazi-Aufmarsch in Worms: Stadt muss rechte Demos erlauben – Chaos und Proteste erwartet

Erstmeldung vom 5. Juni: Lange hat die Stadt Worms gegen die von der rechtsextremen NPD angemeldete Versammlung „Tag der deutschen Zukunft“ gekämpft. Die Verwaltung versuchte, den geplanten Nazi-Aufmarsch sowie die erwarteten Gegendemos mit juristischen Mitteln zu verhindern. Der Infektionsschutz könne aufgrund der „Dynamik und Unübersichtlichkeit des Demonstrationsgeschehens“ nicht gewährleistet werden, befürchtete Oberbürgermeister Adolf Kessel. Doch am Donnerstag entscheidet das Oberverwaltungsgericht in Koblenz: Die für den 6. Juni geplante Versammlung muss – trotz großer Bedenken der Stadtverwaltung – zugelassen werden. 

Worms: Stadt muss Nazi-Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ erlauben – Proteste erwartet

Der „Tag der deutschen Zukunft“ – eine Versammlung mit Kundgebungen und einem Marsch durch die Wormser Innenstadt – wurde laut Bericht der Wormser Zeitung von der Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes West-Pfalz angemeldet. Laut Facebook-Seite der Veranstalter wolle man mit der Versammlung ein „Signal gegen Überfremdung setzen“ und sich der „Zerstörung unserer Heimat“ entgegen stellen. 

Die rechte Veranstaltung „Tag der deutschen Zukunft“ 2019 in Chemnitz

Neben dem Nazi-Aufmarsch werden auch Gegendemonstrationen in Worms erwartet. Das Bündnis „Block TddZ Worms“ hatte bereits im Vorfeld starke Proteste gegen die Kundgebungen angekündigt. „Klar ist: Wir dürfen am 6. Juni den Nazis nicht die Straße überlassen“, heißt es in einem Facebook-Beitrag der Gruppe. 

Nazi-Aufmarsch in Worms: Verkehrschaos und Polizei-Aufgebot – Demos unter Corona-Regeln

„Wir sind alles andere als glücklich über diesen Ausgang“, kommentiert OB Adolf Kessel die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts am Freitag. Die Stadt Worms hat nun insgesamt sechs Versammlungen mit maximal 100 Personen unter entsprechenden Hygiene-Auflagen zugelassen. Unter anderem müssen die Teilnehmer die Mindestabstände einhalten, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich registrieren. Auch der geplante Nazi-Marsch vom „Tag der deutschen Zukunft“ durch die Innenstadt muss laut Gericht erlaubt werden – das Chaos in der Stadtmitte von Worms dürfte am Samstag also groß werden.    

Die Stadt Worms bittet besonders Autofahrer am Samstag, den Bereich der Innenstadt zu vermeiden, da mit Behinderungen zu rechnen sei. Der Zeitraum der Demos und Kundgebungen wurde auf 12 bis 17 Uhr festgelegt. Vor allem rund um den Bahnhof könnte Chaos entstehen, weswegen die Bus-Haltestellen Bahnhof und Adenauerring entfallen. Auch die Polizei wird mit einem großen Aufgebot in Worms vor Ort sein. 

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kab

Rubriklistenbild: © LUDWIGSHAFEN24/Katja Becher

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