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Baden-Württemberg: Erneut Wolf im Odenwald gesichtet

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Von: Eliran Kendi

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Ein Wolf steht in einem Gehege vom Wildpark Neuhaus im Solling.
Während in Deutschland immer mehr Wölfe durch die Wälder streunen und Rudel bilden, geht die Zahl der sesshaften Tiere in Baden-Württemberg zurück (Symbolbild). © Swen Pförtner/dpa

Gibt es in Baden-Württemberg doch wieder vier Wölfe? Nachdem ein Tier im Odenwald als tot gilt, tappte Mitte April ein anderer Wolf bei Walldürn in eine Foto-Falle.

Update vom 13. Mai: Der Odenwälder Wolfsrüde mit der Kennung GW1832m gilt seit dem 1. Mai offiziell als „abwesend“. Das baden-württembergische Umweltministerium geht davon aus, dass das Tier tot ist. Offenbar streift bereits ein neuer Wolf durch die Wälder und Fluren des Odenwalds: Wie die RNZ berichtet, tappte ein anderer Isegrim Mitte April bei Walldürn in eine Foto-Falle.

Das Foto sei vom Wildtierinstitut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg mittlerweile als sicherer Wolfsnachweis bewertet worden, heißt es aus dem zuständigen Landratsamt. Nach der Aufnahme am 15. April gibt es keine Hinweise auf den Wolf im Odenwald. Allerdings wurde am 16. April ein Wolf im Landkreis Heilbronn gesichtet, und am 26. April in Zuzenhausen. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Sichtungen gibt, ist unklar.

Wolf in Baden-Württemberg: Zwei neue Sichtungen – auch in Sinsheim

Erstmeldung vom 6. Mai: Dutzende Wolfsrudel, dazu Hunderte einzelne Tiere, soll es in Deutschland geben. Nach den jüngsten Zählungen soll deren Anzahl sogar steigen. Nicht so in Baden-Württemberg: Dort ist die Zahl der streunenden Wölfe wieder gesunken. Auch vom zuletzt im Odenwald ansässigen Wolfs gebe es seit Längerem keine Spur mehr. Das teilt das zuständige Landesumweltministerium am Donnerstag (5. Mai) in Aidlingen (Kreis Böblingen) mit.

Wolf in Odenwald gesichtet – Experte: Tief offenbar verendet

Erstmals nachgewiesen wurde der Odenwald-Wolf, als er im September 2020 ein Nutztier in der Gemeinde Mudau gerissen hat. Auf Anfrage der Rhein-Necker-Zeitung (RNZ) gibt ein Sprecher des Umweltministeriums bekannt, dass der Rüde seit dem 1. Mai als „abwesend“ gilt.

Experten nehmen an, dass der Wolf tot ist. „Wenn Wölfe sechs Monate lang in einem Gebiet nachgewiesen wurden, verlassen sie dieses nicht mehr aus eigenem Antrieb“, so Micha Herdtfelder vom Wildinstitut der FVA gegenüber der RNZ.

Wölfe in Baden-Württemberg: Steigende Bestände nicht in Sicht

Gilt ein Wolf nach sechs Monaten als sesshaft, wird in der Region ein Fördergebiet ausgewiesen. Dort
gelten dann besondere Anforderungen für den Herdenschutz in Baden-Württemberg. Im Gegenzug erstattet das Land im Fördergebiet nahezu sämtliche Kosten für den zusätzlichen Herdenschutz.

Obwohl im Odenwald scheinbar keine Wölfe mehr leben, soll das Fördergebiet in der Region bestehen bleiben, sagt Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur

Ein ganzes Wolfsrudel ist in Baden-Württemberg noch nicht sesshaft – und das dürfte nach Einschätzung von Experten auch noch dauern. Lediglich drei Wölfe verbleibenden in Baden-Württemberg. Die Tiere halten sich im derzeit im Schwarzwald auf und sind allesamt Rüden.

Weitere Wolfsichtungen in Baden-Württemberg im April und Mai 2022

Ungeachtet der offiziellen Angaben des Landesumweltministeriums hat es im Mai weitere Wolfsichtungen im Landkreis Karlsruhe gegeben. Zeugen sollen von einem Wolf Foto- und Filmaufnahmen gemacht haben. Eine zweifelsfreie Bestätigung seitens der Behörden liegt derzeit jedoch nicht vor.

Auch im Sinsheimer Umland soll ein Wolf am 26. April aufgetaucht sein. Eine Frau habe das Tier gemeinsam mit ihrer Tochter gesehen und fotografiert. Das Bild habe sie dann einem ihr bekannten Förster gezeigt, der das Tier auf dem Foto mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als einen Wolf identifiziert hat.

Nach Angaben der RNZ seien die umliegenden Jagdpächter von der Polizei informiert und um Wachsamkeit gebeten worden. Möglicherweise tappt der mutmaßliche Wolf in eine der Foto-Fallen – dann ist der amtliche Beweis erbracht. (esk)

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