Trocken-Gewitter nach Dürre

Waldbrandgefahr: „Feuerwolken“ über Deutschland? Experten schlagen Alarm

Waldbrandgefahr in Deutschland - Nach den verheerenden Waldbränden in den USA stellt sich in Deutschland die Frage: Kann das auch bei uns passieren? Experten schlagen jetzt Alarm.

Die Bilder der brennenden Wälder von Kalifornien gehen um die Welt. Mindestens 26 Menschen haben im Flammenmeer ihr Leben verloren, viele werden vermisst, Zehntausende sind auf der Flucht. Und ein Ende der Waldbrände ist nicht in Sicht: Laut Wetter-Vorhersage ist in den kommenden Tagen weit und breit kein Regen in Sicht. Den Beinamen „der goldene Staat“ verdankt Kalifornien auch seinem sonnigen Klima – doch nicht nur das wird dem Bundesstaat jetzt zum Verhängnis. Sogenannte „Feuerwolken" sind wohl der Auslöser für das Flammenmeer – eine Gefahr die auch in Deutschland droht.

Waldbrandgefahr in Deutschland: Trockengewitter als Ursache für Waldbrände

Die Ursache des verheerenden Brandes ist unter anderem ein seltenes Wetterereignis: das sogenannte Trockengewitter. Innerhalb von etwa 10 Tagen sind an der Westküste der Vereinigten Staaten über 13.000 Blitzeinschläge registriert worden, die schließlich den Großbrand auslösen.

Trockengewitter und Waldbrände bedingen sich gegenseitig. Im Unterschied zu einem herkömmliche Gewitter bleibt der Regen bei einem Trockengewitter aus. Dies macht Trockengewitter gerade in Waldgebieten so gefährlich. „Feuerwolken entstehen durch extreme Hitze, die etwa bei Waldbränden frei wird. Die Hitze sorgt dafür, dass innerhalb sehr kurzer Zeit sehr große Luftmassen aufsteigen und sich auch bei eigentlich klarem Himmel Wolken bilden, inklusive Ruß und Asche“, erklärt Wetter-Experte Jan Schenk vom Weather Channel.

In diesen „Feuerwolken“ entstehen die Trockengewitter. Die extreme Hitze des Feuers lässt etwaigen Regen in den Gewitterwolken verdunsten. „Die Blitze dieser Gewitter können dann neue Brände entfachen“, führt der Wetter-Experte weiter aus.

Waldbrandgefahr in Deutschland: Trockengewitter auch in Deutschland möglich

Das Wetter-Phänomen der Trockengewitter tritt meist in Regionen mit sehr trockener und warmer Luft auf. Diese Voraussetzungen gibt es aber nicht nur im Westen der USA. Auch in Europa gibt es immer wieder Gewitter ohne Regen mit darauffolgenden Waldbränden. Wetter-Experte Jank Schenk sagt ein wachsendes Risiko für Waldbrände in Deutschland voraus: „Es kommt allerdings auf die Intensität des Waldbrandes an. Mit zunehmender Trockenheit, besonders in Ostdeutschland, werden Feuerwolken und -gewitter aber immer wahrscheinlicher“.

So schrecklich die Situation für die Betroffenen und die Natur in Kalifornien ist, scheint es für uns in Deutschland doch sehr weit weg. Waldbrandgefahr durch Trockengewitter besteht aber auch in Deutschland.

Das Umweltbundesamt (UBA) prognostiziert eine ähnliche Entwicklung: Die Waldbrandgefahr in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten zunehmen. Laut einer Risikostudie des UBA erhöhen steigende Temperaturen und sinkende Niederschläge vor allem in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten die Waldbrandgefahr in Deutschland.

Waldbrandgefahr in Deutschland: Waldbrand vermeiden: So verhalten Sie sich richtig

Die Durchschnittstemperatur in Deutschland steigt, die Wälder trocknen aus. Doch in den meisten Fällen ist es menschliche Unachtsamkeit, die einen Waldbrand auslöst. Weggeworfene Zigarettenstummel und Rauchen an sich, Grillen auf nicht ausgewiesenen Plätzen und Parken im Wald nennt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als häufigste vermeidbare Ursachen.

Rauchen Sie bitte nicht im Wald oder in Waldnähe“, mahnt der BUND. Schon winzige, glühende Ascheteilchen einer Zigarette könnten einen Waldbrand auslösen. Für alle, die in der Natur rauchen müssen, gilt gerade bei Trockenheit: „Nehmen Sie einen Taschenascher, eine kleine Metalldose oder ein leeres Marmeladenglas mit, schnippen Sie Ihre Asche beim Rauchen in dieses Gefäß und drücken Sie Ihre Zigaretten darin aus“. Grundsätzlich kann jede Art von Müll zu einer Brandquelle werden.

Grillplätze im Wald sind durch entsprechende Schilder ausgewiesen. Außerhalb dieser Flächen darf nicht gegrillt werden. Die Missachtung dieser Vorschriften kann eine Geldstrafe nach sich ziehen. Ist die Brandgefahr erhöht, ist das Grillen im Wald oft gänzlich verboten. Nach dem Grillen muss die Glut vollständig abgelöscht und die Asche in Aschecontainer entsorgt werden.

Karte mit dem Waldbrandgefahrenindex des DWD.

Bei der Anreise mit dem Auto, darf nur auf ausgewiesenen Parkplätzen geparkt werden. Die Katalysatoren eines Autos entwickeln eine enorme Hitze, die trockene Gräser und Gestrüpp auf dem Boden entzünden kann. Dies kann sogenannte Bodenbrände zur Folge haben. Zugeparkte Waldwege sind zudem für Feuerwehren im Fall eines Waldbrandes ein echtes Problem, denn so kommen sie häufig nicht schnell genug zu den gefährlichen Brandherden. (lpb)

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