7 von 9 Kugeln treffen den Hund

Nach Kampfhund-Attacke: Untersuchungsergebnis des Veterinäramtes steht fest!

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Ein American Staffordshire Terrier verletzt am Mittwoch vier Menschen (Symbolfoto)

Weinheim - Ein „wildgewordener“ Hund verletzt am Mittwoch mehrere Menschen, darunter auch Schüler. Nun ermittelt die Polizei gegen den Besitzer:

Update vom 5. November, 9:50 Uhr:

Das Ergebnis des Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe steht fest: Der Hund wurde von insgesamt sieben Kugeln getroffen! Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, seien bei dem American Staffordshire Terrier weder übertragbare Krankheiten wie Tollwut oder Staupe gefunden worden noch habe das Tier einen Tumor oder sonstige Erkrankungen gehabt, die das aggressive Verhalten erklären könnten. 

Update vom 26. Oktober, 11 Uhr:

Es wird gegen den Hundebesitzer wegen fahrlässiger Körperverletzung in vier Fällen ermittelt. Das bestätigt ein Polizeisprecher am Freitag MANNHEIM24 auf Nachfrage. Da der Halter seinen American Staffordshire Terrier nicht angeleint und den Maulkorb aufgesetzt hat, habe er gegen mehrere Auflagen verstoßen. Die Staatsanwaltschaft wird den Fall weiter prüfen.

Die Frage, ob der Hund bereits in der Vergangenheit auffällig war, kann uns der Sprecher nicht bestätigen. Jedoch erklärt er, dass es wohl nach dem Wesenstest zu weiteren Vorfällen gekommen sein soll. Deshalb habe für den Hund Leinen- und Maulkorbpflicht bestanden. Die Polizei werde dies genauer ermitteln.

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Neue schockierende Details zu der brutalen Hundeattacke in Weinheim:

Update vom 25. Oktober, 15:50 Uhr:

Nach den bisherigen Ermittlungen konnte der Tatablauf wie folgt rekonstruiert werden: Der 27-jährige Halter befindet sich gegen 11 Uhr mit seinem umangeleinten Hund auf dem Gehweg in der Bismarckstraße und unterhält sich, als der American Staffordshire Terrier plötzlich über die Straße rennt und einer Fahrradfahrerin (35) ins Bein beißt. Danach nimmt der 27-Jährige den Hund und geht in den nebenanliegenden Haganderpark. Hier folgt die nächste brutale Attacke.

Der Terrier attackiert zwei Schüler, die gerade zu Fuß unterwegs sind. Die können den ersten Angriff zwar mit einem Rucksack abwehren, ein 17-Jähriger wird aber kurz darauf dennoch gebissen. Auch eine 16-jährige Jugendliche kann sich nicht schützen, erleidet einen Biss in den Knöchel.

Direkt danach rennt der Hund zurück auf die Bismarckstraße – hier wird schließlich ein 63-jähriger Mann in den Unterschenkel gebissen.

Die zwischenzeitig verständigten Polizisten des Reviers in Weinheim treffen schließlich ein und machen das Tier nach erfolglosen Einfangversuchen mit mehreren Schüssen unschädlich. Wie die Polizei berichtet, waren dabei neun Schüsse nötig. 

Zunächst war von drei Verletzten berichtet worden, der verletzte 17-Jährige meldete sich jedoch erst am Folgetag.

Unfassbar: Wie die weiteren Ermittlungen der Diensthundeführerstaffel ergaben, hätte der American Staffordshire Terrier nicht nur angeleint werden, sondern auch einen Maulkorb tragen müssen!

Halter in Weinheim erfüllt Kampfhund-Auflage nicht: Keine Leine und Maulkorb 

Beides führte der 27-Jährige noch nicht einmal mit sich.Die weiteren Ermittlungen der Diensthundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Mannheim dauern an.

Update vom 25. Oktober: Auch einen Tag nach der Hundeattacke sind noch viele Fragen ungeklärt. Noch weiß die Polizei nicht, ob der Kampfhund eine Maulkorbpflicht hatte. „Das ist Bestandteil des Wesenstests. Dieser wird gerade ausgewertet“, erklärt Polizeisprecher Klumpp auf Anfrage von MANNHEIM24. Der Hund soll einen Wesenstest in Hessen abgelegt haben. Auch wisse man noch nicht, wie der Hund sich befreit haben könnte.

Währenddessen haben die drei Verletzten das Krankenhaus nach einer ambulanten Behandlung wieder verlassen, so der Polizist weiter. 

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Es fallen mehrere Schüsse, Menschen rufen durcheinander. Es ist 11:16 Uhr. Was ist passiert? Ein wildgewordener Hund, genauer ein American Staffordshire Terrier ist es, der die Menschen an diesem Mittwochmittag (24. Oktober) in Weinheim in Aufruhr versetzt.  

Was zuvor geschah

Mehrere Zeugen alarmieren die Polizei wegen des Hundes, der Passanten angreife. Dies bestätigt sich beim Eintreffen der Beamten. Insgesamt werden drei Passanten, ein Mann und zwei Frauen im Alter von 16, 35 und 63 Jahren verletzt. Alle drei tragen Bissverletzungen an sich. 

Die Beamten versuchen noch das zwei Jahre alte Tier einzufangen, allerdings vergeblich. Gegen 11:43 greifen die Polizisten zur letzten Konsequenz und nutzen ihre Schusswaffen. Der Hund wird jedoch nicht, wie einige Medien fälschlich berichteten, erschossen, sondern lediglich angeschossen. Erst eine zufällig vorbeikommende Tierärztin, die in das Geschehen tritt und den Hund begutachtet, entschließt sich dazu das schwerverletzte Tier einzuschläfern.  

Verletzte im Krankenhaus, Hund im Labor

Die verletzten Personen werden noch am Tatort medizinisch versorgt und im Anschluss zur weiteren Begutachtung mit Rettungsfahrzeugen in das Weinheimer Krankenhaus gebracht. 

Der 27-jährige Halter des Hundes gibt an, dass sich sein Tier aus einem für ihn nicht nachvollziehbaren Grund von der Leine gelöst hätte. Letztlich wird der tote Tierkörper  von den Beamten beschlagnahmt und zur weiteren Untersuchung in das „Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt“ nach Karlsruhe gebracht. Schon jetzt ist aber klar, dass die Haltung des Hundes wohl rechtskräftig war. 

Wesensprüfung bestanden

Nach ersten Erkenntnissen hat der Hund nämlich eine Wesensprüfung in Hessen abgelegt. Laut der Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde, die am 16. August 2000 in Kraft getreten ist, werden vor allem drei Hunderassen als besonders gefährlich eingestuft. Neben dem Bullterrier sowie dem Pit Bull Terrier fällt eben auch der American Staffordshire Terrier darunter

Halter können die von ihrem Vierbeiner ausgehende Gefahr durch eine Prüfung widerlegen. Wie in diesem Fall, in dem es sich um eine der drei Rassen, nämlich den American Staffordshire Terrier, handelt.

Weitere Ermittlungen führt die Diensthundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Mannheim.

Gar keinen Wesenstest ablegen muss ein Labrador-Mischling: Wegen seiner Beiß-Attacke in der Mannheimer Innenstadt muss die Polizei sogar den Gehweg absperren.

Schlimm kommt es auch für einen 15-Jährigen in Leimen: Dieser wird von zwei American Staffordshire Terriern angegriffen, als er mit dem Fahrrad unterwegs ist. Die zwei Hunde verbeißen sich in seinem Gesicht.

pol/chh

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