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Heidelberg: Bevorstehende Gaskrise? Stadt denkt über „Wärmeräume“ in Turnhallen nach

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Müssen einige im Winter frieren, wenn das Gas ausbleibt? Damit man sich zumindest zeitweise aufwärmen kann, will die Stadt mobile Heizzentralen anmieten:

Bleiben im Winter in vielen Privathaushalten in Heidelberg die Heizungen kalt? Damit man sich in der kalten Jahreszeit zumindest zeitweise aufwärmen kann, bastelt die Stadt derzeit an einem Notfallplan. Für den Fall eines möglichen Gasmangels will man „mobile Heizzentralen“ anmieten. Sie könnten beispielsweise Turnhallen als behelfsmäßige „Wärmeräume“ beheizen.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Wärmeräume in Turnhallen ‒ Stadt arbeitet an Notfallplan für Gasmangel

Für den Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 30. April 2023 werden fünf mobile Heizzentralen gemietet. Diese mobilen Anlagen werden mit Heizöl betrieben und könnten „im Notfall“ größere Objekte wie Turnhallen beheizen. Sporthallen werden mittlerweile überwiegend mit Gas beheizt. Die mobilen Ölheizsysteme können allerdings relativ problemlos an den bestehenden Heizkreislauf angeschlossen werden, heißt es von der Stadt.

So könnten bei Bedarf „Wärmeräume“ geschaffen werden, in denen sich die Bevölkerung temporär aufhalten kann. Mit der Maßnahme hat die Stadtverwaltung besonders vulnerablen Personengruppen wie zum Beispiel ältere Menschen im Blick. „Wir befinden uns in einer Phase, in der wir uns auf den möglichen Fall vorbereiten“, erklärt ein Stadtsprecher auf Anfrage von HEIDELBERG24. „Es ist wichtig, im Bedarfsfall reagieren zu können.“ Details werden aktuell erarbeitet, so der Stadtsprecher.

Stadt tüftelt an Notfallplan: Fast 300.000 Euro für mobile Heizanlagen

Die Nachfrage nach mobilen Heizanlagen steige derzeit rasant an, informiert die Stadt. Vor allem in der Industrie gebe es großes Interesse an diesen alternativen Heizmöglichkeiten. Voraussichtlich im September werden keine größeren mobilen Heizanlagen mehr zur Verfügung stehen. Deshalb habe man schnell handeln müssen, argumentiert die Verwaltung.

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Mehrere Angebote von Anbietern mobiler Heizsysteme hat Heidelberg eingeholt ‒ nur einer gab überhaupt ein Angebot ab: Daraus resultiert die Festlaufzeit von August diesen Jahres bis zum Ende der Heizperiode im April 2023. Sollte danach noch Bedarf bestehen, kann der Vertrag monatlich verlängert werden. Die Kosten für die fünf mobilen Heizanlagen belaufen sich auf 292.500 Euro. Welche Zusatzkosten für das benötigte Heizöl entstehen, ist derzeit noch nicht absehbar.

Möglicher Gaslieferstopp: Bund und Länder bereiten große Info-Kampagne vor

Rund 24.000 Kunden beziehen nach Angaben der Heidelberger Stadtwerke in der Universitätsstadt Gas. Diese Haushalte könnten von einem Gaslieferstopp betroffen sein, wenn die Bundesregierung im Notfallplan Gas die Notfallstufe ausruft. Nach jüngsten Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur ist die reguläre Gasversorgung nur bis Dezember diesen Jahres gesichert, „im günstigsten Fall bis Feburar 2023“.

Bund und Länder bereiten bereits großangelegte Informationskampagnen für diesen Fall vor und um die Bevölkerung für Energieeinsparungen zu sensibilisieren. Aber auch auf kommunaler Ebene will man für den Ernstfall gewappnet sein, so wie in Ludwigshafen. Neben den Arbeiten am Notfallplan für einen möglichen Gasausfall werden wie in Ludwigshafen eigene Energieeinsparmaßnahmen eruiert. Daneben ist auch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Schon im Frühjahr gaben Experten der Stadtwerke Tipps, wie sich Energie einsparen lässt. (rmx)

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