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Das Glockenspiel erscheint mit seinen drei Etagen und den "Glöckchen" in voller Pracht.           

"Süßer die Glocken nie klingen"

Tiefe Einblicke in das Spielzimmer des Glockenturms

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"Ich habe mein Herz in Heidelberg verloren"... Wer kennt sie nicht, diese schöne musikalische Liebeserklärung?! In der Heidelberger Altstadt bimmeln Glöckchen diese sogar über die Dächer hinweg.

Drei Mal täglich bietet das wunderschöne Glockenspiel im Heidelberger Rathausturm ein wahrlich musikalisches Interemezzo. Von regional bekannten Liedern wie "Ein Jäger aus der Kurpfalz" oder "In einem kühlen Grunde" bis hin zu den schönsten Weihnachtsliedern: Das Glockenspiel hat mit seinen drei Etagen viel zu bieten.Jeweils um 11.55 Uhr, 15.55 Uhr und gegen Abend um 18.55 Uhr rauschen die Melodien über die Straßen Heidelbergs.

HEIDELBERG24/MANNHEIM24 gewährt ein paar tiefe Einblicke in die geheimnisvolle Spielkammer des Rathausturms: 

Fröhliches Glockenspiel in Heidelberg 

Ein wenig Geschichte: Die 26 Bronzeglocken, die von der Heidelberger Glockengießerei Schilling in Bergheim gefertigt wurden, klingen seit dem 10. Dezember 1961 in Heidelberg. Seitdem werden die Lieder an die jeweiligen Jahreszeiten angepasst. So werden im Frühjahr Melodien wie "Wie lieblich ist der Maien" oder "Geh' aus mein Herz und suche Freud" gespielt. Im Winter – besonders in der Weihnachtszeit – bezaubern sie ihre Zuhörer mit bekannten Weihnachtsliedern wie "Jingle Bells". 

Einzige Ausnahme: Vom Volkstrauertag bis zum ersten Advent pausiert das Glockenspiel. 

Elektrotechnicker Jürgen Lohnert vom Gebäudemanagement der Stadt Heidelberg betont: "Ein Lied zu erkennen ist etwas schwer. Außer man weiß, welche Melodie es ist, dann kann man es raushören."

Auch Liederwünsche sind nicht so leicht umsetzbar:"Schon öfters wurde sich das Lied ,Hells bells' von AC/DC gewünscht. Die tiefen Tonlagen sind allerdings nicht mit den hohen Tönen der Glocken vereinbar und somit auch nicht machbar", sagt Lohnert. 

Er und sein Kollege Ralf Pfeiffer kümmern sich darum, das immer alles seinen richtigen "Spiellauf" nimmt. Heißt: Sie sorgen dafür, dass die richtige Musik läuft. 

Doch wie funktioniert so ein Glockenspiel genau?

Die Spielanlage versteckt sich in den Höhen des Rathausturmes.

Im Spielzimmer direkt unter dem Rathausturm steht die Originalspielanlage. Sie verfügt über eine Stockenklaviatur, die mit der Faust angeschlagen wird und mit der das Glockenspiel manuell bedient werden kann. 

"Es ist ähnlich wie bei einem Klavier, nur das der Ton in vollem Klang rauskommt und nicht gedämpft werden kann", erklärt Jürgen Lohnert.  

An der Seite befindet sich eine Lochbandanlage zum automatischen Abspielen der Lieder. Diese ist im heutigen technischen Zeitalter jedoch vollkommen veraltet und wird nicht mehr verwendet. Schon seit 1990 besitzt das Glockenspiel eine computergesteuerte Einrichtung mit einem Chip. So können die Musikstücke über ein Keybord eingespielt und thematisch in Gruppen sortiert werden.

Beachtlich: Die Anlage kann 999 Lieder spielen! Wer darauf achtet, wird feststellen, dass die Lieder wochenlang in unterschiedlicher Reihenfolge abgespielt werden. 

"Nur alle vier Wochen kommt es vor, dass die gleiche Reihenfolge ertönt", verrät Ralf Pfeiffer. 

Wer jetzt denkt, die beiden Techniker müssten jeden Tag in das Spielzimmer hinaufsteigen und die "Musik" einstellen, irrt. Eine eingebaute Funkuhr steuert die Lieder automatisch.

"Ins Spielzimmer selbst müssen wir nur, um die Reihenfolge neu zu programmieren", so Pfeiffer. 

nis 

 

Quelle: Heidelberg24

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