Tipps für das Verhalten im Ernstfall 

Wintersportler auf Waidsee lösen Großeinsatz aus!

+
Du solltest vor allem Warnschilder beachten! 

Weinheim – Am Donnerstagnachmittag lösen zwei Personen auf dem Waldsee einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Was passiert ist und wie solche Situationen vermieden werden können: 

Auch in Weinheim gibt es einige Flüsse, Seen, Bäche und offene Wasserrückhaltebecken. Es ist faszinierend, sonst unerreichbare Flächen zu Fuß oder mit Kufen unter den Schuhen zu durchqueren und die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive zu erkennen. Doch der Sport birgt erhebliche Gefahren, wenn es zu Eisunfällen kommt und Eisläufer in das Eis einbrechen. Innerhalb von drei bis vier Minuten in rund drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter. Auch tiefe Temperaturen der letzten Tage garantieren dabei nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig ist.

Daher war es auch richtig, dass sich Spaziergänger am Waidsee berechtig Sorgen machten und kurz nach 16 Uhr am späten Donnerstagnachmittag den Notruf 112 wählten. Er meldet zwei Kinder auf dem Eis in der Seemitte, worauf die Integrierte Leitstelle Rhein Neckar Großalarm für die Rettungskräfte der Region auslöste.

Mehrere Rettungswagen, Notarzt, Kräfte der DLRG, Polizei sowie die Feuerwehrabteilungen Lützelsachsen-Hohensachsen und Stadt rücken daraufhin zur Einsatzstelle aus. Während die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen zur ersten Lageerkundung zum Waidsee ausrückt, fährt auch die Abteilung Stadt mit Booten, Eisrettungsanzügen sowie einem Eisschlitten die Einsatzstelle an.

Um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, rüstet sich die Einsatzkräfte bereits auf der Einsatzfahrt mit den Spezialrettungsanzügen aus, damit sie nach Ankunft den Rettungseinsatz hätten beginnen können.

Bei Wasser- und Eisunfällen wird die Feuerwehreinsatzkraft mit dem Spezialschutzanzug ausgerüstet und so vor Nässe und Kälte geschützt. Der spezielle Anzug wird über die normale Oberbekleidung gezogen und ohne Rettungsweste getragen, da der Auftrieb des Anzugs ausreicht. Die an gearbeiteten Stiefel gewährleisten Trittsicherheit und erlauben die Verwendung von Flossen bei Wasserrettungseinsätzen. Durch Verwendung von Handschuhen ist optimaler Kälteschutz gegeben. 

An der Einsatzstelle angekommen, stellte sich heraus, dass es sich nicht um Kinder, sondern um Erwachsene handelt, die die Gefahr nicht erkannten. Trotz der Rufe von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, zeigen sich die Verursacher des Großeinsatzes, auf der gefährlich dünnen Eisfläche zunächst unbeeindruckt und sind sich keiner Gefahr bewusst. Nach mehreren Durchsagen folgen sie dann doch den Anweisungen der Polizei und verlassenen die Eisfläche.

Betreten der Eisfläche ist lebensgefährlich! 

In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr Weinheim auch dieses Jahr wieder darauf hin, dass das Betreten der Eisfläche lebensgefährlich ist!

Tipps für einen sicheren Winter 

- Nimm örtliche Warnhinweise ernst! 

- Mach Deinen Kindern die Gefahren klar!

- Vermeide einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe holen kann.

- Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. 

- Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. 

- Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr! 

- Halte auch ausgewiesene Zufahrten zu den Eislaufflächen frei! Falsch geparkte Autos behindern die Zufahrt von Rettungsfahrzeugen!

Verhalten im Unglücksfall

Sollte es trotz aller Sorgfalt zu einem Unfall kommen, helfen nachfolgende Tipps weiter:

- Wirst Du Zeuge eines Eisunfalls, so fordere über den Notruf 112 unverzüglich Hilfe an.

- Gib dabei Deinen genauen Standort an. Orientiere Dich sich an markanten Orten, indem Du am gegenüberliegenden Ufer einen markanten Punkt über die Einbruchstelle hinweg anpeilst. So kannst Du später angeben, wo die Person genau ins Eis eingebrochen ist. 

- Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen. 

- Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinauswagen. 

- Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben.

- Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein. 

- Gerettete in warme Decken oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben. 

- Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen. 

- Lass anrückende Hilfskräfte von Zeugen einweisen, damit diese möglichst rasch zu ihrem Patienten gelangen und helfen können.

Feuerwehr Weinheim/kp

Mehr zum Thema

Kommentare