Umweltministerium klärt auf

Wildunfall auf Autobahn: Wolf in Mainz überfahren – War er alleine unterwegs?

Mainz: Am Donnerstagmorgen, 16. Januar, kommt es am Autobahndreieck Mainz zu einem Wildunfall. Wurde hier etwa ein Wolf überfahren? Falls ja, werden jetzt noch mehr Wölfe in der Pfalz gesichtet? 

  • Ein Wildunfall ereignet sich am 16. Januar am Autobahnkreuz Mainz.
  • Das Umweltministerium bestätigt den Verdacht, dass es sich bei dem Tier um ein Wolf handelt.
  • Der Wolf ist ohne Rudel unterwegs gewesen. 

Update vom 23. Januar: Traurige Gewissheit! Das Tier, das am 16. Januar auf der A60 erfasst bei Mainz wurde, war tatsächlich ein Wolf. Das bestätigt das Umweltministerium Rheinland-Pfalz am Donnerstag. Es handelt sich um einen Rüden aus der Alpenpopulation, dem jetzt − wie jedem nachgewiesenen Wolf in Deutschland − eine Individuenbezeichnung (GW1478m) zugewiesen wird. Über sein Herkunftsrudel ist nichts bekannt. Man geht weiterhin davon aus, dass der Wolf alleine unterwegs war. 

Die Analyse des toten Tieres erfolgte durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, die immer die genetischen Proben in Wolfsverdachtsfällen untersucht. Weitere Analysen finden derzeit noch am Internationalen Wildtierzentrum in Berlin statt. Dort soll Beispielsweise die genaue Todesursache geklärt werden. Das Umweltministerium schreibt weiter: „Wölfe sind scheue Tiere, die Menschen eher meiden. In verdichteten Räumen und besiedelten Bereichen halten sie sich in der Regel nicht länger auf, sondern durchqueren diese nur gelegentlich als Durchzügler. Dabei können sie als hochmobile Art bis zu 80 km täglich zurücklegen. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte werden sie dabei häufig wie in diesem Fall Opfer von Autounfällen.“

Anfang Februar bestätigt das Umweltministerium die Sichtung eines Wolfs im Pfälzerwald. Das Tier war Ende Dezember bei Elmstein in der Nähe von Bad Dürkheim fotografiert worden. 

Mainz: Wildunfall am Autobahndreieck Mainz – Wurde ein Wolf überfahren?

Meldung vom 16. Januar: Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr wird der Autobahnpolizei Heidesheim bei Mainz ein Wildunfall gemeldet. Bei dem überfahrenen Tier handelt es sich wahrscheinlich um einen Wolf. Zur weiteren Untersuchung und Bestätigung des Verdachts wird der Kadaver in das Internationale Wildtierzentrum nach Berlin gebracht werden. Sollte es sich tatsächlich bestätigen, dass es sich um einen Wolf handelt, geht das Umweltministerium davon aus, dass es sich um ein einzelnes wanderndes Tier handelte, das beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, erfasst und überfahren wurde. Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert: Erst im Februar 2019 wurde ein aus dem Wildgehege ausgebrochenerWolf auf der A6 überfahren

Auch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat genetische Proben von dem Wolf entnommen, um weitere Umstände zu klären.

Mainz: So viele Wölfe gibt es in Rheinland-Pfalz

Bisher wurden in 26 Fällen Wolfsvorkommen in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf zehn bis 14 Wölfe zurückzuführen sind. In Rheinland-Pfalz sind mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeitzwei Fähen (weibliche Wölfe) sesshaft: Ein Tier lebt am Stegskopf, eine zweite Wölfin ist in der Nähe von Bad Hönningen beheimatet. Einer der in Rheinland-Pfalz lebenden Wölfe hat schon Nutztiere gerissen. Wildtiere, insbesondere Rehe, Schwarz- und Rotwild sind die Hauptnahrung von Wölfen. Wölfe gelten als wichtige Tiere zur Regulierung des großen Wildbestands. Auch in Baden-Württemberg, genauer gesagt in der Region um Sinsheim, könnte sich ein Wolf aufhalten.

Für das Monitoring in Rheinland-Pfalz ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft zuständig. Der im Jahr 2015 beschlossene Wolfs-Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. 

Mainz: So solltest Du Dich beim Kontakt mit einem Wolf verhalten

  • Abstand halten und den Wolf nicht bedrängen.
  • Bei Kontakt mit einem Wolf langsam entfernen und auf sich aufmerksam machen.
  • Sollte der Wolf folgen, langsam laufen und dabei laut reden.
  • Falls Du Dich dabei unwohl fühlst, laut rufen, in die Hände klatschen und Dich groß machen.
  • Einen Wolf niemals füttern! 
  • Hunde bei einem Kontakt mit einem Wolf anleinen
  •  Sollte der Wolf verletzt oder tot sein, darfst Du ihn nicht anfassen oder verfolgen.
  •  Sofort Naturschutzbehörde, Forstbehörde oder Polizei informieren. Oder melde Dich beim Wolfsmonitoring unter ☎ 0761 4018-274.

Ein etwas anderes Tier sorgt in Eppingen für viel Wirbel: Nachdem eine Biberfamilie einen Staudamm baut, wird ein Feld überflutet und es entsteht der „Bibersee“, den man sogar auf Google Maps findet.

pm/kp

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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