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Katzen-Lockdown in Walldorf: Erste Vierbeiner dürfen wieder raus

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Von: Peter Kiefer

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Walldorf - Die tierische Ausgangssperre für Katzen zum Schutz seltener Vögel. Jetzt hat der Rhein-Neckar-Kreis den Lockdown der Stubentiger erstmals gelockert:

Der höchst umstrittene und bundesweit einzigartige Katzen-Lockdown zum Schutz seltener Vögel. Jetzt sind in Walldorf (Baden-Württemberg) die ersten Katzen von der tierischen Ausgangssperre befreit worden. Der zuständige Rhein-Neckar-Kreis hat nach eigenen Angaben zwei Anträge genehmigt und prüft einen dritten.

StadtWalldorf (Baden-Württemberg)
LandkreisRhein-Neckar-Kreis
Einwohnerzahl15.545 (31. Dez. 2020)
BürgermeisterMatthias Renschler (FDP)

Walldorf: GPS-Tracker müssen Freigang der Katzen überwachen

Trotz der Befreiung müssen sich Katzenhalter in Walldorf laut Allgemeinverfügung an die Auflagen halten. Heißt im Klartext: Jeder Freigang muss demnach mit Hilfe eines GPS-Trackers überwacht werden. Die Daten müssen wöchentlich an die Untere Naturschutzbehörde übermittelt werden.

Sobald sich eine Katze im „Gefahrenbereich“ aufhält, muss die Behörde mit Sitz in Heidelberg umgehend informiert werden. „Die Befreiung gilt für das Jahr 2022 und kann jederzeit widerrufen werden“, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. Den Angaben zufolge wurden gegen die Allgemeinverfügung 43 Widersprüche eingelegt, die die Verwaltung derzeit prüft.

Katzen-Lockdown in Walldorf
Katzen-Lockdown in Walldorf © freepik-Elizavetalarionova/Montage HEADLINE24

Katzen-Lockdown in Walldorf – diese Ausnahmen gelten

Das Landratsamt hat angeordnet, dass Katzen bis 2025 von April bis August nicht durch das Brutgebiet der seltenen Haubenlerchen im Süden von Walldorf streifen dürfen.

Ausnahme: Die Stubentiger werden an die kurze Leine genommen oder bewegen sich nachweisbar nicht in Bereichen, wo sie zur Gefahr für die vom Aussterben bedrohten Vögel werden können.

Walldorf: Verstoß gegen Katzen-Arrest – Behörde verhängt erstes Zwangsgeld

Nachdem das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises am Montag (4. Juli) erstmals wegen entsprechenden Verstößen ein Zwangsgeld in Höhe von 500 Euro gegen die Besitzer einer unerlaubterweise freilaufenden Katze in Walldorf-Süd verhängt hat, sind datenschutzrechtliche Bedenken laut geworden.

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Sogar Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler hat deutliche Worte gefunden, den Katzen-Arrest gegenüber HEIDELBERG24 als „realitätsfern“ bezeichnet. (dpa/pek)

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