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Katzen-Lockdown in Walldorf – Ausgangssperre endet früher als geplant

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Von: Marten Kopf

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Walldorf - Gute Nachrichten für die Katzen der Astorstadt: Weil sich die jungen Haubenlerchen prächtig entwickeln, dürfen die Vierbeiner schon früher wieder nach draußen als geplant.

Wenn sie wüsste, was sie da ausgelöst hat, die kleine Haubenlerche. Weiß sie natürlich nicht, klar. Und sind wir ehrlich, bis Mitte Mai wussten die meisten von uns noch nicht mal, dass die Haubenlerche überhaupt existiert. Und erst recht nicht, wo sie lebt. Oder dass sie vom Aussterben bedroht ist. Seit gut zweieinhalb Monaten ist man zumindest in Walldorf (Baden-Württemberg) definitiv schlauer.

Katzen-Lockdown in Walldorf: „Sehr realitätsfern und nicht lebensnah“

Denn per Allgemeinverfügung verdonnerte die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises Walldorfs Katzen jüngst zum Hausarrest: Bis einschließlich 31. August sollten Katzen nicht mehr ins Freie gehen dürfen. Eben wegen der Haubenlerchen. Die nämlich brüten am Boden – und sind für Katzen so vergleichsweise leichte Beute. In Walldorf lief man Sturm.

„Sehr realitätsfern und nicht lebensnah“ nannte etwa Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler die Verfügung, hielt sie für kaum kontrollier- und durchsetzbar. Tatsächlich verhängte die Naturschutzbehörde aber später durchaus in mindestens einem Fall ein Bußgeld. Immerhin 500 Euro waren bei einem Verstoß fällig.

Beschreibung des Gefahren- und Geltungsbereiches zur Allgemeinverfügung Haubenlerche
Innerhalb des grün markierten Bereichs müssen Katzen eigentlich bis Ende August zu Hause bleiben. Rot markiert der Bereich, in dem die Lerchen während der letzten beiden Jahre nisteten. © Rhein-Neckar-Kreis/Screenshot HEADLINE24

Walldorf: Katzen-Arrest endet schon am 15. August

Jetzt aber gibt es für alle Stubentiger und ihre Besitzer gute Nachrichten zu verkünden: „Bedingt durch die diesjährige Wetterlage ist das Brutgeschehen und die Entwicklung der Jungvögel der Haubenlerche bereits so weit vorangeschritten, dass in diesem Jahr gut zwei Wochen früher, als noch bei Erlass der Allgemeinverfügung prognostiziert, keine wesentliche Gefährdung der Jungvögel durch frei laufende Katzen mehr zu erwarten ist“, teilt die Behörde am 8. August mit.

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Hauskatzen darf deshalb schon ab dem 15. August 2022 wieder Freigang gewährt werden. Die Allgemeinverfügung ist mit dieser Teiländerung allerdings nicht aufgehoben. Denn die gilt bis zum Jahr 2025 weiter – jeweils im Zeitraum vom 1. April bis einschließlich 31. August. Im nächsten Jahr geht die Sache also wieder von vorne los. (mko/PM)

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