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Mannheim: Über 4.000 falsche Masken-Atteste – Anklage gegen Weinheimer Ärztin

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Von: Daniel Hagen

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Krankschreibung nach Unfall reicht für Schadenersatzanspruch
Eine Ärztin soll über 4.000 falsche Masken-Atteste ausgegeben haben. (Symbolfoto) © Sina Schuldt/Marcus Brandt/dpa

Mannheim - Eine Ärztin aus Weinheim soll seit Beginn der Corona-Pandemie über 4.000 falsche Masken-Atteste ausgegeben haben. Neben viel Geld erhält sie nun auch eine Anklage.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich ganz neue Felder erschlossen, um illegal an Geld zu kommen. Sei es das Fälschen von Impfpässen, das Betreiben des eigenen Ladens trotz Lockdowns oder das Ausstellen von falschen Masken-Attesten. Letzteres wird derzeit einer Ärztin mit eigener Praxis in Weinheim vorgeworfen. Daher hat die Staatsanwaltschaft Mannheim jetzt Anklage gegen die Medizinerin erhoben. Die Frau hat das Wort „Ferndiagnose“ nämlich wohl etwas zu wörtlich genommen.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Fläche145 km²
Bevölkerung309.370 (2019) Eurostat
OberbürgermeisterPeter Kurz (SPD)

Mannheim: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ärztin aus Weinheim

Die Staatsanwaltschaft Mannheim wirft der Ärztin vor, in mehr als 4.000 Fällen Atteste gegen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausgestellt zu haben. Das besondere dabei: die Medizinerin soll die Patienten dafür nicht mal ordnungsgemäß untersucht haben, um festzustellen, dass für sie das Tragen einer Maske unzumutbar sei. Seit Frühjahr 2020 – also etwa zu dem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung eine allgemeine Maskenpflicht beschlossen hat – soll die Ärztin auf diese Weise 4.374 Atteste ausgestellt haben.

Damit sich diese gute Tat aber auch lohnt, soll die Medizinerin für die Atteste zwischen fünf und acht Euro verlangt haben, wodurch sie am Ende über 28.000 Euro eingenommen haben soll. Nicht zum ersten Mal wird ein Arzt dabei erwischt, wie er falsche Atteste ausstellt. Auch der Querdenker und Verschwörungsideologe Bodo Schiffmann soll massenhaft Atteste ausgestellt haben, weshalb am Ende auch seine ehemaligen Büroräume in Sinsheim durchsucht wurden.

Mannheim: Ausstellen von falschen Attesten gilt als Urkundenfälschung

Beim „Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse“ handelt es sich übrigens um Urkundenfälschung. Wer dabei erwischt wird, kann mit einer Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden. In besonders schweren Fällen – also wenn man solche Gesundheitszeugnisse gewerbsmäßig oder als Teil einer Bande immer wieder ausstellt – sind sogar bis zu fünf Jahren Strafe möglich. Neben der Ärztin aus Weinheim wird zudem noch gegen eine Angestellte der Praxis ermittelt, die beim Ausstellen geholfen haben soll. (dpa/dh)

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