60 Geflügelhaltungen in BaWü betroffen

Achtung, Vogelgrippe! Was Geflügelhalter im Rhein-Neckar-Kreis nun beachten müssen

Vogelgrippe – Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe in Nordrhein-Westfalen Anfang Ende März kam nun heraus: Mindestens zwei Betriebe im Rhein-Neckar-Kreis sind als Kontaktbetriebe mitbetroffen.

Erst Anfang vergangener Woche wird in einem Junghennenaufzuchtbetrieb im Raum Paderborn (Nordrhein-Westfalen) der Ausbruch der Geflügelpest amtlich nachgewiesen. Die Auswirkungen für die Landwirt*innen sind verheerend: Die Tiere aus den betroffenen Zuchten müssen alle vorsorglich getötet und die Ställe desinfiziert werden. Die Vogelgrippe bedeutet also für die Tierhalter hohe finanzielle Einbußen und einen sehr hohen Aufwand.

Vogelgrippe - 60 Geflügelhaltungen in Baden-Württemberg als Kontaktbetriebe mit betroffen

Da es sich bei dem Paderborner Junghennenzuchtbetrieb um einen Auslieferungsbetrieb handelt, der Junghühner nach Baden-Württemberg exportiert, besteht begründeter Verdacht, dass sich die hoch ansteckende Geflügelpest auch hier ausbreitet. Nach aktuellsten Informationen sind etwa 60 Geflügelkleinbetriebe in Baden-Württemberg betroffen. Es gibt unter den betroffenen Höfen zahlreiche Verdachtsfälle mit typischen Symptomen der schweren Vogelerkrankung. Derzeit werden diese Fälle alle durch das Veterinäramt und den Verbraucherschutz geprüft. Die betroffenen Landwirte sind in großer Sorge um ihre Betriebe.

Im Zuge der Ermittlungen durch das Verbraucherschutzamt wurden nun auch zwei Kontaktbetriebe im Rhein-Neckar-Kreis ausfindig gemacht. In beiden Betrieben hatten die Tiere keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung. Glücklicherweise stellte sich nach einer Probe heraus, dass einer von beiden Höfen nicht von der Geflügelpest betroffen ist. Der Fall des zweiten Hofes wird noch geprüft.

Vogelgrippe: Was können Geflügelhalter im Rhein-Neckar-Kreis machen?

Geflügelhalter*innen, die Anfang März Junghennen aus dem Kreis Nordrhein-Westfalen erworben haben, sollten sich umgehend mit dem Veterinäramt und dem Verbraucherschutz Rhein-Neckar in Verbindung setzen. Dieses ist zu erreichen unter der Telefonnummer 06221/5224361 oder unter der E-Mail-Adresse veterinaeramt@rhein-neckar-kreis.de. Im Zuge dessen appelliert das Veterinäramt an alle GeflügelhalterInnen, sich beim Veterinäramt registrieren zu lassen - dabei sollten sich auch Hobbyhaltungen mit nur wenigen Tieren melden.

Geflügellandwirte, die Todesfälle bei ihren Tieren feststellen, sollten unverzüglich einen Tierarzt hinzuziehen, um den Ausbruch der Vogelgrippe ausschließen zu können.

Vogelgrippe- wie gefährlich ist die Erkrankung?

Die Geflügelpest ist eine für Vögel hochansteckende und sehr gefährliche Erkrankung. Wildvögel tragen den Erreger oft bereits in sich. Insbesondere für Hühnervögel endet die Geflügelpest meistens tödlich. Durch den aggressiven Subtyp A/H5N1 sei die Erkrankung auch auf den Menschen übertragbar. Die häufigsten Symptome bei einem erkrankten Menschen sind in der Regel allgemeine Schwäche, hohes Fieber, erschwerte Atmung, Ödeme, Blauverfärbung der Haut und der Schleimhäute, Durchfall und neurologische Störungen. Die Erkrankung verläuft bei Menschen jedoch in den meisten Fällen ungefährlich.

Die Vogelgrippe, welche seit Ende 2020 wieder zurück auf deutschen Höfen ist, bedeutet vor allem riesige finanzielle Einbußen für die Landwirte. Vor allem seit dem erneuten Ausbruch in dem Paderborner Junghennenzuchtbetrieb mussten wieder tausende Tiere getötet werden. Bei der letzten großen Vogelgrippen-Seuche im Jahr 2016/17 mussten 1,2 Millionen Vögel getötet werden - das bedeutete einen wirtschaftlichen Verlust von 16 Millionen Euro. (snh)

Rubriklistenbild: © Frank Leonhardt

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